Spitzenspiel hat einen klaren Sieger

Zwei Sätze lang war die Neuauflage des Play-off-Finals zwischen dem VfB Friedrichshafen und den  BR Volleys ausgeglichen und hart umkämpft. Doch am Ende gewann der Rekordmeister vom Bodensee am Sonntagabend vor rund 2.000 Zuschauern in der ZF-Arena nicht nur verdient, sondern auch klar mit 3:0 (28:26, 29:27, 25:15). Für Friedrichshafen war es der 60. Erfolg im 89. Bundesliga-Duell mit den Berlinern.


2013-11-10

Mark Lebedew und das BR Volleys Team mussten sich am Sonntag dem VfB Friedrichshafen klar geschlagen geben.
Foto: Günter Kram, Friedrichshafen


BR Volleys Trainer Mark Lebedew nahm im Vergleich zum Auswärtssieg in der CEV Champions League bei Energy Investments Lugano keine Änderungen vor und vertraute seiner Stammformation: Scott Touzinsky und Robert Kromm auf Außen-Annahme, Diagonalangreifer Paul Carroll, Zuspieler Kawika Shoji, den beiden Mittelblockern Tomas Kmet und Srecko Lisinac sowie Libero Martin Krystof. Die Hausherren vom Bodensee waren vom ersten Ballwechsel an hellwach und übernahmen nach einer Aufschlagserie des Franzosen Baptiste Geiler sofort mit 4:0 die Kontrolle. Allmählich erholten sich die Berliner vom schnellen Rückstand und konnten beim Stand von 9:8 die erste Führung bejubeln. In der Folgezeit entwickelte sich ein enges und hochklassiges Bundesligamatch mit langen Ballwechseln und spektakulären Aktionen auf beiden Seiten mit dem besseren Ende für den Gastgeber. Der VfB Friedrichshafen zeigte in den entscheidenden Momenten Nervenstärke und vollendete schließlich den fünften Satzball zur 1:0-Führung.

Das hohe Spielniveau blieb auch im zweiten Satz erhalten, in dem die Hauptstädter besser starteten und sich bei 12:9 eine erste kleine Führung erarbeiten konnten. Über die Stationen 16:14, 23:20 und 24:23 erspielte sich das BR Volleys Team um Kapitän Scott Touzinsky den ersten Satzball, den man jedoch nicht zum Satzausgleich verwandeln konnte. In dieser wichtigen Phase hatten die VfB-Spieler erneut die besseren Nerven, wehrten bei 26:27 einen weiteren Satzball der Berliner ab, nutzten ihre Punktchancen konsequent und entschieden auch diesen Durchgang knapp mit 29:27 für sich.

„Am Ende der ersten beiden Sätze haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben“, gab Mark Lebedew nach dem Spiel zu Protokoll. „Wir waren nah dran, aber hatten heute das Glück nicht auf unserer Seite“, so der Australier. Im dritten Satz konnte seine Mannschaft nicht mehr an die guten Leistungen der ersten beiden Durchgänge anknüpfen und geriet schnell in Rückstand. Zwar versuchte Lebedew mit Einwechslungen – zuerst mit Sikiric, Kühner und Spirovski, später mit Schott und Hecht – frischen Wind ins Spiel der Hauptstädter zu bringen, doch all dies konnte das VfB-Team nicht mehr aufhalten, das sich am Ende deutlich mit 25:15 durchsetzte.

„Beide Mannschaften haben zwei Sätze lang auf Augenhöhe agiert, doch beide Male hat Friedrichshafen die entscheidenden Punkte gemacht. Im dritten Satz war bei uns die Luft raus und leider konnten auch die Einwechslungen keine neue Energie bringen. Insgesamt hat der VfB heute natürlich verdient gewonnen“, zeigte sich der BR Volleys Coach als fairer Verlierer. In der Bundesliga haben die Hauptstädter nun neun Punkte aus fünf Spielen auf dem Konto und belegen damit den fünften Tabellenplatz – hinter Düren, Unterhaching, Friedrichshafen und Bühl. Der nächste Gegner heißt am 20. Nov – einmal mehr auswärts – Moerser SC.

Zuvor jedoch sind die BR Volleys am kommenden Mittwoch (13. Nov um 19.30 Uhr) im Pokal-Achtelfinale bei CV Mitteldeutschland gefordert. „Anders als heute handelt es sich dabei um ein K.O.-Spiel, wir müssen also gewinnen“, lässt Coach Lebedew keinen Zweifel daran, was er am Mittwoch in der Jahrhunderthalle in Spergau von seinem Team erwartet.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.