Erfolgsserie auswärts fortgesetzt

Die BR Volleys gewannen am Samstagabend bei der VSG Coburg/Grub auch ihr elftes Saisonspiel in der Volleyball Bundesliga. Trotz großer Personalsorgen behielten die Berliner beim Tabellensechsten mit 3:1 (25:23, 18:25, 25:18, 25:21) die Oberhand und rangieren damit weiter unangefochten an der Tabellenspitze. In der HUK-Arena zeigte der Hauptstadtclub über weite Strecken eine konzentrierte Vorstellung und ließ nur im zweiten Durchgang kurzzeitig die letzte Konsequenz vermissen.


2016-01-16 2

Foto: zwei k. fotografen


Berlins Cheftrainer Roberto Serniotti musste beim Gastspiel in Coburg auf Kapitän Robert Kromm, Tsimafei Zhukouski und Arpad Baroti verzichten. Daher begann der Italiener mit Paul Lotman und Ruben Schott im Außenangriff, Tomas Kmet und Nicolas Le Goff im Mittelblock, Diagonalangreifer Paul Carroll, Zuspieler Sebastian Kühner und Libero Erik Shoji in der Startformation.

Die BR Volleys fanden, wie schon vier Tage zuvor gegen die SVG Lüneburg, nur sehr schleppend in die Partie. So sah sich Serniotti bereits nach wenigen Minuten beim Stand von 2:6 zur ersten Auszeit gezwungen. Das Spiel des Hauptstadtclubs stabilisierte sich allmählich und Ersatzkapitän Carroll sorgte für den Ausgleich (9:9). Coburg blieb hartnäckig und ließ den Tabellenführer nicht davonziehen (16:15). In einem Durchgang auf Augenhöhe verteidigten die Berliner - nicht zuletzt dank des erneut stark aufspielenden Carrolls - ihre knappe Führung und hatten das bessere Ende für sich (25:23).

Zunächst sah es danach aus, dass der Favorit in Satz zwei an die starke Endphase des ersten Durchgangs anknüpfen könne (6:3). Umsichtig dirigiert von Kühner verteidigten die Gäste ihre 3-Punkte-Führung (10:7). Doch plötzlich kam es zum Bruch im Spiel und die VSG kam angeführt von Lubos Kostolani stark auf. Zwar gingen die Berliner noch mit einem Minimalvorsprung in die zweite technische Auszeit (16:15), doch in der Folge lief so gut wie nichts mehr zusammen und Coburg feierte mit 25:18 einen hochverdienten Satzgewinn.

Nach einer 10 minütigen Unterbrechung kamen die BR Volleys mit neuem Elan zurück auf das Parkett. Coach Serniotti schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit bärenstarker Blockarbeit und einer Aufschlagserie des Australiers Carroll setzte man sich schnell ab (5:2, 8:3). Der Block stand in Person von Schott und Kühner weiter bombenfest und das Angriffsspiel lief nun variabel und flüssig (15:10). Nachdem Lotman auf der Zielgeraden von Satz drei zweimal sehenswert abschloss, entschied Youngster Ruben Schott, der seine Aufgabe als Kromm-Vertreter erneut gut löste, den Durchgang mit 25:18 für Berlin.

Nun ließ sich das BR Volleys Team nicht mehr aus dem Konzept bringen und zog sein Spiel konsequent durch. Weil das Mittelblockerduo Kmet und Le Goff jeweils über die schnelle Mitte punktete, setzten sich die ersatzgeschwächten Berliner direkt wieder ab (8:6). Insbesondere dank aufmerksamer Blockarbeit wurde der Vorsprung ausgebaut (12:8). Das Heimteam - einen Punktgewinn gegen den Favoriten vor Augen - steckte jedoch nicht auf und kämpfte sich noch einmal heran (15:13). Die Hauptstädter zeigten am Samstagabend aber nur ganz selten Konzentrationsschwächen und schlugen aus einer sicheren Annahme um Shoji heraus gnadenlos zurück (21:18). Ein Aufschlagfehler der Hausherren zum 25:21 machte den fünften Auswärtssieg für den Tabellenführer perfekt.

Headcoach Serniotti sah gegen einen starken Gastgeber eine Steigerung seines Teams mit fortlaufender Spieldauer: "Zu Beginn haben wir uns ziemlich schwergetan, aber im weiteren Verlauf konnten wir uns stetig verbessern und haben zwei starke letzte Sätze gespielt. Mir ist nun auch klar, warum Coburg in der Tabelle so gut dasteht. Sie verfügen über eine stabile Annahme, haben ein gutes Aufschlagniveau und machen wenig eigene Fehler. Das war heute gewiss kein leichter Gegner." Deshalb zeigte sich der 53-Jährige nach dem Spiel zufrieden und zog eine positive Bilanz: "Wir konnten heute, obwohl wir auf drei Spieler verzichten mussten, den nächsten wichtigen Sieg einfahren. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben im ersten Teil der Saison nun jeden Gegner geschlagen und keinen einzigen Punkt abgegeben. Das ist eine bemerkenswerte Leistung."

Am Mittwoch (20. Jan 19.30 Uhr) wartet schon die nächste große Herausforderung auf die BR Volleys, dann muss sich Serniottis Team in der CEV Champions League beweisen, denn mit Belogorie Belgorod kommt an diesem Tag eine der stärksten Mannschaft Europas in den "Volleyballtempel" Max-Schmeling-Halle.