Mit weißer Weste in die Weihnachtszeit

Zum Abschluss des Jahres gewannen die BR Volleys ein hart umkämpftes Match beim TSV Herrsching mit 3:1 (30:32, 25:23, 25:17, 25:20) und gehen damit ungeschlagen und ohne Punktverlust in die Weihnachtspause der Volleyball Bundesliga. Vor 1.000 Zuschauern entwickelte sich in der Nikolaushalle ein phasenweise hochspannendes Duell, das die Berliner mit Klasse und Kampfgeist letztendlich für sich entschieden.


2015-12-19

Foto: Eckhard Herfet


BR Volleys Coach Roberto Serniotti begann in mit seiner gewohnten Startformation. Paul Carroll kehrte auf die Diagonalposition zurück und begann neben den Außenangreifern Robert Kromm und Paul Lotman, den beiden Mittelblockern Tomas Kmet und Nicolas Le Goff, Zuspieler Tsimafei Zhukouski und Libero Erik Shoji.

Es war von der ersten Minute an das erwartet nervenaufreibende Duell im bayerischen Hexenkessel. Zunächst agierten die Berliner sicher und führten durch ein variables Angriffsspiel zur ersten technischen Auszeit (8:6). Angepeitscht von seinen frenetischen Fans kam das Heimteam jedoch stärker auf. Die Hauptstädter zeigten Schwächen in der Annahme und Herrsching zog davon (9:13). Francesco De Marchi kam für Lotman ins Match und brachte etwas mehr Stabilität ins Berliner Spiel. Auch an der Aufschlaglinie überzeugte der Italiener und verkürzte den Rückstand (16:17). Kapitän Kromm war jetzt regelmäßig erfolgreich und brachte seine Farben wieder in Front (22:21). Nun wurde es dramatisch: Nachdem die Gäste die erste Möglichkeit liegen ließen, schenkte man der Heimmannschaft mit zahlreichen Aufschlagfehlern insgesamt sieben Satzbälle. In teilweise kuriosen Ballwechseln, in denen sich die Reisestrapazen der BR Volleys deutlich bemerkbar machten, hatte der selbsternannte "Geilste Club der Welt" am Ende das bessere Ende für sich und holte sich unter dem Jubel des Publikums den Satzgewinn (30:32)

Auch im zweiten Durchgang machte die Heimmannschaft dem Tabellenführer das Leben schwer. Dirigiert von Zuspieler Patrick Steuerwald, der von Bundestrainer Vital Heynen vor kurzem wieder für die DVV-Auswahl nominiert wurde, erarbeiteten sich die Bayern die nächste Führung (4:8). Die Berliner hatten große Probleme in Block und Abwehr, konnten aber nach einer Aufschlagserie von Zhukouski zumindest Schritt halten (8:11). Wenig später war es wieder der Kroate, der mit seinem harten Service die BR Volleys heranbrachte (15:16). Doch das Spiel des Favoriten lief nach wie vor nicht richtig rund. Serniotti reagierte und brachte Felix Fischer für Le Goff. Die Abwehrarbeit der Gäste stabilisierte sich und Kromm sorgte für die Führung (21:20). In der Nikolaushalle war jetzt zu spüren, dass das Match in einer ganz entscheidenden Phase war, doch erst Carroll und dann Kromm behielten die Nerven und glichen zum 1:1 aus (25:23).

Die Herrschinger, die schon beim 3:0-Sieg gegen die United Volley RheinMain bewiesen, was sie zuhause zu leisten imstande sind, kämpften auch in Durchgang drei um jeden Punkt und wurden belohnt (5:8). Doch dann folgte die endgültige Wende im Match. Angeführt vom starken Zhukouski zeigte sich der Hauptstadtclub in Annahme und Block verbessert und kaufte dem Heimteam auf diese Weise den Schneid ab (9:8). Carroll drückte von der Aufschlaglinie auf das Tempo und die BR Volleys erspielten sich eine beruhigende Führung (19:12). Die Stimmung auf den Rängen kühlte sich ab und Fischer bescherte seinem Team per Block sieben Satzbälle. Nach einem Service-Fehler des TSV war dieser wichtige Durchgang gewonnen (25:17).

Die Berliner schüttelten nun endgültig die Reisestrapazen aus ihren Gliedern und gingen fokussiert in den vierten Satz. Kromm schmetterte die Bälle regelmäßig zu Boden (4:1), der TSV Herrsching - in Person von Daniel Malescha - hielt jedoch dagegen, so dass es spannend blieb (8:7, 14:12). Die BR Volleys konnten sich zwar nicht entscheidend absetzen, doch insbesondere der Block um Fischer stand stabil und sicherte die Führung (22:18). Kmet war es am Ende einer aufregenden Partie vorbehalten, den Matchball zu verwandeln (25:20) und den 3:1-Auswärtssieg perfekt zu machen.

Trainer Serniotti zeigte sich nach der engen Partie spürbar erleichtert: "Es war das erwartet schwierige Match. Der zweite Satz war für den weiteren Spielverlauf entscheidend. Wir konnten uns mit Herz und Kampfgeist aus den kritischen Situationen befreien und behielten die Nerven." Für die zahlreichen Unterbrechungen und Diskussionen fand der Italiener Verständnis: "Es waren viele knifflige Entscheidungen zu treffen und der Schiedsrichter hat genauso wie mein Team einige Fehler gemacht. Alles in allem war es jedoch eine gute Leistung."

Nun geht es für die BR Volleys in die wohlverdiente Winterpause: "Die Spieler haben sich die Auszeit redlich verdient. Das Programm war in den letzten Wochen wirklich intensiv. Im neuen Jahr möchten wir unsere gute Ausgangslage in Bundesliga und Champions League unbedingt verteidigen“, so der Berliner Coach.