Der Rekordmeister schlägt zurück

Die Rahmenbedingungen hätten besser kaum sein können. In Scharen waren die BR Volleys Fans gekommen, um ihr Team bei der „Mission: Titelverteidigung“ lautstark zu unterstützen. Mit 8.553 Zuschauern war der „Volleyballtempel“ Max-Schmeling-Halle zum ersten Mal ausverkauft. Doch der amtierende Deutsche Meister vergab seine erste Chance, die Meisterschale erneut nach Berlin zu holen. Mit 1:3 (22:25, 21:25, 25:23, 20:25) unterlagen die Hauptstädter dem Rekordmeister VfB Friedrichshafen und führen somit in der „best of five“-Serie nur noch 2:1.

2013-04-25

So sehr sich die BR Volleys auch streckten, der VfB Friedrichshafen war im
dritten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft 2013 die bessere Mannschaft.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Damit wurde die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft 2013 zumindest auf den kommenden Sonntag vertagt, wenn die Mannschaft von Mark Lebedew im vierten Spiel um 18.00 Uhr in der ZF Arena auf den Gastgeber vom Bodensee trifft. Sollte Friedrichshafen erneut siegen, kommt es am Mittwoch, den 08. Mai um 19.30 Uhr zum „Showdown im Volleyballtempel“.

Mit einer ungeheuren Dynamik waren die Berliner bei der Teamvorstellung auf das Spielfeld gestürmt, aber nach Anpfiff war von dieser Entschlossenheit leider nicht mehr viel zu sehen. Denn schnell lag die Mannschaft um Kapitän Scott Touzinsky zurück (0:4, 2:8, 13:16, 14:18, 20:23). Zwar holten die Berliner noch einmal auf (22:23), doch ein Aufschlag-Ass von Valentin Bratoev beendete den Satz mit 22:25.

Die Hausherren wirkten auch im zweiten Durchgang weiterhin gehemmt und fanden nie ihren Rhythmus, mit dem sie in der gesamten Bundesliga-Saison bislang zuhause ungeschlagen waren. Den Häflern gelang es immer wieder, die Angriffe der BR Volleys zu entschärfen. Starke zwölf Blockpunkte standen am Ende des zweiten Satzes für die Gäste zu Buche, nur vier für die Gastgeber. Auch im Aufschlag agierte der VfB mit viel mehr Druck. Das Service der Berliner, vor heimischer Kulisse sonst eine Waffe, brachte den Serienmeister von Bodensee an diesem Abend jedoch nur selten in Bedrängnis. Paul Carroll sorgte mit einem Aufschlag ins Aus für den letzten Punkt zum 21:25.

Auch Satz drei schien lange Zeit keine Wende zu bringen. Friedrichshafen spielte locker weiter, während Berlin verkrampft blieb. Erst ein Blockpunkt von Robert Kromm zum 9:9 gegen Ventzislav Simeonov brachte ein wenig Befreiung. Danach zogen die Hausherren auf 12:9 davon, bauten die Führung auf 15:11, 20:15 und 24:19 auf. Doch das Satzende ließ noch auf sich warten. Erst ein Netzaufschlag von Simeonov brachte das ersehnte 25:23 für den Titelverteidiger.

Die BR Volleys Fans konnten wieder Hoffnung schöpfen, doch die Gastgeber fanden trotz des Satzgewinns einfach nicht zu ihrem Spiel. Auch die Einwechslungen von Sebastian Kühner im Zuspiel für Kawika Shoji und von Aleksandar Spirovski auf der Diagonalen für Paul Carroll brachten keine Ruhe in die Aktionen des Meisters. Schließlich machte beim 20:25 erneut ein Aufschlagfehler die Berliner Hoffnungen auf eine vorzeitige Titelverteidigung zunichte.

Manager Kaweh Niroomand zeigte sich vom Auftritt seines Team überrascht: „So nervös habe ich die Jungs noch nie gesehen in dieser Saison. Nach den ersten vier Bällen hatte ich schon das Gefühl, dass es heute sehr, sehr schwer wird.” Sein Coach Mark Lebedew machte den entscheidenden Unterschied im Block aus: „22 Punkte für Friedrichshafen sind eine riesige Ausbeute.”

VfB-Mittelblocker Max Günthör freute sich, „dass wir heute nach dem verlorenen Satz nicht eingebrochen sind. Das hat uns in den ersten beiden Spielen noch das Genick gebrochen. Jetzt müssen die Berliner darüber nachdenken, was sie im nächsten Spiel anders machen wollen, um uns zu schlagen.”

Quelle: volleyball.de