Bitterer Rückschlag in der Champions League

Es war ein langer und aufregender Volleyballabend vor 4.583 Zuschauern, aus Berliner Sicht aber leider mit dem falschen Ende: Die BR Volleys unterlagen nach einem furiosem Start gegen Fakel Novy Urengoy aus Russland im Tie-break knapp 2:3 (25:21, 25:15, 20:25, 22:25, 10:15). Nach der dritten Niederlage im vierten Spiel hat der Deutsche Meister damit nur noch theoretische Chancen auf ein Weiterkommen in der Königsklasse.

2020-01-28

Foto: Eckhard Herfet


Nachdem die Beiden vergangene Woche ihr Comeback gegeben hatten, rückten Benjamin Patch und Samuel Tuia erstmals wieder in die Startformation der BR Volleys. Ansonsten vertraute Coach Cedric Enard auf seine Stammkräfte. In diesem so wichtigen letzten Heimspiel in der Champions League-Gruppenphase gingen die Männer in Orange von Beginn an hochkonzentriert und mit ganz viel Energie zu Werke, punkteten stabil aus der eigenen Annahme heraus und waren nach gutem Aufschlag wach in Block und Abwehr (12:8). Weil sich die Gastgeber auch im weiteren Satzverlauf nicht aus der Ruhe bringen ließen, blieb der erste Durchgang in der deutschen Hauptstadt (25:21).

Irgendwann hielt es nicht mehr viele Fans auf den Sitzen des Volleyballtempels: Die BR Volleys spielten sich nach Aufschlagserien von Reichert (6:1) und Tuia (11:5) im Folgesetz in einen regelrechten Rausch, auch aus schwierigen Situationen blieben die Hausherren hochprozentig im Angriff (67% Gesamt-Quote). Der Satzball zur 2:0-Führung gegen die favorisierten Russen war quasi nur noch eine Formsache (25:15).

Die Gäste gaben sich trotz des Rückstands aber keineswegs auf: Weil Fakel seine Eigenfehler reduzierte sowie die athletische Überlegenheit in Block und Aufschlag besser ausspielen konnte, gelang dem Team von Trainer Camillo Placi der Anschluss zum 2:1 (20:25). In einer jetzt hochemotionalen Partie waren es auch im vierten Satz die Gäste aus Novy Urengoy, die kühlen Kopf bewahrten und bewiesen, warum der Verein mittlerweile zu Russlands Topclubs zählt. Kapitän und Zuspieler Igor Kolodinskiy gelang es dabei nicht nur, die Arena gegen sich aufzubringen, sondern auch die Bälle effektiv an seine Mitspieler zu verteilen (22:25).

Im Tiebreak demonstrierte Fakel schließlich seine ganze Abgeklärtheit, 77 Prozent Angriffsquote im letzten Durchgang sprechen für sich. Angeführt von MVP Denis Bogdan (16 Punkte) holte sich der Favorit nach zwei Stunden und 15 Minuten den 3:2-Sieg und das BR Volleys Team konnte nach einem furiosen Beginn letztlich nur einen Tabellenpunkt für sich verbuchen. Dieser war allerdings zu wenig, um den Anschluss an die Spitze in der Gruppe B herzustellen.

Stimmen zum Spiel
Moritz Reichert: „In den ersten beiden Sätzen haben wir in Aufschlag, Abwehr und Angriff das gezeigt, was wir können. Die Russen haben es uns aber auch mit vielen Fehlern unerwartet leicht gemacht. Wir müssen daran arbeiten, dieses Niveau gegen einen solchen Gegner konstant über drei Sätze zu halten. Stattdessen haben wir nachgelassen und Fakel ist stärker geworden. Ein Weiterkommen wird nun enorm schwierig, aber wir werden weitermachen!“
Kaweh Niroomand: „Wir haben zu Beginn stark gespielt, aber Fakel hat auch viel Zeit gebraucht, um in das Match hereinzukommen. Danach haben wir unsere Chancen in Aufschlag und Abwehr leider liegengelassen. Im vierten Satz haben wir uns zudem durch Provokationen unseren Rhythmus nehmen lassen und es nicht mehr geschafft, zurück zu finden. Die Ausgangslage ist nun natürlich schlecht.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Benjamin Patch (D), Sergey Grankin (Z) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Kyle Ensing, Cody Kessel

Topwerte
Benjamin Patch 19 Punkte | Jeffrey Jendryk 16 Punkte (4 Blocks) | Samuel Tuia 13 Punkte (2 Blocks)

Match-Statistik
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Die nächsten Heimspiele
05. Februar | 19.30 Uhr | vs. WWK Volleys Herrsching
15. März | 16.30 Uhr | vs. VfB Friedrichshafen
www.br-volleys.de/ticketshop

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