Eine eindrucksvolle Revanche

Die BR Volleys sind erfolgreich in die „Heimspielwoche“ gestartet und haben sich am Montagabend souverän für die 1:3-Niederlage im Hinspiel gegen Evivo Düren revanchiert.
Vor 3.069 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle setzten sich die Berliner ungefährdet mit 3:0 (25:16, 25:15, 26:24) gegen den Tabellenfünften durch und ziehen somit vorerst an Generali Haching vorbei auf Platz drei.


2014-01-27

Gegen Evivo Düren sind die BR Volleys am Montag erfolgreich in die "Heimspielwoche im Volleyballtempel" gestartet.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Nicht nur für den Gegner überraschend gab BR Volleys Coach Mark Lebedew neben seinen Stammspielern Robert Kromm, Paul Carroll, Tomas Kmet und Martin Krystof diesmal Felix Fischer, Sebastian Kühner und Youngster Ruben Schott die Chance, von Anfang an zu spielen. Von der Enttäuschung über das deutliche Champions-League-Aus gegen Zenit Kazan war den Berlinern nichts anzumerken, stattdessen gelang den Hausherren ein eindrucksvoller Blitzstart (7:2). Düren, insbesondere mit Problemen in der Annahme, fing sich zwar und kam zwischenzeitlich immer wieder bis auf zwei Punkte heran (7:5, 12:10, 13:11), aber die BR Volleys behielten durchweg die Führung. Zwei Asse von Robert Kromm ließen den Vorsprung anwachsen (19:12) und spätestens nach zwei weiteren Assen von Sebastian Kühner (23:14) war die Vorentscheidung für den späteren 25:16-Satzgewinn gefallen. 

Auch im zweiten Durchgang machten die BR Volleys ihre Überlegenheit sofort deutlich und setzten die Gäste permanent unter Druck. Kromm überzeugte erneut mit einer guten Aufschlagserie, durch die sich sein Team auf 10:4 absetzen konnte. Hatte es im ersten Satz noch einige Annahmeprobleme gegeben, zeigten sich die Berliner jetzt auch in diesem Element deutlich stabiler und dominierten weiterhin das Spielgeschehen (16:7, 20:11), während die ratlosen Gäste nur selten einen Weg zum Punkten fanden. Am Ende war es der Australier Paul Carroll, der den zweiten Satzball mit einem krachenden Angriffsschlag zum 25:15 nutzte.

Wer nun mit einem schnellen Sieg des Gastgebers gerechnet hatte, wurde jedoch überrascht, denn der 0:2-Satzrückstand schien die Rheinländer wachgerüttelt zu haben. Bei Düren loderte nun zunehmend der Kampfgeist auf, was sich in einer sichereren Annahme und einigen starken Angriffsaktionen ausdrückte, während sich auf Berliner Seite immer wieder Abstimmungsprobleme einschlichen. In einem letzten Versuch, dem Spiel noch eine Wendung zu geben, entschied Evivo einige wichtige Bälle für sich und hielt über weite Strecken hinweg eine knappe Führung (9:11, 14:16). Abgeben wollten die BR Volleys den Satz aber nicht und so entwickelte sich gegen Ende ein umkämpftes Kopf-an-Kopfrennen (18:18, 20:20, 21:21). Beim Stand von 24:22 bot sich den Hauptstädtern erstmals die Möglichkeit, das Match für sich zu entschieden, Düren aber wehrte beide Satzbälle ab und glich zum 24:24 aus. Ein Angriff von Kromm sicherte den Berlinern einen erneuten Matchball, den Tomas Kmet mit einer starken Blockaktion zum 26:24 verwandelte.

Evivo-Kapitän Jaromir Zachrich zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht: „Ich bin maximal zu einem Drittel mit unserer Leistung zufrieden, weil wir nur im dritten Satz wirklich zeigen konnten, was wir können. Wir wussten zwar, dass Berlin zuhause gut aufschlagen würde, aber es zu erleben ist dann nochmal etwas anderes.“ Für den Ex-Berliner ist klar: „Die BR Volleys haben einfach ein anderes Niveau. Wenn wir eine Mannschaft wie diese schlagen wollen, dann müssen wir am Limit spielen. Trotzdem war es sehr wichtig zu sehen, dass wir zumindest in der Endphase mithalten konnten.“

Auch Trainer Michael Mücke war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden: „Wir hatten uns mehr vorgenommen, auch wenn man das Hinspiel natürlich nicht als Gradmesser nehmen konnte. Damals kannte Berlin unsere Mannschaft noch nicht. Wir haben in den ersten zwei Sätzen zu viel Respekt gezeigt und konnten in der Annahme nicht wirklich reagieren. Erst in der Endphase haben wir so gespielt, wie ich es mir von vornherein gewünscht hätte.“

Umso glücklicher war nach Spielende sein Gegenüber Mark Lebedew: „Ich bin mit dem heutigen Spiel sehr zufrieden, wir haben gut und konzentriert agiert. Natürlich brachte unsere Aufstellung heute eine gewisse Ungewissheit mit sich, denn die Gruppe hat in dieser Konstellation vorher kaum zusammen gespielt. Aber das Team hat diese Aufgabe hervorragend gemeistert. Vor allem Ruben, für den das in dieser Saison das erste Topspiel war“. Zum engen Verlauf im dritten Satz sagte der Australier: „Düren war in dieser Phase emotionaler und hatte einige gute Abwehraktionen, während es bei uns im Aufschlag nicht mehr so gut lief. Wichtig ist am Ende aber nur, dass wir den Sieg nach Hause gebracht haben.“

Publikumsliebling Felix Fischer freute sich über die Möglichkeit, nach langer Zeit wieder einmal durchzuspielen: „Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Dass wir heute Abend keinen Satz abgegeben haben, war sehr wichtig. Klar gibt es noch Dinge zu verbessern, aber insbesondere in den ersten beiden Sätzen waren wir sehr konzentriert. Dadurch, dass Düren später besser angenommen hat, ist es nochmal etwas enger geworden, aber zum Glück konnten wir in dieser wichtigen Situation die Nerven bewahren.“

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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