Das Leistungslimit nicht erreicht

Am Sonntagnachmittag verloren die Berlin Recycling Volleys das erste Finalspiel um die Meisterschaft beim VfB Friedrichshafen ebenso klar wie verdient mit 0:3 (13:25, 24:26, 23:25). Damit haben sich die Häfler in der Serie "best of three" nun zwei Matchball-Spiele gesichert, von denen der Titelverteidiger den ersten am 03. Mai (um 19.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle abwehren muss. In einem vom VfB stets dominant geführten Match konnte der Hauptstadtclub nicht an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen und verpasste es speziell im zweiten Satz, für ein offenes "Duell der Giganten" zu sorgen.

2017-04-23

Foto: Günter Kram


Cheftrainer Roberto Serniotti schenkte wieder den Akteuren das Vertrauen, die am Donnerstag im Halbfinale gegen Frankfurt früh eine Pause bekamen. So begannen Ruben Schott, Tsimafei Zhukouski, Paul Carroll und Aleksander Okolic neben Robert Kromm, Graham Vigrass und Luke Perry.

Die Berliner benötigten nach der kaum vorhandenen Regenerationspause am Bodensee einen ganzen Satz, um konkurrenzfähig zu werden und dem Pokalsieger Paroli bieten zu können. Vor allem in der Annahme waren Kromm und Co im Auftaktsatz noch nicht bei voller Konzentration und bekamen deshalb kaum einen Ball auf den Boden (3:8). Als auch fortan wenig zusammenlief (8:16), reagierte Serniotti und brachte mit Sebastian Kühner, Wouter ter Maat und Steven Marshall neue Impulse ins BR Volleys Spiel. Dies sollte aber erst im Folgedurchgang Wirkung zeigen, zu groß waren der Rückstand und die Zielstrebigkeit des äußerst stark agierenden Gastgebers (13:25).

Nach dem verkorksten Start erwachten die Hauptstädter und kehrten fokussiert auf den Court zurück (4:0). Aber es mangelte leider weiterhin an der nötigen Sicherheit und Konstanz, belegt durch Okolic' Angriff ins Aus (6:8). Dennoch erspielte sich der CL-Final-Four-Teilnehmer mit Kühners Energie am Service und einem durchschlagkräftigen Kromm die nächste Führung (16:13). Zwar stand der BRV-Kapitän jetzt gemeinsam mit Marshall verbessert in der Annahme (19:16, 22:20), doch wie gewohnt schöpfte VfB-Trainer Vital Heynen das volle Potenzial seines Kaders aus und hatte bei seinen Wechseln in Zuspiel und Außenangriff ein glückliches Händchen. Der eingewechselte Felix Fischer ließ seine Möglichkeiten im Schnellangriff aus und Mustedanovic bestrafte dies eiskalt (22:23). So gaben die BR Volleys ihre Führung aus der Hand und im zweiten Versuch schlug Rosseaux erfolgreich den Block zu Satzgewinn (24:26) und Vorentscheidung an.

Die BR Volleys kamen einfach nicht ins Match, auch weil der sehr gut eingestellte Friedrichshafener Block den Berliner Diagonalangriff gut in Schach hielt (6:8). Nach der technischen Auszeit durfte sich Carroll wieder für ter Maat versuchen und mit dem Australier sowie Kühner am Aufschlag drehte der Titelverteidiger kurzzeitig auf (13:10). Doch der Gastgeber hatte einmal mehr die passenden Antworten (13:15). Mit einem in dieser Phase überragenden Zuspieler Tischer, der auch selbst zu punkten wusste, spielten die Häfler das Match vor 2.800 begeisterten Zuschauern clever zu Ende (16:19, 20:24). Vigrass konnte zwar noch einen Matchball abwehren, aber Kühners Aufschlag, der bis dato in dieser Kategorie der beste Hauptstädter war, landete im Netz und das Spiel war mit 0:3 verloren (21:25).

BR Volleys Manager Kaweh Niroomand wollte die für Körper und Geist kräftezehrenden letzten Wochen nicht als Ausrede für das Ergebnis gelten lassen: "Zuerst einmal hat der VfB absolut konstant, überlegt und taktisch clever gespielt. Wir sind sowohl individuell als auch als Mannschaft nicht an unser Top-Level herangekommen und dann kann man hier natürlich nicht gewinnen. Wollen wir in der Meisterschaft noch etwas erreichen, wird eine Leistungsstreigerung nötig sein. Es wird mental jetzt nicht einfacher für unser Team, aber insbesondere unsere erfahrenen Spieler werden nun gerfordert sein. Wir werden alles geben, um das Unmögliche möglich zu machen!"

Ein stolzer VfB-Coach Vital Heynen lobte seine Mannschaft in den allerhöchsten Tönen: "Der erste Satz war beeindruckend, der zweite dann der spielentscheidende. Ich bin froh, dass ich 14 gleichwertige Spieler habe, von denen heute wieder so viele exzellent aufgetreten sind. Noch ein sechstes Mal gegen Berlin zu gewinnen, wäre unglaublich. Heute haben wir uns zumindest ein drittes Spiel hier am Bodensee gesichert."

Und in genau dieses möchten die BR Volleys den VfB Friedrichshafen auch zwingen. Dazu müssen am 03. Mai in der Max-Schmeling-Halle Team und Fans gemeinsam alle Kräfte bündeln, um das zweite Finalspiel für sich zu entscheiden und noch einmal an den Bodensee reisen zu dürfen. Die Eintrittskarten für das Match sind im BR Volleys Ticketshop erhältlich: http://bit.ly/BRVvsVFB-tickets