Der nächste Schritt

Erstmals seit vier Jahren ziehen die BR Volleys ins Halbfinale des DVV-Pokals ein. Gegen den Bundesliganeuling VSG Coburg/Grub gelang den Berlinern am Mittwoch vor 2.315 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle ein klarer 3:0-Heimerfolg, mit dem sie sich einen Platz in der Runde der letzten vier Mannschaften sichern konnten.


2013-11-27

Die Coburger wehrten sich nach Kräften, doch die BR Volleys waren am Mittwoch die stärkere Mannschaft.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Die Gastgeber – mit Carroll, Touzinsky, Kromm, Kmet, Lisinac, Kühner und Krystof in der Startformation – starteten gut und setzten den Gegner, der verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten musste, sofort unter Druck. Zur ersten technischen Auszeit stand es 8:2, wodurch sich die Coburger allerdings nicht aus dem Konzept bringen ließen. Sie verstärkten ihre Gegenwehr und zogen beim Stand von 14:14 erstmals mit den Berlinern gleich. „Wir haben stark begonnen und besonders im Block einige gute Aktionen gezeigt. Dann haben wir leider unsere Spannung verloren und weniger Druck auf den Gegner ausgeübt. Zum Glück konnten wir uns mit Hilfe der Fans aber rechtzeitig fangen“, kommentierte BR Volleys Coach Mark Lebedew die kurzzeitige Schwächephase seines Teams. In den entscheidenden Momenten waren seine Schützlinge wieder präsent und entscheiden den ersten Durchgang mit 25:21 für sich.

Im zweiten Satz gewannen die Hauptstädter, bei denen Lebedew nun einige Wechsel vornahm, zunehmend an Souveränität und stellten ihre Stärke mit einem sicher stehenden Abwehrriegel sowie erfolgreichen Angriffsschlägen unter Beweis. Besonders Robert Kromm, der nach dem Spiel zum MVP gewählt wurde, sorgte für wichtige Punkte und holte sich mit seinen Teamkollegen – über die Stationen 16:9, 21:10 und 25:12 – die 2:0-Satzführung.

Und auch im restlichen Spielverlauf drückte sich die Berliner Überlegenheit im Ergebnis aus. Das Team um Kapitän Scott Touzinsky setzte sich erneut früh mit mehreren Zählern ab und ließ den Oberfranken, die sich zunehmend aufgaben, nur noch wenige Chancen zum Punkten. Nach 68 Minuten war es Felix Fischer, der mit einem erfolgreichen Block den Matchball zum 25:17 verwandelte.

Coburgs Trainer Milan Maric zeigte sich nach seiner Premiere im „Volleyballtempel“ nicht allzu resigniert: „Es war eine schöne Stimmung, leider konnten wir durch unser Spiel nicht mehr Spannung in die Partie bringen. Alles in allem war es für uns aber ein leichtes Match. Wir konnten ohne Druck antreten und Berlin war wie erwartet einfach zu stark für uns. Auch als wir im ersten Satz zwischenzeitlich in Führung gingen, wussten wir, dass Berlin jederzeit einen Gang zulegen kann.“

Auf Berliner Seite freute sich Publikumsliebling Felix Fischer nach der sechswöchigen Heimspielabstinenz besonders über das Wiedersehen mit den Fans: „Es ist schön, wieder zuhause zu sein. Der Stress wird zwar bei den vielen Heimspielen in nächster Zeit nicht geringer, aber wenigstens müssen wir nicht mehr so viel reisen. Ich hoffe, dass die Zuschauer uns trotz der vielen Heimspieltermine in kurzer Zeit in dieser schwierigen und wichtigen Phase unterstützen!“

Auf wen die BR Volleys im DVV-Pokal-Halbfinale am 14./15. Dezember treffen und wo das Spiel um den Finaleinzug stattfindet, entscheidet sich erst am Donnerstag nach dem Viertelfinale zwischen dem VC Dresden und TV Ingersoll Bühl. Neben den Berlinern qualifizierten sich heute bereits Titelverteidiger Generali Haching und der VfB Friedrichshafen für die nächste Runde.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.