Auftaktsieg nach Schockmoment

Den Berlin Recycling Volleys ist am Samstag der Start in das Playoff-Halbfinale gegen die United Volleys Rhein-Main geglückt. Überschattet wurde der deutliche 3:0-Sieg (25:21, 25:12, 25:17) jedoch von der schweren Verletzung von Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald, dem die Hauptstädter an dieser Stelle alles Gute wünschen. Topscorer im Auftaktmatch "best of three"-Serie vor mehr als 4.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle waren MVP Paul Carroll (16 Punkte) sowie sein australischer Landsmann Lincoln Williams (11).

2018-04-14

Foto: Eckhard Herfet


Mit Aleksandar Okolic, Graham Vigrass, Robert Kromm, Adam White, Paul Carroll, Pierre Pujol und Luke Perry in der Startformation legten die Hausherren einen klassischen Fehlstart hin. Nach starken Aufschlägen von United-Kapitän Sebastian Schwarz lag man schnell zurück (3:8). Ebenso schnell fingen die Berliner die Gäste aber auch wieder ein (9:9), bevor es im bis dahin wie immer lautstark brodelnden Volleyballtempel ganz still wurde. Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald verletzte sich schwer am Sprunggelenk und wurde unter dem tröstenden Applaus des Publikums direkt von der Arena ins nahegelegene Virchow-Klinikum gebracht. Jannis Hopt übernahm und musste mit ansehen, wie seine Angreifer zweimal krachend von Vigrass geblockt wurden (15:13). Trotz äußerst schwacher Annahme im ersten Satz (nur 20 % positiv) entschied eine Aufschlagserie von Pujol den ersten Durchgang endgültig zugunsten des Heimteams (22:18). Carroll drückte den Ball gegen Schwarz zur 1:0-Satzführung auf die Spieldfeldseite der Uniteds (25:21).

Der BR Volleys Block zeigte sich nun in Galaform: Nach einem Ass von Vigrass blockte Okolic zum deutlichen Vorsprung im zweiten Durchgang (7:2). Der Druck auf die United-Annahme war konstant hoch – bester Beleg: mehrere Asse von White (10:4). Bei den jungen Frankfurtern wurde Steuerwalds ordnende Hand schmerzlich vermisst. Die Berliner zogen auf und davon (18:9), bevor Coach Moculescu Sebastian Kühner und Kyle Russell für die Schlussphase dieses Satzes ins Spiel brachte. Letztgenannter fügte sich mit einem Ass genau ins Eck hervorragend ein (22:11). Nach einem Aufschlag von White schien auch Satz zwei beendet, doch noch einmal brachten die Uniteds den Ball zurück, bevor der Australier fulminant aus dem Rückraum vollstreckte (25:12).

In Aufschlag und Block blieben die BR Volleys klar tonangebend. Ähnlich wie schon gegen Lüneburg begingen Kromm & Co trotz hohem Risiko wenig Fehler. Das mündete im dritten Durchgang in einer frühen Führung (9:6) und spätestens als sich Carroll nach schöner Abwehr auch noch spektakulär gegen den Dreierblock der Uniteds durchsetzte, waren die Hausherren auf der Siegerstraße (12:6). Zwar konnte Lincoln Williams nochmal einen Ball krachend zu Boden bringen, doch das hatte Seltenheitswert. Die Hauptstädter waren regelmäßig in der Abwehr zur Stelle und punkteten konstant (18:12). Wie so oft während der letzten Wochen trat White zum Aufschlag an, als es dem Matchgewinn entgegen ging. Mit zwei Assen beendete der Außenangreifer ein nach der Verletzung von Patrick Steuerwald leider weitgehend einseitiges Spiel (25:17).

UVR-Trainer Michael Warm erklärte die Niederlage mit dem Schockmoment zur Mitte des ersten Durchgangs: „Wir waren gut vorbereitet und sind auch gut gestartet. Nach der Verletzung von Patrick sind wir aber nicht mehr zurechtgekommen. Die Spieler haben realisiert, was passiert ist und dann sind wir auseinandergefallen. Patrick und Sebastian sind die erfahrenen Stützen des Teams und tragen die Mannschaft. Wenn dann so etwas passiert, mache ich den jungen Spielern keinen Vorwurf.“

Auch BR Volleys Mittelblocker Aleksandar Okolic litt mit Steuerwald: „Die Verletzung war natürlich ein Schock für alle, danach musste man sich erst einmal wieder sammeln. Wir wünschen ihm vom gesamten Team gute Besserung! Der Schlüssel zum wicthtigen Auftaktsieg war in meinen Augen unser guter Aufschlag. Dadurch konnten wir im Block dominant agieren. Nach den anfänglichen Problemen gegen die Aufschläge von Schwarz haben wir die Annahme etwas umgestellt. Das hat sich ausgezahlt.“ Am Mittwoch (18. Apr. um 19.00 Uhr) wollen die Berliner in Frankfurt direkt nachlegen, wie der Serbe betont: „United ist ein gutes Heimteam, also ist diese Serie noch lange nicht entscheiden. Wir müssen dort genauso konzentriert auftreten.“

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