Souverän trotz Satzverlust

Nach ihrer intensiven „Heimspielwoche“ bleiben die BR Volleys auch auswärts in der Erfolgsspur. Am Samstagabend siegten die Berliner bei CV Mitteldeutschland trotz eines Satzverlustes am Ende souverän mit 3:1 (25:17, 21:25, 25:20, 25:12) und festigten damit in der Bundesliga-Tabelle ihren zweiten Platz.


2014-02-08

Auch in der Jahrhunderthalle Spergau blieben die BR Volleys am Samstagabend in der Erfolgsspur.
Foto: Ulrike Gehrke


Im Vergleich zum Duell mit Spitzenreiter VfB Friedrichshafen am letzten Spieltag stellte BR Volleys Coach
Mark Lebedew gegen CV Mitteldeutschland seine Stammformation gleich auf mehreren Positionen um. Für Kapitän Scott Touzinsky und Robert Kromm starteten Ruben Schott und Roko Sikiric im Außenangriff. Felix Fischer ersetzte Srecko Lisinac und bildete zusammen mit Tomas Kmet den Mittelblock. Paul Carroll als Diagonalangreifer, Kawika Shoji im Zuspiel sowie Libero Martin Krystof komplettierten die Berliner „Starting-Six“ in der Jahrhunderthalle Spergau.

Lautstark unterstützt von rund 50 mitgereisten Fans fand der Deutsche Meister gut in die Partie und setzte die Gastgeber mit druckvollen Aufschlägen und einem variablen Angriffsspiel sofort unter Druck. Der 3-Punkte-Vorsprung, den sich die BR Volleys zur ersten Technischen Auszeit erspielten, wurde konstant ausgebaut und schon nach 21 Minuten verwandelte Youngster Ruben Schott den zweiten Berliner Satzball zum klaren 25:17.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs sahen die 625 Zuschauer das gleiche Bild: Carroll & Co. stellten mit ihrer dominanten Spielweise die Chemie Volleys vor große Probleme und zwangen CVM-Trainer Ulf Quell beim Stand von 10:14 zu seiner ersten Auszeit. Diese zeigte Wirkung, plötzlich agierten die Gastgeber wie ausgewechselt und drehten mit sechs Punkten in Folge (!) den Satzverlauf zu ihren Gunsten. Getragen von einer Welle der Euphorie ließen sich die Mannen aus Sachsen-Anhalt diesen Vorsprung nicht mehr nehmen und nutzten gleich ihre erste Chance zum vielumjubelten 25:21-Satzausgleich.

Jetzt war es an den Berlinern, sich wieder in das Spiel zurück zu kämpfen und an die gute Leistung aus dem Auftaktsatz anzuknüpfen. Mit dem überraschenden Satzerfolg im Rücken hielt das CVM-Team jedoch gut dagegen und bot dem Hauptstadtclub lange Zeit Paroli. Der US-Amerikaner Touzinsky war es, der nach seiner Einwechslung mit einem Ass die Weichen auf Satzgewinn für die BR Volleys stellte, der im Anschluss über die Stationen 16:14, 20:16 und 25:20 souverän abgesichert wurde.

Damit hatte der Deutsche Meister den Widerstand der Chemie Volleys gebrochen. Im Eiltempo marschierten die Gäste aus der Hauptstadt dem Matchgewinn entgegen. 8:3 und 16:9 hieß es zu den technischen Auszeiten im vierten Satz, ehe Felix Fischer das Spiel mit 25:12 und 3:1 für die BR Volleys siegreich beendete. „Wir haben anfangs super gespielt, aber leider Mitte des zweiten Satzes den Faden verloren und die Bälle nicht mehr tot gemacht“, bilanzierte Fischer, der am Ende als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde. „Anschließend haben wir den Satzverlust schnell abgehakt und zurück in unsere Spur gefunden“, so der Berliner Publikumsliebling.

„Durch unsere schwindende Konzentration haben wir zu viele Eigenfehler verursacht und in dieser Phase mehr reagiert als agiert“, versuchte BR Volleys Trainer Lebedew den Satzverlust zu erklären und fügte an, „dass es in jeden Spiel unser wichtigstes Ziel ist, die drei Punkte zu holen, egal mit welchem Satzergebnis. Genauso werden wir auch in das Heimspiel gegen den Moerser SC gehen“, blickte der Australier schon auf die nächste Bundesliga-Aufgabe in sieben Tagen voraus (Samstag, 15. Feb um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle).

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.