Nichts Zählbares an Spieltag eins

Ohne Punkt kehren die Berlin Recycling Volleys zum Start der 2018 CEV Champions League zurück in die deutsche Hauptstadt. Die Mannschaft von Trainer Luke Reynolds unterlag Jastrzebski Wegiel (POL) am Mittwochabend glatt mit 0:3 (21:25, 19:25, 24:26). Damit entschied auch der ehemalige Coach der BR Volleys, Mark Lebedew, das australische Trainerduell gegen seinen Landmanns klar für sich.

2017-12-06

Foto: CEV


Der Serbe Aleksandar Okolic rückte gegenüber dem Bundesliga-Sieg gegen die AlpenVolleys Haching wieder in die Startformation und bildete gemeinsam mit Robert Kromm, Graham Vigrass, Paul Carroll, Pierre Pujol, Steven Marshall und Luke Perry die erste Sieben.

Die Gastgeber um den deutschen Zuspieler Lukas Kampa begannen äußerst druckvoll, aber immer wieder konnte Carroll die schwierigen Bälle gegen den hohen Block der Polen verwandeln und das BR Volleys Team einigermaßen im ersten Satz halten (5:8, 10:13). Jedoch stand mit Maciej Muzaj auch auf der Gegenseite ein durchschlagskräftiger Diagonalangreifer, der für seine Farben wichtige Breakpunkte sammelte (15:21). Zwar brachte Okolic mit seinen Aufschlägen nochmals kurz Spannung in den ersten Durchgang, aber Jastrzebski schnappte sich diesen schließlich verdient (21:25).

Auch im zweiten Satz hatten die BR Volleys regelmäßig Probleme, nach starken Aufschlägen vom Ex-Berliner Salvador Hildago Oliva ihre Annahme zu halten (2:7). Immerhin konnten sich die Reynolds-Schützlinge dank guter Abwehraktionen von Libero Perry immer wieder Breakpunkte erspielen, waren aber im eigenen Sideout nicht sicher genug (13:16). Sebastian Kühner war mittlerweile auf dem Court und versuchte, dem Spiel des Deutschen Meisters mehr Stabilität zu geben. Diese kam aber auch durch die Einwechslung von Adam White nicht hinzu und der polnische Meisterschaftsdritte diktierte weiter das Geschehen (17:23). Hidalgo schlug den Berliner Block zum nächsten deutlichen Satzgewinn an (19:25).

Kühner blieb auf der Platte und es sah alles nach einem ungefährdeten Erfolg der Gastgeber aus (1:4), doch mit der lautstarken Unterstützung des „7. Mann on Tour“ zeigten Kromm & Co die erhoffte Reaktion (8:6). Aufschlagserien von Carroll und Kühner sorgten für einen vermeidlich komfortablen Vorsprung (18:13), dieser wurde jedoch leichtfertig hergegeben (18:18). Aber noch blieben die BR Volleys im Match (23:22). Erst nach einem weiteren Fehler in der Annahme gegen den Aufschlag von Patryk Strzezek war der Vorsprung endgültig verspielt und den zweiten Matchball nutzte wiederum Hidalgo mit einem Servicewinner (24:26).

Mark Lebedew war froh, das prestigeträchtige Duell derart klar für sich entschieden zu haben: „Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Für viele meiner Männer war es das erste richtige Champions League Match. Man hat gesehen, dass wir hochkonzentriert waren. Im dritten Satz, als Berlin den Druck erhöhte, haben wir gut gewechselt. Da fruchtete das Potenzial unserer starken Bank.“ Bei seinem Landmann Luke Perry war die Gemütslage selbstverständlich eine andere: „Wir sind ziemlich enttäuscht. Jastrzebski hat nichts Besonderes gemacht, aber wir unsere Chancen nicht genutzt. Wir können definitiv besser spielen, als wir es heute getan haben.“ Das müssen die BR Volleys schon am Samstagabend beim Berlin-Brandenburg-Derby in Bestensee beweisen (09. Dez um 19.00 Uhr). Auch dort hoffen Perry & Co auf eine ähnlich starke Unterstützung durch die mitgereisten Fans.