Ein großer Schritt

Die BR Volleys haben einen Lauf. Auch am Samstagabend demonstrierten die Berliner beim heimstarken Tabellendritten United Volleys RheinMain ihre aktuell gute Form und siegten vor 3.721 Zuschauern in der Fraport Arena Frankfurt mit 3:0 (25:21, 31:29, 25:21). Damit führt der Hauptstadtclub weiterhin souverän die Tabelle der Volleyball Bundesliga an und benötigt aus den verbleibenden zwei Spielen noch einen Punkt, um als top gesetztes Team in die Playoffs zu starten.


2016-03-05

Foto: United Volleys / Gregor Biskup


Die BR Volleys gingen mit der gleichen Mannschaft wie beim Europacupmatch gegen VaLePa Sastamala in das Bundesliga-Spitzenspiel bei den United Volleys. Auch Diagonalangreifer Paul Carroll, der noch am Donnerstag verletzt vom Court musste, stand Coach Roberto Serniotti zur Verfügung und begann in der Startformation.

Nur exakt 48 Stunden nach dem Duell im CEV-Cup zeigten die Berliner auch in Frankfurt, was sie in diesen Tagen ausmacht. Mit enorm hohem Druck im Aufschlag erarbeitete sich der Hauptstadtclub einen schnellen Vorsprung (4:1, 8:5). Die United Volleys bewiesen ihrerseits Klasse, glichen aus (9:9) und gingen zur zweiten technischen Auszeit sogar knapp in Führung (15:16). Danach fanden die Gäste wieder ihren Rhythmus, den auch der ehemalige Berliner Headcoach Michael Warm mit zwei Auszeiten nicht unterbrechen konnte (21:18). Am Satzende trat Paul Lotman an die Aufschlaglinie und veredelte mit drei krachenden Assen den starken Auftritt seines Teams im ersten Durchgang (25:21).

Angeführt von Kapitän Christian Dünnes trumpfte nun das Heimteam auf und so mussten die BR Volleys im zweiten Satz zunächst einem Rückstand hinterherlaufen (7:9). Zwar sorgte Lotman zwischenzeitlich für den Ausgleich (14:14), doch die Hausherren blieben am Drücker (16:20). Mit einem überragenden Robert Kromm kämpften sich die Gäste aus der Hauptstadt leidenschaftlich zurück und schafften erneut den Ausgleich (23:23). In einer packenden Schlussphase, in der die United Volleys fünf Satzbälle ungenutzt ließen, setzte sich die größere Erfahrung der Berliner durch und ein Block von Paul Carroll beendete auch diesen Durchgang zugunsten des Tabellenführers (31:29).

Nach einem frühen Break im dritten Satz zogen die BR Volleys ihr Spiel bis zur ersten technischen Auszeit konsequent durch (4:2, 8:4). Die United Volleys zeigten Moral und kamen zurück (14:14). Intelligent dirigiert von Tsimafei Zhukouski und lautstark angefeuert von den mitgereisten Fans blieb der Hauptstadtclub in der Folgezeit aber ebenso konzentriert wie konsequent. Zwar bewisen die Frankfurter ihre Comebackfähigkeiten und glichen Rückstände regelmäßig aus, doch als einmal mehr Kapitän Kromm punktete (22:19), war das Match entschieden. Die Berliner blieben bis zum letzten Ballwechsel fokussiert und Routinier Felix Fischer verwandelte abgezockt zum 3:0-Auswärtssieg (25:21).

BR Volleys Cheftrainer Roberto Serniotti wusste die starke Leistung seines Teams im Anschluss gebührend zu würdigen: "Wir haben eine fast schon magische Woche erfolgreich beendet. Diese Auswärtsaufgabe mit 3:0 zu lösen, ist großartig, schließlich hat hier bisher nur Friedrichshafen denkbar knapp gewonnen. Jeder Satz hatte seine Tücken, aber wir waren hoch konzentriert, in den entscheidenden Moment präsent und haben dabei große Moral bewiesen. Mir gefällt diese Mentalität meiner Mannschaft sehr."

Ein besonderes Lob sprach der Italiener dieses Mal der medizinischen Abteilung aus, die einen Einsatz von Paul Carroll kurzfristig möglich gemacht hatte: "Unser Arzt und unser Physiotherapeut leisten stets großartige Arbeit. Dass uns Paul heute helfen konnte, war ihr Verdienst. Das war ein großer Schritt und den einen Punkt, den wir für den Gewinn der Hauptrunde benötigen, werden wir jetzt auch noch holen." Bereits am Mittwoch (09. März um 20.00 Uhr) haben die BR Volleys in Lüneburg die Möglichkeit, sich endgültig die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs und den damit verbundenen Heimvorteil zu sichern.