BR Volleys stehen im POKALFINAAALE

Was für ein Match, was für ein Erfolg – die Berlin Recycling Volleys stehen im DVV-Pokalfinale 2016! In einem nervenaufreibenden Halbfinal-Krimi setzten sich die Hauptstädter vor 3.382 begeisterten Fans in der Max-Schmeling-Halle mit 3:2 (25:20, 19:25, 25:23, 22:25, 15:11) gegen die starken United Volleys RheinMain durch und verwirklichten sich damit einen großen Traum. Am 28. Februar kämpfen Kapitän Robert Kromm & Co nun im Endspiel in der Mannheimer SAP-Arena gegen den TV Ingersoll Bühl um den Titelgewinn.


2015-12-10

Foto: Eckhard Herfet


Mehr als zwei Stunden lang lieferten sich die beiden Teams am Donnerstag ein heiß umkämpftes Duell um den Finaleinzug, das für alle BR Volleys Fans einer Achterbahn der Gefühle glich. Dabei sah es zunächst nach einem leichten Spiel für die Hausherren aus: Mit starken Aufschlägen, guter Blockarbeit und konsequenten Angriffen setzten die Hauptstädter die United Volleys im Auftaktsatz gehörig unter Druck und erspielten sich ungefährdet den ersten Satzball des Abends, den der Australier Paul Carroll zum 25:20 verwandelte. In Durchgang zwei folgte jedoch eine 180-Grad-Wende. Die Gästemannschaft von Trainer Michael Warm ließ sich den Satzverlust nicht anmerken und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass man den VfB Friedrichshafen im Viertelfinale nicht zufällig aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Während sich in das Berliner Spiel immer wieder Fehler einschlichen, präsentierten sich die Rüsselsheimer deutlich bissiger als zuvor und glichen mit 25:19 zum 1:1 aus.

Nach den klaren Ergebnissen zuvor lieferten sich die Rivalen in den beiden Folgesätzen einen erbitterten Schlagabtausch, so dass sich ein spannendes Kopf-an-Kopfrennen entwickelte. Während es in Durchgang drei die Hauptstädter waren, die in den Schlüsselmomenten die Nerven behielten und mit 25:23 vorlegten, hatten am Ende von Durchgang vier die clever und mutig agierenden Gäste, angeführt vom Ex-Berliner Christian Dünnes, mit 25:22 knapp die Nase vorn und glichen zum 2:2 aus.

Spätestens jetzt war die Spannung in der Arena förmlich greifbar. Die United Volleys machten im Tie-Break weiter, wo sie aufgehört hatten, starteten mit drei Punkten in Folge in den alles entscheidenden Durchgang und erspielten sich einen wichtigen Vorteil (0:3). Dank einiger geschickter Aktionen vom zuvor für Kapitän Robert Kromm eingewechselten Francesco de Marchi behielten die Berliner den Anschluss (3:5, 5:7) und schafften nach zwei gegnerischen Fehlern den Ausgleich (7:7). Wieder waren es die Gäste, die sich in dieser wichtigen Phase eine Führung erspielten (7:9). Die Hauptstädter ließen sich davon nicht beeindrucken und Paul Carroll hielt sein Team mit zwei Punkten in Serie weiterhin im Rennen (9:9). Beim Stand von 10:10 trat Tomas Kmet an die Aufschlaglinie und brachte die gegnerische Annahme mit seinen Flatteraufschlägen in Bedrängnis. Der bärenstarke Carroll und sein Namensvetter Paul Lotman nutzten die daraus resultierenden Chancen konsequent und brachten ihre Farben im entscheidenden Moment erstmals in Führung (13:10). Nach einem Angriff des Australiers ins Aus hielten die Zuschauer zwar noch einmal für einen kurzen Moment den Atem an (13:11), dann aber machte Europameister Nicolas Le Goff über die Mitte kurzen Prozess und punktete zum Matchball (14:11). Dem hammerharten Aufschlag von Zuspieler Tsimafei Zhukouski konnten die United Volleys nun nicht mehr viel entgegensetzen und ein missglückter Angriff des Aufsteigers brachte den BR Volleys schließlich die 15:11-Erlösung.

Cheftrainer Roberto Serniotti zeigte sich nach diesem Volleyball-Krimi überglücklich: "Das ist ein großartiges Resultat für uns. Wir haben heute einen ganz wichtigen Schritt auf unserem Weg gemacht. Vielleicht waren einige überrascht, wie stark sich die United Volleys präsentiert haben – wir waren es jedenfalls nicht. Mein Team wusste ganz genau, was uns hier und heute erwartet." Für den beherzten Auftritt des Gegners fand er lobende Worte: "Das ist eine Mannschaft mit einer sehr klugen Spiel-Philosophie, die in der Offensive kaum Eigenfehler macht." Gästetrainer Michael Warm, der von 2005 bis 2009 beim Hauptstadtclub auf der Bank saß, haderte währenddessen mit der knappen Niederlage: "Wir haben wirklich alles gegeben, doch es hat heute einfach nicht sein sollen. Dieses Spiel hat mich und meine junge Mannschaft einige Nerven gekostet."

Für den Berliner Kapitän Robert Kromm war am Donnerstag die ekstatische Stimmung im Volleyballtempel ausschlaggebend: "Es war ein wirklich schwieriges Match, in dem wir Geduld beweisen mussten. In meinen Augen war am Ende der Heimvorteil das entscheidende Quäntchen, das den Ausschlag zu unseren Gunsten gab. Natürlich sind wir alle sehr glücklich, dass wir uns mit dem Pokalfinale in Mannheim schon einen ersten Saionhöhepunkt sichern konnten."

Der 31-Jährige richtete den Blick aber trotz Feierlaune schon wieder auf das kommende Wochenende, denn bereits am Sonntag (13. Dezember um 15.00 Uhr) haben die United Volleys RheinMain in der Bundesliga die Chance, sich in Berlin für die bittere DVV-Pokal-Niederlage zu revanchieren. „Ob wir noch einmal so ein hochkarätiges Spiel erleben, weiß ich nicht. Aber es wird sicher wieder packend. Der moralische Vorteil liegt diesmal bei uns“, so Kromm.


Die Galerie zum Pokalfight gegen die United Volleys RheinMain kann <<< HIER >>> eingesehen werden.

lmt