Ein ganz heißer Tanz

Die BR Volleys mussten sich am Mittwochabend nach aufopferungsvollem Kampf bei der heimstarken SVG Lüneburg mit 2:3 (22:25, 38:36, 24:26, 25:23, 12:15) geschlagen geben. Durch den wichtigen Auswärtspunkt ist den Hauptstädtern nun auch rechnerisch der erste Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen. Damit starten die Berliner von der bestmöglichen Ausgangsposition in die Playoffs, sind aber auch gewarnt, in der Meisterschaftsrunde keinen Gegner zu unterschätzen.


2016-03-09

Foto: SVG Lüneburg / Michael Behns


Headcoach Serniotti rotierte beim Auswärtsspiel in Lüneburg und begann mit Kühner im Zuspiel und Baroti als Diagonalnagreifer. Die Startformation komplettierten Kromm, Lotman, Fischer, Le Goff und Shoji.

In der besonderen Atmosphäre der "Gellersenhölle" benötigten die BR Volleys einige Ballwechsel, um ins Spiel zu finden. Nachdem der Ausgleich geschafft war (4:4), brachte Baroti den Berlinern zur technischen Auszeit den Vorteil (8:7). Nach einem Ass des Ungarn konnten sich die Gäste dann ein erstes Mal absetzen (12:9). Kurze Zeit später packte der Berliner Block gleich dreimal zu und erhöhte den Vorsprung (18:13). Mit dem auffälligen Del Bianco und ebenfalls gutem Blockspiel glichen die kampfstarken Gastgeber jedoch aus (18:18). In der Endphase zeigten Kromm und Co. plötzlich Schwächen in der Annahme und gaben nach druckvollen Aufschlägen von Mora und Kevorken den ersten Durchgang ab (22:25).

Die Probleme in der Annahme hielten auch zu Beginn von Satz zwei an und so mussten die Gäste kämpfen, um Anschluss zu halten (5:6, 9:11). Nachdem die BR Volleys kurzzeitig den Faden verloren hatten (13:17), trat Kühner an die Aufschlaglinie und brachte sein Team zurück ins Match (17:17). Nach einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen geriet der Tabellenführer aber erneut ins Hintertreffen (17:20). Doch Berlins Volleyballteam Nr. 1 zeigte Moral und Kampfgeist und hatte mit Le Goff am Aufschlag und Baroti im Angriff die passenden Antworten (22:21). Nun wurde es nervenaufreibend: Mit Netz- und Aufschlagfehlern ließen die Berliner ihre ersten beiden Möglichkeiten zum Satzgewinn aus. Nach drei weiteren vergebenen Chancen auf BR Volleys-Seite erspielten sich die Lüneburger den Vorteil und vergaben ihrerseits fünf Gelegenheiten. Im insgesamt neunten Anlauf erlöste Fischer die mitgereisten Fans, entschied den längsten Durchgang dieser Saison und sorgte für den Satzausgleich (38:36).

Nach 10-minütiger Unterbrechung fanden die BR Volleys nur schwer in Satz drei (6:8). Vor einem weiterhin ekstatischen Publikum blieb das Match ein Kampf auf Biegen und Brechen, in dem der starke Baroti die Gäste wieder in Führung brachte (13:10). Trotz viel Risko im Aufschlag und damit verbundenen Fehlern verteidigten Kromm und Co. ihren Vorsprung (18:16). Doch mit dem bärenstark agierenden Del Bianco am Service drehte der Tabellenvierte den Satz plötzlich (20:22) und im dritten Anlauf schnappten sich die Gastgeber unter dem lautstarken Jubel der heimischen Fans den dritten Durchgang (24:26).

Der Hauptstadtclub steigerte sich nun wieder im Aufschlag und zog den Gastgebern anfänglich den Zahn (7:3, 10:5). Erst Schlien auf Lüneburger-Seite und dann Lotman für die Berliner zeigten starke Service-Serien und so wog das Spiel hin und her (10:9, 14:9). Aber die SVG bewies erneut Comeback-Qualitäten und glich aus (17:17). In der Schlussphase ging BR Volleys Kapitän Kromm voran, machte drei wichtige Punkte (24:22) und nutzte den zweiten Satzball zum Ausgleich (25:23). So bekam dieses Spiel, was es verdiente - einen Tiebreak.

Zu Beginn des Entscheidungssatzes hatten die Gastgeber zunächst Oberwasser (3:4), aber ein Break wollte zunächst keinem Team gelingen (6:6). Als die Konzentration und das nötige Quäntchen Glück bei den Berlinern kurzzeitig verloren gingen, setzten sich die Lüneburger entscheidend ab (8:13). Mit Baroti am Service keimte nochmals Hoffnung auf (11:13), aber nach einem weiteren Aufschlagfehler ins Netz mussten sich die BR Volleys schussendlich knapp geschlagen geben.

Trainer Roberto Serniotti haderte nach dem Spiel mit den vergebenen Chancen: "Für das Publikum war es ein großartiges Match. Wir hätten es jedoch nicht so spannend machen müssen. Ich bin mir sicher, hätten wir den ersten Satz gewonnen, hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Doch so viel "hätte, wenn und aber" hilft uns am Ende natürlich nicht. Arpad und Basti haben trotz der Niederlage ihren Job sehr gut gemacht. Ich bin stolz auf den Kampfgeist meiner Mannschaft, die trotz Rückschlägen heute nie aufgegeben hat."

Kapitän Robert Kromm sah das Positive am knappen Resultat: "Natürlich ist diese Niederlage ärgerlich, aber wir haben diesen einen, ganz wichtigen Punkt geholt und damit das nächste kleine Saisonziel erreicht. Daher tut der Ausgang des heutigen Spiels nicht ganz so weh." Mit nun 50 Punkten auf dem Konto ist den BR Volleys der Spitzenplatz in der Volleyball Bundesliga nich mehr zu nehmen. Somit wird das letzte Hauptrundenspiel am Samstag (12. März um 19.30 Uhr) gegen die VSG  Coburg/Grub zur lockeren Generalprobe für das dann folgende CEV-Cup-Halbfinale gegen Knack Roeselare.