Ein würdiger Vizemeister

Es war eine großartige Finalserie um die Deutsche Meisterschaft 2015, die über die volle Distanz von fünf Spielen ging: Auch das fünfte und letzte Match war an Spannung kaum zu überbieten. Am Ende nutzte der VfB Friedrichshafen seinen Heimvorteil, gewann mit 3:1 (25:19, 18:25, 25:20, 26:24) und ist damit neuer Deutscher Meister! Insgesamt lieferten sich die Kontrahenten 21 hochklassige Sätze, von denen das Team vom Bodensee 11 für sich entschied, während die Berliner 10 gewannen und damit ein würdiger Vizemeister sind.


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Der VfB Friedrichshafen setzte sich im fünften Finalspiel gegen die BR Volleys mit 3:1 durch.
Foto: Günter Kram, Friedrichshafen


Nach dreijähriger Abstinenz hat sich Friedrichshafen wieder die Deutsche Meisterschaft gesichert: Der Rekordmeister gewann das entscheidende fünfte Finale gegen die BR Volleys in der ausverkauften ZF-Arena mit 3:1 (25-19, 18-25, 25-20, 26-24) und somit die Serie mit 3:2-Spielen. Es war der 13. DM-Titel für die Häfler, die sich zuvor schon den DVV-Pokal gesichert hatten.

Wie schon während des ersten Finals musste Friedrichshafen auf Kapitän und Taktgeber Simon Tischer verzichten, die Berliner konnten – wie schon im vierten Finale - auf Diagonalspieler Paul Carroll nicht zurückgreifen. Der Gastgeber erwischte den deutlich besseren Start in das Finale, die risikoreichen Aufschläge zeigten Wirkung, zudem packte die Block- und Feldabwehr immer wieder zu (8-3). Durchgang zwei verlief komplett umgekehrt, nun waren es die Berliner, die die langen Ballwechsel mit ihrer Block-Abwehr entschieden und somit ausgleichen konnten. Durchgang drei war bis zur Mitte des Satzes umkämpft, dann gelang Günthör ein vorentscheidender Einerblock gegen den Niederländer Rob Bontje. Friedrichshafen gelang im vierten Satz ein Auftakt nach Maß (3-0), aber Mitte/Ende des Satzes konnten die Berliner egalisieren. Matchball eins konnte der Titelverteidiger noch abwehren, dann schlug Diagonalspieler Adrian Gontariu den BR Volleys Block erfolgreich an, und die Halle geriet zum Tollhaus. Letztlich gaben in diesem Finale der bessere Aufschlag (9:4-Asse) und der bessere Block (11:4) für Friedrichshafen den Ausschlag.

Friedrichshafens Trainer Stelian Moculescu sagte: „Es ist immer ein bisschen Glück dabei, aber wenn man drei Spiele gewinnt und nur zwei verliert, ist es verdient. Es war mit Sicherheit eine der besten Finalserien, die ich bisher erlebt habe. Hochklassiger Volleyball, sehr umkämpft, ich bin froh, dass wir gewonnen haben.“

Berlins Trainer Mark Lebedew meinte: „Friedrichshafen war heute sehr stark und hat heute die Meisterschaft verdient gewonnen. Die Verletzung von Paul Carroll hat uns leider aus dem Rhythmus gebracht, auch wenn Christian Dünnes heute super war.“

Friedrichshafen hatte die Serie glänzend begonnen und mit 3:1 Spiel eins der Serie gewonnen. Anschließend setzte sich Berlin jedoch durch, konnte das Heimspiel 3:2 und das Auswärtsspiel überraschend deutlich 3:0 gewinnen. In Spiel vier wehrte der VfB den ersten Berliner Matchball nervenstark mit einem 3:2-Sieg ab. Schließlich wurde die hochklassige und spannende Serie wieder am Bodensee entschieden – dieses Mal mit dem besseren Ende für Friedrichshafen.

Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga: „Eigentlich hätte diese Saison zwei Sieger verdient gehabt. Das Rennen um die Meisterschaft war spannend, wie schon lange nicht mehr. Ich gratuliere dem VfB Friedrichshafen zum Double. Doch auch dem Vize-Meister aus Berlin gebührt großer Respekt. Das Team hat eine starke Saison gespielt und ich bin mir sicher, dass die BR Volleys im nächsten Jahr wieder alles dafür tun werden, um einen Titel nach Berlin zu holen.“