Gute Arbeit ohne Lohn

Vier Sätze lang agierten die BR Volleys mit einer der stärksten Mannschaften der Welt auf Augenhöhe und gingen am Ende trotzdem mit leeren Händen vom Parkett. Zum Auftakt der 2014 CEV Champions League unterlag der Deutsche Meister in einem hochklassigen Duell dem italienischen Champion Diatec Trentino mit 1:3 (20:25, 25:21, 27:29, 21:25).


2013-10-24b

Gut gespielt und doch verloren: Zum Champions-League-Auftakt unterlagen die BR Volleys in Italien.
Foto: CEV


Von Beginn an machten die Gäste aus Deutschland klar, dass sie nicht als Punktelieferant nach Südtirol gereist waren. Mit einer stabilen Annahme, variablen Angriffen und druckvollen Aufschlägen erspielten sich Robert Kromm & Co. zur Verwunderung der 1.463 Zuschauer im „Palatrento“ eine komfortable 16:12-Führung. Doch dann stellten die Gastgeber unter Beweis, warum sie als eine der besten Mannschaften des Kontinents gelten. Mit fünf Punkten in Folge wendete der dreimalige Champions-League-Sieger das Blatt zu seinen Gunsten und zog anschließend bis zum 25:20 Satzgewinn unaufhaltsam davon.

Davon unbeirrt boten die Berliner dem Favoriten auch im zweiten Durchgang selbstbewusst die Stirn. Erneut arbeitete man sich bis zur zweiten technischen Auszeit eine Führung heraus (16:13) und brachte den Vorsprung diesmal mit 25:21 ins Ziel. „In den ersten beiden Sätzen waren die Kräfteverhältnisse gleichmäßig verteilt und die Partie nach dem Ausgleich völlig offen“, bilanzierte BR Volleys Manager Kaweh Niroomand.

Diese Einschätzung bestätigte sich im dritten und spielentscheidenden Durchgang. Bis zum Stand von 20:20 lieferten sich beide Mannschaften einen hart umkämpften Schlagabtausch, dann brachte eine Aufschlagserie von Paul Carroll die Berliner mit 23:20 in Front. Beim Stand von 24:23 war es wieder Carroll, der für die BR Volleys punktete. Doch der Jubel über den Satzgewinn wurde vom Pfiff des rumänischen Schiedsrichters unterbrochen, der einen technischen Fehler beim Zuspiel gesehen haben wollte. Den ungläubigen Blicken folgte lautstarker Protest, doch der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung, was den 24:24-Ausgleich bedeutete. Durch Aufschlagfehler vergaben die Berliner zwei weitere Satzbälle, was die Italiener eiskalt bestraften, in dem sie den schon verloren geglaubten Satz noch mit 29:27 für sich entschieden.

Während das BR Volleys Team offensichtlich noch der verpassten Gelegenheit nachtrauerte, präsentierten die Gastgeber im Schlussabschnitt ihre ganze Klasse. Schnell ging das Team um den bulgarischen Superstar Tsvetan Sokolov (mit 24 Zählern bester Punktesammler des Spiels) in Führung und gab diese bis zum 25:21-Satzendstand nicht mehr ab.

BR Volleys Coach Mark Lebedew zeigte sich nach dem nervenaufreibenden Match stolz und enttäuscht zugleich: „Natürlich ist meine Enttäuschung groß, denn heute war nicht nur ein Punktgewinn, sondern sogar ein Sieg möglich. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir einer der besten Mannschaften der Welt fast über die gesamte Spieldauer ebenbürtig waren.“

Für Lebedew und seine Schützlinge gilt es nun, die unglückliche Niederlage möglichst schnell und gut zu verarbeiten, denn schon am Sonntag (27. Oktober um 18.00 Uhr) stehen die BR Volleys in der Bundesliga bei Evivo Düren vor der nächsten wichtigen Herausforderung.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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