Zum Siegen verdammt

Es ist eine der stärksten Gruppen dieser Champions-League-Saison, in der die BR Volleys um das Weiterkommen kämpfen. Bei noch zwei ausstehenden Spieltagen fällt im Januar die Entscheidung, welche beiden Clubs in die Play-offs einziehen können. Vor dem Heimspiel gegen das russische Topteam Belogorie Belgorod am Mittwochabend (20. Jan um 19.30 Uhr) hat eine Entscheidung des europäischen Volleyball-Verbandes CEV die Ausgangssituation für den Hauptstadtclub jedoch dramatisch verschärft.


2016-01-18

Foto: Eckhard Herfet


Obwohl nach dem 16. Dez kein Champions-League-Spiel mehr stattfand, hat sich seitdem die Konstellation in der Gruppe A zuungunsten der BR Volleys entwickelt. Nach zwei 3:0-Erfolgen gegen den Bulgarischen Meister Marek Dupnitsa rangierten die Berliner mit 7 Punkten (aus 4 Spielen) auf dem zweiten Rang vor dem wichtigsten Konkurrenten Arkas Izmir mit 5 Zählern (aus 3 Spielen). Dank einer Entscheidung am „Grünen Tisch“ hat der Türkische Meister nun jedoch 8 Punkte auf seinem Konto und ist demzufolge in der Tabelle an den Berlinern vorbeigezogen.

Was war passiert? Zu der ursprünglich für den 02. Dez angesetzten Partie zwischen Izmir und Belgorod waren die Russen aufgrund politischer Spannungen zwischen beiden Ländern nicht in die Türkei gereist. Nun hat der Europäische Volleyball-Verband CEV die Partie offensichtlich (eine offizielle Stellungnahme zu einer Anfrage des deutschen Verbandes liegt bisher nicht vor) mit 3:0 (25:0, 25:0, 25:0) für Arkas Izmir gewertet, weshalb sich aktuell folgende Tabellen-/Ansetzungssituation ergibt:

1.   Belogorie Belgorod (9 Punkte | 9:3 Sätze)
2.   Arkas Inzir (8 Punkte | 9:6 Sätze)
3.   BR Volleys (7 Punkte | 8:6 Sätze)
4.   Marek Dupnitsa (0 Punkte | 1:12 Sätze)

20.01.2016 | Dupnitsa vs. Izmir | Berlin vs. Belgorod
26.01.2016 | Belgorod vs. Dupnitsa | Izmir vs. Berlin

Weil aller Voraussicht nach Izmir und Belgorod ihre Partien gegen die bisher punktlosen Bulgaren für sich entscheiden werden, müssen die BR Volleys also ihre beiden Duelle gegen die Türken und Russen gewinnen, um sich die Chance auf das Erreichen der Play-offs zu wahren.

„Das wird natürlich eine Herkulesaufgabe. Es bringt allerdings nichts, über sportpolitische Entscheidungen, auf die wir keinen Einfluss haben, zu lamentieren. Wir werden sportlich alles versuchen, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen“, glaubt der derzeit verletzte BR Volleys Kapitän Robert Kromm weiterhin an sein Team.

Sollte es den BR Volleys am Mittwoch (20. Jan um 19.00 Uhr) tatsächlich gelingen, mit einer Sensation vor heimischer Kulisse den dreimaligen Champions-League-Sieger aus Belgorod zu bezwingen, käme es in der kommenden Woche (Dienstag, 26. Jan) in Izmir zu einem echten Endspiel. „Das muss unser Ziel sein“, zeigt sich Kapitän Kromm trotz aller sportpolitischen Widerstände ebenso kämpferisch wie zuversichtlich.