Klarer Derbysieg für BR Volleys

Die Überraschung blieb aus: Der Deutsche Meister BERLIN RECYCLING Volleys gewann am Samstagabend in der Max-Schmeling-Halle das „Nachbarschaftsduell“ gegen die Netzhoppers KW-Bestensee klar mit 3:0 (25:20, 25:15, 25:20). Dank des achten Siegs im achten Bundesligaspiel behaupten die Hauptstädter ihre Spitzenposition in der nationalen Eliteliga und freuen sich nun auf eine ganz besondere Herausforderung in der europäischen Königsklasse.

2012-12-01

Die BERLIN RECYCLING Volleys jubeln über den achten Sieg im achten Bundesligaspiel.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Schon allein statistische Gründe sprachen vor dem Derby für einen Sieg der Hauptstädter: Es traf der Tabellenerste auf den derzeit Neunten. Und in den vorherigen 14 Berlin-Brandenburg-Duellen hatten die Gäste den Favoriten nur einmal besiegen können. Allerdings liegt die Wahrheit bekanntlich nicht in statistischen Erhebungen, sondern "auf dem Platz". Zumal Derbys oft "ihre eigenen Gesetze" haben.

Eingedenk dieser Binsenweisheiten verzichtete BR Volleys Coach Mark Lebedew anfänglich auf die in den letzten Wochen praktizierte Rotation seines durch die Champions League zusätzlich strapazierten Kaders. Er brachte zunächst die wohl aktuell stärkste Besetzung. Selbst Mittelblocker Tomas Kmet, einer mit den längsten Einsatzzeiten im aktuellen Stressprogramm, durfte an seinem 31. Geburtstag nicht pausieren. Vor dem Spiel hatte es für den slowakischen Nationalspieler aus 3.425 Kehlen auf den Rängen der Max-Schmeling-Halle einen „Happy Birthday“ Chor gegeben.

Die Netzhoppers boten zu Beginn – im Vergleich zur Startformation der Vorsaison – zwei Neue auf: Für die abgewanderten Sebastian Fuchs und Sebastian Krause standen Routinier Jakub Rybnicek (Diagonal) bzw. Allzweckwaffe Arvid Kinder (Außenannahme) auf dem Parkett.

Nach einem mit 25:20 leicht gewonnenen Auftaktsatz in freundschaftlicher „Trainingsspiel-Atmosphäre“ wechselte Lebedew ab Mitte des zweiten Durchgangs auf zwei Positionen: Auf der Diagonalen kam Aleksandar Spirovski für den Australier Paul Carroll. Und für Kapitän Scott Touzinsky durfte der junge Björn Höhne in der Außenannahme ran. Am sportlichen Verlauf änderte dies wenig. Auch dieser Satz war mit 25:15 eine klare Angelegenheit für die Gastgeber.

Waren es die allzu leicht verbuchten Satzerfolge und die daraus resultierenden Nachlässigkeiten der Berliner, oder halfen die Umstellungen bei den Netzhoppers (beispielsweise Philipp Jankowski für Manuel Rieke im Zuspiel) den Gästen auf Beine? Im dritten Abschnitt gerieten die Gastgeber nämlich mehrmals in Rückstand und fanden erst in der Schlussphase zu ihrer Souveränität zurück, um auch diesen Durchgang letztendlich deutlich mit 25:20 für sich entscheiden.

Gäste-Kapitän Manuel Rieke erklärte den Favoritensieg mit der "athletischen und individuellen Stärke der Volleys. Wir versuchen in solchen Spielen mit mannschaftlicher Geschlossenheit dagegen zu halten. Aber das gelang uns heute nicht." Zu den Solidarmaßnahmen des Hauptstadtclubs meinte er: "Bei unseren derzeitigen Problemen ist das eine Supergeste, für die wir sehr dankbar sind. Natürlich hoffen wir, dass dank Hilfestellung von unterschiedlichen Seiten alles wieder in geordnete Bahnen kommt. Sportlich werden wir alles tun, um den Verbleib in der Bundesliga zu sichern."

Berlins Nationalspieler Robert Kromm warf schon einen Blick auf den kommenden Dienstag, an dem die BR Volleys in der Champions League mit dem russischen Pokalsieger Lokomotiv Nowosibirsk (19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle) auf eine der stärksten Mannschaften des Kontinents treffen: "Wir werden alles unternehmen, voll Gas geben, um durch mindestens zwei Satzgewinne einen Punkt für die Tabelle und für das Weiterkommen in die nächste Runde zu erkämpfen. Auch wenn wir heute gegen die Netzhoppers glatt gewonnen haben, war es für dieses Vorhaben ein guter Test. Denn als Favorit standen wir unter einem anderen Druck als in jedem Trainingsspiel."

epo

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