Die finale Entscheidung

Neun Spiele, 39 Sätze und 1.729 Ballwechsel lang haben sich die beiden großen Rivalen des deutschen Volleyballs in dieser Saison schon duelliert. Am Mittwochabend (09. Mai um 20.00 Uhr) fällt im Match zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen die endgültige Entscheidung, wer der neue und dann sicher auch verdiente Deutsche Meister 2018 wird. Die spektakuläre Finalserie um den wichtigsten nationalen Titel bekommt in jedem Fall ihr würdiges Ende in der ZF Arena am Bodensee.

2018-05-08

Foto: Eckhard Herfet


Mit einer bärenstarken Hauptrunde hat sich der VfB Friedrichshafen den wichtigen Vorteil erarbeitet, im nun letzten Saisonspiel auf sein Heimrecht setzen zu können. Ein Trumpf, den die Häfler aber auch schon in der letzten Saison in der Hand hielten, im entscheidenden Moment jedoch nicht ausspielen konnten. Zum einen könnte man also eine Parallele zur Meisterschaftsentscheidung 2017 ziehen, zum anderen aus VfB-Sicht aber auch an das Jahr 2015 glauben, als Friedrichshafen die Finalserie nach 1:2-Rückstand in Berlin ausglich und letztendlich vor heimischer Kulisse triumphierte. So oder so wird es einen historischen Sieg geben. Entweder die BR Volleys feiern unverhofft einen Meistertitel, der im Saisonverlauf aufgrund der Häfler Dominanz schon in weite Ferne gerückt war, oder Friedrichshafen dreht ein 0:2 noch in einen 3:2-Finalserienerfolg.

Berlins Diagonalangreifer Paul Carroll hat schon einige dramatische Finalduelle gegen den VfB miterlebt. Trotz der beiden vergebenen Matchball-Spiele sieht der Australier noch eine Möglichkeit für seine Mannschaft: „Es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben, den Titel vor unserem Publikum zu gewinnen, denn die mehr als 7.500 Zuschauer hätten es allemal verdient.“ In der ZF Arena werden am Mittwochabend zwar nicht ganz so viele Zuschauer Platz finden, doch die Brisanz des Matches wird sicher für volle Tribünen und somit einen würdigen Rahmen sorgen, in dem das BR Volleys Team insgesamt schon dreimal Erfolg hatte: „Wir haben das Kunststück schon mehrfach in Friedrichshafen vollbracht und müssen es jetzt noch einmal packen.“

Gewiss kein leichtes Unterfangen, denn der Pokalsieger hat sich – vor allem in Person seiner Außenangreifer Sossenheimer und Protopsaltis – im Verlauf dieser Finalserie nach mäßigem Start steigern können und rang leidenschaftlich kämpfende Berliner zuletzt zweimal nieder. Was muss geschehen, dass sich dies nun wieder ändert? Paul Carroll weiß: „Wir müssen es schaffen, in Aufschlag und Annahme stabiler zu agieren. Wenn wir selbstbewusst und gut annehmen, können wir uns auf Pierre im Zuspiel und Adams starke Angriffe aus dem Rückraum verlassen. Steht diese Achse, können die VfB-Spieler weniger spekulieren und wir freier spielen.“

Über allem steht jedoch der mentale Aspekt und laut kreativer VfB-Schlagzeile spricht das Momentum aktuell schwäbisch. Paul Carroll beherrscht die deutsche Sprache nach sieben Jahren an der Spree zwar hervorragend, doch der süddeutsche Dialekt ist ihm, trotz einer Saison in Unterhaching, in all der Zeit eher fremd geblieben: „Ick bin ein Berliner und will es noch einmal mit meinem Herzensverein schaffen, den Titel zu gewinnen.“

Das alles entscheidende Finale um die Deutsche Meisterschaft 2018 läuft live auf www.sportdeutschland.tv

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