Nervenstark zum Matchball

Die BR Volleys konnten auch im zweiten Play-off-Halbfinalspiel beim TV Ingersoll Bühl ihrer Favoritenrolle gerecht werden und das von beiden Seiten leidenschaftlich geführte Duell 3:1 (19:25, 25:14, 25:23, 25:22) gewinnen. Vor 1.500 Zuschauern in der Großsporthalle Bühl bot der Gastgeber einen starken Kampf, musste sich dem Deutschen Meister am Ende aber erneut geschlagen geben. Am Sonntag (13. April) können und wollen die Berliner nun vor heimischer Kulisse den Finaleinzug perfekt machen.


2014-04-09s

Im "Hexenkessel" von Bühl feierten die BR Volleys am Mittwochabend einen wichtigen Sieg.
Foto: Andreas Arndt, Karlsruhe


Nach dem souveränen Hinspiel-Erfolg in der Max-Schmeling-Halle vertraute BR Volleys Trainer Mark Lebedew am Mittwochabend der gleichen siegreichen Formation: Kawika Shoji als Zuspieler, Paul Carroll auf Diagonal, Tomas Kmet und Srecko Lisinac im Mittelblock, Scott Touzinsky und Robert Kromm auf Außen-Annahme sowie Martin Krystof als Libero. Wie schon beim letzten Duell in Bühl kurz vor dem Ende der Hauptrunde starteten die Gastgeber jedoch besser in die Partie. Mit viel Druck und Risiko im Aufschlag zwangen die Bühler den Annahmeriegel der BR Volleys zu Fehlern, sodass Coach Lebedew schon beim Stand von 3:6 zur ersten Auszeit griff. Doch der TVB blieb weiterhin die aktivere Mannschaft, setzte sich über die Stationen 7:13, 12:18, 17:23 ab und holte sich unter dem Jubel der lautstarken Kulisse den ersten Satz mit 19:25.

„Die Bühler haben von Beginn an sehr riskant gespielt und uns mit Hilfe ihrer Fans das Leben richtig schwer gemacht“, analysierte Lebedew den Verlust des ersten Durchgangs. „Im zweiten Satz haben wir uns besser an die Atmosphäre gewöhnt und endlich ins Match gefunden“, so der Australier, dessen Mannschaft nun  das Spielgeschehen kontrollierte und schnell mit 25:14 für den Satzausgleich sorgte.

Doch das TVB-Team um den starken Martti Juhkami zeigte sich davon keineswegs geschockt und machte da weiter, wo es im ersten Durchgang aufgehört hatte. Mark Lebedew reagierte beim Stand von 2:5 mit einem Wechsel auf der Zuspielposition und brachte Sebastian Kühner für Shoji. Der neue Regisseur nahm sofort seinen Rhythmus auf und ermöglichte den Hauptstädtern mit einem Ass zum 11:9 eine erste kleine Führung. Die Gastgeber kämpften weiterhin aufopferungsvoll und sorgten für ein Duell auf Augenhöhe. „Letztlich waren wir aber in den wichtigen Momenten erfahrener und konzentrierter“, bilanzierte der später zum MVP gewählte Robert Kromm die wohl spielentscheidende Phase, in der sich die Berliner auf 24:21 absetzen konnten. Kurz darauf besiegelte ein Bühler Aufschlagfehler den knappen 25:23-Satzgewinn zugunsten der BR Volleys.

Der Play-off-Krimi fand auch im vierten Durchgang seine Fortsetzung. Beide Kontrahenten schenkten sich nichts und punkteten regelmäßig aus der eigenen Annahme. Bis zum Stand von 21:21 verlief der Satz auf Messers Schneide, ehe Sebastian Kühner zum Aufschlag schritt. Sein harter Service brachte nun endlich die gegnerische Annahme zum Wackeln, sodass Srecko Lisinac im Block zum vorentscheidenden 23:21 zupacken konnte. Ein weiteres Ass von Kühner besorgte drei Matchbälle für Berlins Volleyballteam Nr. 1, von denen der zweite zum 25:22 und wichtigen 3:1-Auswärtssieg verwandelt wurde.

Im dritten Halbfinalmatch am Sonntag (13. April um 16.00 Uhr) in der Berliner Max-Schmeling-Halle haben Kapitän Scott Touzinsky und sein Team nun die Chance, vorzeitig den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft perfekt zu machen. „Es ist unser Ziel, so früh wie möglich die Endspiele zu erreichen und dafür werden wir alles geben“, blickt Coach Lebedew voraus und hofft dabei nicht zuletzt auf die wichtige Unterstützung der eigenen Fans im „Volleyballtempel“.

Tickets für das 3. Play-off-Halbfinalspiel in Berlin gibt es im BR Volleys Ticketshop.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.