Über den Kampf zum Sieg

Die BR Volleys taten sich im Heimspiel gegen den VC Dresden schwerer als erwartet: 3.468 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sahen am Samstagabend ein hart umkämpftes Duell, das die Berliner erst nach 101 Minuten mit 3:1 (25:17, 22:25 25:23, 25:23) für sich entscheiden konnten. Mit diesem Sieg rückt der Deutsche Meister in der Bundesliga-Tabelle hinter Haching, Friedrichshafen und Bühl auf Platz vier vor.


2013-12-07

Der BR Volleys Block musste sich gegen die Dresdner Angriffe gewaltig strecken.

Foto: Eckhard Herfet, Berlin


BR Volleys Coach Mark Lebedew vertraute gegen Dresden nicht seiner Stammsechs, sondern ließ neben Kawika Shoji, Scott Touzinsky, Srecko Lisinac und Martin Krystof diesmal Aleksandar Spirovski auf der Diagonalposition, Felix Fischer im Mittelblock und Roko Sikiric im Außenangriff starten. Scheinbar die richtige Entscheidung, denn die Hauptstädter fanden gut ins Spiel und setzten sich schnell ab. Trotz ihrer Rolle als „Underdogs“ zeigten sich aber auch die Dresdner selbstbewusst und nutzten die zwischenzeitlich etwas wacklige Annahme der Gastgeber, um zu punkten. In Gefahr brachte dies den Satzgewinn der Berliner aber nicht, mit einer erfolgreichen Blockaktion machten die beiden Serben Spirovski und Lisinac schließlich den Punkt zum 25:17. 

Nach dem deutlichen Ergebnis im Auftaktsatz verlief der Folgedurchgang nun sehr viel ausgeglichener, den Berlinern war die Dauerbelastung der letzten Wochen in Form von Konzentrationsschwächen zunehmend anzumerken. Wieder waren es vor allem Fehler in der eigenen Annahme, die den Hausherren Probleme bereiteten. Trotz zahlreicher Wechsel gelang es den Hauptstädtern nicht, ihr Spiel zu stabilisieren. Als sich beim Stand von 22:22 noch immer keines der beiden Teams abgesetzt hatte, witterte der VC Dresden seine Chance, bewies mit drei Punkten in Folge Nervenstärke und glich zum 1:1 aus.

Mit diesem zusätzlichen Motivationsschub gab es für die Sachsen nun kein Halten mehr. Angeführt von Außenangreifer Raphael Möllers setzten sie den Meister mehr und mehr unter Druck und übernahmen auch zu Beginn der Folgesätze die Führung, während die Gastgeber weiterhin mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatten und sich überraschend schwer taten, dem Außenseiter Paroli zu bieten. Mit der Unterstützung des Publikums gelang es ihnen zwar, die zwischenzeitlichen Rückstände immer wieder auszugleichen, der Spielverlauf blieb jedoch zu jeder Zeit eng. Sowohl am Ende von Satz drei als auch vier waren es die BR Volleys, die in den entscheidenden Situationen etwas konsequenter und glücklicher agierten, jeweils knapp mit 25:23 die Nase vorn hatten und sich somit einen 3:1-Heimerfolg sicherten.

„Das war nicht unser bestes Spiel“, gab Trainer Mark Lebedew nach der Partie zu, „was aber sicherlich auch der Dreifachbelastung in Liga, Pokal und Champions League geschuldet ist. Wichtig sind am Ende die drei gewonnenen Tabellenpunkte. Gegen Izmir wird eine solche Leistung nicht reichen, aber wir schauen von Spiel zu Spiel. Dienstag ist ein neuer Tag.“

Auch Publikumsliebling Felix Fischer beurteilte die Leistung seines Teams kritisch: „Gerade zu Beginn wurde sehr viel gewechselt, aber das müssen wir natürlich verkraften. Normalerweise können wir unser Niveau permanent hoch halten, das ist uns heute leider nicht gelungen.“ Wie für Lebedew zählt aber auch für ihn das Ergebnis: „Am Ende fragt zum Glück niemand mehr, wie man gewonnen hat. Die Hauptsache ist der Sieg.“

Zufriedener zeigte sich VC Dresdens Co-Trainer Stefan Thormeyer, der Trainerin Sylvia Roll vertrat: „Wir haben am Limit gespielt, mehr wäre nicht möglich gewesen. Uns war klar, dass Berlin im Normalfall immer gewinnt, dafür ist der Kader zu gut. Nach der klaren Niederlage gegen Bottrop war die Leistungssteigerung aber unheimlich wichtig für unsere Mannschaft.“

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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