BR Volleys starten mit Heimsieg

Das erste Play-off-Finalspiel erfüllte die hohen Erwartungen: Vor der Saison-Rekordkulisse von 7.683 Zuschauern besiegte der Titelverteidiger BR Volleys am Sonntagnachmittag in der Max-Schmeling-Halle den Rekordmeister VfB Friedrichshafen in einer leidenschaftlich geführten Auseinandersetzung mit 3:1 (27:25, 23:25, 26:24, 25:15). Im Modus "best of five" führt nun der 4-malige Titelträger gegen den 12-fachen Champion vom Bodensee 1:0. Die zweite Partie wird am 28. April in Friedrichshafen ausgetragen.

2013-04-16

Der Finalauftakt bot alles, was das Volleyballherz begehrt: lange und hochklassige Ballwechsel,
spannende Satzverläufe und eine stimmunsvolle Kulisse im "Volleyballtempel" Max-Schmeling-Halle.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Doch der Gastgeber tat sich zu Beginn des ersten Satzes schwer, lief unentwegt einem Rückstand gegen die cool und clever agierenden Häfler hinterher. Zudem waren beim VfB vor allem Diagonalangreifer Simeonov und Linkshänder Rivera auf der Außenposition kaum zu stoppen. Erst beim 19:19 gelang den Hauptstädtern der erste Ausgleich. Wenig später war es der Australier Paul Carroll, der den dritten Satzball der Berliner zum umjubelten 27:25 verwandelte.

Angetrieben von der phantastischen Stimmung im „Volleyballtempel“ führten die Berliner im zweiten Satz schnell mit 6:3 und 8:6. Doch dann zeigte sich die besondere Aufschlag-Klasse des VfB. Asse der beiden Leistungsträger Bratoev und Simeonov sowie die schwer zu parierenden Angriffe von Mittelblocker Günthör brachten Annahme und Abwehr der Gastgeber in Nöte. Die Häfler gingen mit 18:16 in Führung, doch Berlin glich erneut zum 19:19 aus. Ein „Happy-End“ sollte es diesmal allerdings nicht mehr geben. Nach einem flachen Pass scheiterte BR Volleys Kapitän Scott Touzinsky am VfB-Block und bescherte Friedrichshafen somit den Gewinn des zweiten Durchgangs.

Ein Wechselbad der Gefühle für die Zuschauer, für beide Trainer und die Akteure auf dem Spielfeld war der dritte Abschnitt. Berlin begann selbstbewusst (5:2), konnte dem Druck des Serienmeisters in der Folge aber nicht standhalten. Der VfB übernahm die Führung und baute diese kontinuierlich aus (7:11, 12:16, 13:18). Jetzt reagierte BR Volleys Coach Mark Lebedew und brachte im Mittelblick Felix Fischer für Ricardo Galandi sowie auf der Zuspielposition Sebastian Kühner für Kawika Shoji. "Kawika hat nicht schlecht gespielt. Aber im Aufbauspiel gab es einige Probleme. Basti brachte ein anderes Tempo und andere Optionen", erklärte der Australier nach dem Spiel seine Überlegungen. "Der Wechsel war sicher mitentscheidend für den Spielausgang", lobte Manager Kaweh Niroomand die Entscheidung seines Trainers. Der waschechte Berliner Kühner blieb hinterher jedoch bescheiden: "Ich habe nur versucht, der Mannschaft einen Schub zu geben und Emotionen ins Spiel zu bringen. Glücklicherweise ist der Funke dann zum Publikum übergesprungen. Meinen Anteil mögen andere beurteilen, ich wollte einfach das Beste für die Mannschaft geben."

Getragen von der Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle, kämpften sich die Schützlinge von Mark Lebedew wieder heran (18:18), ehe Paul Carroll mit einem Ass die 19:18-Führung markierte. Auch die Einwechslung von Juraj Zatko für Nikola Jovovic auf der VfB-Zuspielposition konnte die Berliner in ihrer Aufholjagd nicht stoppen. Schließlich war es Robert Kromm, der mit einem Block das 26:24 und damit die 2:1-Satzführung markierte.

Dieser erneute mentale Genickschlag hinterließ bei den Gästen tiefe Spuren. Während die BR Volleys im vierten Satz furios aufspielten, war die Gegenwehr der Friedrichshafener offensichtlich gebrochen. Mit 25:15 sicherten sich die Berliner den Schlussabschnitt und führen nun in der Serie „best of five“ mit 1:0.

BR Volleys Manager Kaweh Niroomand bilanzierte nach dem Match: "Dass wir den dritten Durchgang noch nach Hause gebracht haben, war heute sicherlich der Schlüssel. Und das goldene Händchen des Trainers beim Wechsel auf der Zuspielposition." Coach Mark Lebedew meinte: "Wir haben gezeigt, dass wir die spielerische Qualität haben und den Kampfgeist, niemals aufzugeben."

VfB-Kapitän Joao José sagte: "Ich weiß nicht, was im dritten Satz passiert ist ... jetzt gilt alle Konzentration dem zweiten Match in Friedrichshafen." Sein Mannschaftskollege Max Günthör blickt ebenfalls schon auf das Rückspiel: "Ich habe ja vorher gesagt, das wird eine lange und enge Serie in den Play-offs. Drei Sätze war es ein Kampf auf Augenhöhe. Ich freue mich auf die zweite Partie zuhause und hoffe, dass wir dort die Unterstützung bekommen wie heute Berlin." Friedrichshafens Trainer Stelian Moculescu trauerte indes den vergebenen Chancen nach: "Es ist ärgerlich, dass wir im ersten und dritten Durchgang unsere Satzbälle nicht nutzen konnten."

epo

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