Zum Auftaktsieg rotiert

Die BR Volleys führen ihre jüngste Erfolgsserie auch im neuen Jahr fort: Am Mittwochabend setzte sich der Deutsche Meister vor 3.725 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle überraschend deutlich mit 3:0 (25:23, 25:15, 25:19) gegen den Tabellendritten TV Ingersoll Bühl durch. Damit sicherten sich die Hauptstädter wichtige Punkte, um den Anschluss an die Bundesligaspitze zu halten.


2014-01-08

Jahresauftakt nach Maß: Die BR Volleys besiegen den TV Ingersoll Bühl in nur 72 Spielminuten mit 3:0.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Mit Paul Carroll auf der Diagonalposition, Scott Touzinsky und Robert Kromm im Außenangriff, Tomas Kmet und Srecko Lisinac in der Mitte, Zuspieler Kawika Shoji und Libero Martin Krystof vertraute Coach Mark Lebedew im ersten Spiel des neuen Jahres zunächst seiner Stammformation. Die Zuschauer im „Volleyballtempel“ sahen eine ausgeglichene Anfangsphase (5:5, 10:10). Gleichzeitig taten sich beide Teams schwer und schenkten sich durch Eigenfehler immer wieder gegenseitig Punkte. Zwei Asse von Kawika Shoji ließen die Berliner beim Stand von 13:12 erstmals in Führung gehen, das Bühler Team hielt jedoch mit starken Angriffen – vor allem von Prolingheuer – den Anschluss (17:17). Erst zum Ende des ersten Durchgangs gelang es den Hauptstädtern, sich minimal abzusetzen und beim Stand von 24:22 den ersten Satzball zu erspielen. Nachdem die Gäste diesen noch abwehren konnten, machte Robert Kromm im zweiten Versuch den Satzgewinn dingfest.

Der zweite Durchgang lieferte zunächst ein ähnliches Bild. Beide Mannschaften agierten gleichauf (5:5), doch dann übernahmen die Hausherren das Ruder, nicht zuletzt dank einer Aufschlagserie von Kapitän Touzinsky. Mit neun Punkten in Serie zogen die Berliner, jetzt deutlich konzentrierter als der Gegner, bis auf 15:6 davon. Angetrieben von ihren begeisterten Fans gaben die Hauptstädter – bei denen Lebedew nun munter wechselte und all seinen 13 Schützlingen (!) längere Einsatzzeiten gab – diesen klaren Vorsprung nicht mehr aus der Hand und sicherten sich den Satz ungefährdet mit 25:15.

Kampflos wollten sich die Bühler allerdings nicht geschlagen geben. Im dritten Durchgang versuchten die Gäste noch einmal, ihre zuvor vergebenen Chancen besser zu nutzen. Viele Eigenfehler, insbesondere im Aufschlag, verhinderten aber eine Wende im Spielverlauf. Spätestens bei 16:11 waren die BR Volleys endgültig auf der Siegerstraße und der 3:0-Sieg nur noch eine Frage der Zeit. Nach einem letzten Aufbegehren der Bühler verwandelte schließlich Youngster Ruben Schott nach 72 Spielminuten den fünften Matchball zum 25:19.

Bühls Trainer Ruben Wolochin resümierte nach dem Spiel: „Wir sind nach der Weihnachtspause erst seit wenigen Tagen wieder zusammen, das ist wohl einer der Gründe dafür, dass wir heute so schwer ins Spiel gekommen sind. Der erste Satz war noch der beste, dann hatten wir aber vor allem im Aufschlag ein großes Problem. Dieses Spitzenspiel kam einfach etwas zu früh für uns. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Leistung wieder steigern werden.“

Der Ex-Berliner Björn Höhne, mittlerweile Stammspieler beim Gästeteam, zeigte sich über den Sieg der Hauptstädter nicht überrascht: „Ich weiß aus meiner eigenen Zeit hier, dass Berlin zuhause unschlagbar ist“. Trotz der Niederlage freute sich der 22-Jährige über das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Verein und dessen Fans: „Das war ein schönes Erlebnis.“

BR Volleys Coach Mark Lebedew hatte einen derart deutlichen Sieg nicht erwartet, „besonders nach Bühls starker Leistung gegen Cuneo. Andererseits wussten wir nicht, wie sich die Weihnachtspause beim Gegner auswirken würde.“, sagte der Australier nach der Partie und fasste zusammen: „Wir haben den ersten Satz gebraucht, um ins Spiel zu finden. In dieser Phase haben wir vor allem im Aufschlag zu wenig Druck gemacht und auch der Block stand nicht so, wie er sollte. Aber mit der Zeit haben wir unsere Stärken immer besser entwickeln können.“ Für die bevorstehende Partie gegen Tabellenführer Generali Haching hätte diese Leistung seiner Meinung nach nicht gereicht. „Aber nachdem wir es vor Weihnachten gewohnt waren, regelmäßig zu Hause zu spielen und nun drei Wochen lang keinen gemeinsamen Wettkampf hatten, ist das nicht verwunderlich“, so Lebedew.

Auch Robert Kromm, neben Aleksandar Spirovski punktbester Spieler im BR Volleys Team, sagte: „Ich bin von dem souveränen Sieg überrascht. Allerdings war zu erwarten, dass beide Mannschaften nach der Weihnachtspause nicht ihr bestes Spiel zeigen würden, so kam es ja dann auch. Ausschlaggebend war ab dem zweiten Satz unser Block.“ Dem Spitzenduell gegen Haching am Sonntag sieht der Außenangreifer zuversichtlich entgegen: „Es gibt einige Kleinigkeiten, die verbessert werden müssen, aber ansonsten sind wir bereit.“

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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