Volleyball-Krimi ohne Happy End

Zum Champions-League-Auftakt unterlagen die BR Volleys am Mittwochabend dem türkischen Meister Arkas Izmir in einem hochspannenden Match unglücklich mit 2:3 (27:25, 18:25, 22:25, 25:13, 12:15). Vor der stimmungsvollen Kulisse von 4.179 Zuschauern drückte der Ex-Berliner Kawika Shoji einer hin und her wiegenden Partie letztendlich seinen Stempel auf, so dass die Gastgeber trotz kämpferisch starker Leistung lediglich einen Punkt in der heimischen Max-Schmeling-Halle behalten konnten.


2015-11-04

Foto: Eckhard Herfet


Kawika Shoji eröffnete mit seinem Aufschlag einen über zwei Stunden andauernden Volleyball-Krimi. Der erste Satz begann ausgeglichen. Robert Kromm & Co gerieten schnell mit einem Break ins Hintertreffen (2:4). Diesen Rückstand konnte man bis zur ersten technischen Auszeit nicht aufholen (5:8), anschließend musste man sogar einen 7:11 Rückstand in Kauf nehmen. Eine starke Aufschlagserie des Kapitäns, mehrfach gekonnt abgeschlossen von Neuzugang Paul Lotman, brachte schließlich den Anschluss (10:11) und eine weitere Serie von Tomas Kmet die Berliner sogar erstmals in Führung (13:12). Beide Teams schenkten sich jetzt nichts und so ging es ausgeglichen in die Schlussphase. Beim Stand von 25:25 war es der US-Amerikaner Lotman, der für die Berliner erfolgreich punktete, ehe Kmet mit einem Ass den ersten Durchgang zugunsten der Berliner entschied. 

Auch die Anfangsphase des zweiten Satzes gehörte Arkas Izmir. Schnell gingen die von Regisseur Shoji bestens dirigierten Gäste mit 5:1 in Front. Das Heimteam von Trainer Roberto Serniotti versuchte mit dem druckvollen Spiel der Türken Schritt zu halten und konnte nach zwischenzeitlich sechs Punkten Rückstand auf 7:11 verkürzen. Dann kam der Auftritt des langjährigen Publikumslieblings der Berliner Fans, Kawika Shoji, der mit einer bärenstarken Aufschlagserie für die Vorentscheidung in Satz zwei sorgte (7:16). Serniotti reagierte und brachte mit Sebastian Kühner auf der Zuspielposition und Felix Fischer im Mittelblock frischen Wind ins Berliner Spiel. Um den zweiten Durchgang noch zu drehen, genügte dies jedoch nicht. Shoji sorgte mit weiteren druckvollen Aufschlägen für den deutlichen Satzverlust (18:25). 

Izmir legte auch im dritten Satz mit dem eindrucksvoll agierenden Antonin Rouzier einen Blitzstart hin (0:3). Die Berliner, angetrieben von Kühner, kämpften sich jedoch zurück und fanden ihren Rhythmus im Angriff. Dem Australier Paul Carroll gelang schließlich der Führungswechsel (11:10). Augeglichen ging es weiter. Harten Angriffen von Rouzier und Gökhan Gökgöz stand eine verbesserte Blockarbeit auf Berliner Seite entgegen. Doch die BR Volleys gerieten erneut in Rückstand (18:20) und konnten den 22:25 Satzverlust nicht mehr verhindern. 

In Durchgang vier war das Berliner Team von Anfang an wach und konnte den Satzbeginn ausgeglichen gestalten (5:5, 11:11). Immer wieder war es jetzt Carroll (mit 22 Punkten bester Angreifer der Hauptstädter), der erfolgreich abschloss. Beim Stand von 15:13 trat Sebastian Kühner an die Aufschlaglinie und was folgte, versetzte die Zuschauer in der Arena in Ekstase: Der Zuspieler legte eine 10-Punkte-Aufschlagserie zum Satzgewinn hin, die der Franzose Nicolas Le Goff gekonnt zum 25:13 vollendete. 

Den Aufwind konnten die BR Volleys jedoch nicht in den fünften Satz tragen, stattdessen geriet man im Tie-Break sofort in Rückstand (1:3). Beim Stand von 5:8 nahm Coach Serniotti eine Auszeit und im Anschluss stemmten sich Kapitän Kromm & Co nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Doch am Ende war es wiederum der MVP der Europameisterschaft, Antonin Rouzier, der regelmäßig punktete. Mit einem der insgesamt 18 Berliner Aufschlagfehler besiegelte Paul Lotman schließlich die 2:3-Heimniederlage. 

BR Volleys Cheftrainer Roberto Serniotti konnte trotz des Fehlstarts auch Positives aus dem harten Match ziehen: „Wenn man das ganze Spiel betrachtet, war es gut, letzendlich einen Punkt hier zu behalten. Es war eindeutig das schwerste Match der bisherigen Saison. Vor allem mit den Aufschlägen von Kawika Shoji hatten wir heute große Probleme.“ Auch Kapitän Kromm fand lobende Worte für den Auftritt seines Ex-Kollegen: „Wir haben verhalten begonnen, aber gut gekämpft. Über die Aufschläge von Kawika fanden die Türken ihren Rhythmus. Uns hat es heute leider an Konstanz gefehlt." Arkas-Trainer Glenn Hoag war im Anschluss sehr glücklich, dass das enge Match zugunsten seines Teams ausging: „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Für beide Mannschaften war es heute nicht einfach und die Nervösität auf beiden Seiten deutlich zu spüren.“ 

Nun haben die BR Volleys bereits das nächste harte Duell vor der Brust. Am Sonntag (08. Nov um 14.00 Uhr) kommt es auswärts beim VfB Friedrichshafen zur Neuauflage der letztjährigen Endspiels um die Deutsche Meisterschaft (live auf SPORTDEUTSCHLAND.TV).

Die Bildergalerie zum Heimspiel gegen Arkas Izmir kann >>> HIER <<< eingesehen werden.