Der Volleyballtempel bebt

Heimsieg! Dank einer starken Mannschaftsleistung haben die BR Volleys das dritte Play-off-Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:1 (25:19, 22:25, 25:21, 25:18) gewonnen und gehen in der „best of five“-Serie somit 2:1 in Führung. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hatte die atemberaubende Atmosphäre, für die 7.867 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sorgten.


2014-05-03

Dank des 3:1-Heimsiegs am Samstag gingen die BR Volleys erstmals in der Finalserie 2014 in Führung.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Die beiden Mannschaften knüpften an ihre Vorstellungen in den ersten beiden Finalpartien an und schenkten sich vom ersten Ballwechsel an nichts. Fehler wurden nur wenige gemacht, stattdessen überzeugten sowohl Berlin als auch Friedrichshafen durch eine gute Abwehr und knallharte Angriffe. Insbesondere der später zum MVP gewählte Robert Kromm zeigte immer wieder starke Aktionen und sorgte regelmäßig für wichtige Berliner Punkte. Nachdem sich zu Beginn keines der Teams absetzen konnte (3:3, 8:8), gingen die Hausherren dank ebenso engagierter wie konzentrierter Spielweise in Führung (12:9, 16:12) und konnten diese mit selbst-sicherem Auftreten über die Stationen 19:16 und 23:18 hinweg ausbauen, bis Tomas Kmet per Block zum 25:19 die erste Entscheidung des Abends brachte.

Nach dem gelungenen Start der BR Volleys übernahm nun der VfB Friedrichshafen die Initiative und brachte die Gastgeber mit seinen variablen Aufschlägen und Angriffen in Bedrängnis. Binnen kürzester Zeit setzte sich der Rekordmeister mit 5:0 ab. Dann aber brachte Srecko Lisinac seine Farben mit einer Aufschlagserie zurück ins Spiel (5:5) und Kmet punktete per Block zur ersten Berliner Führung in diesem Durchgang (6:5). In der Folgezeit entwickelte sich ein ausgeglichener Spielverlauf, jedoch lagen die Gäste vom Bodensee stets knapp in Front (9:11, 15:18). Obwohl die BR Volleys die Rückstände zwischenzeitlich immer wieder aufholten (14:14, 20:20), konnten sie am Ende dennoch nicht verhindern, dass sich das VfB-Team um den starken Kapitän Max Günthör den Satzball erspielte und diesen durch Viktor Yosifov zum 25:22 verwandelte.

Auch im dritten Satz lieferten sich die beiden Kontrahenten ein heiß umkämpftes Duell. Diesmal waren es die Berliner, die sich kleine Vorteile erspielten (8:3, 16:13), wovon sich Friedrichshafen aber nicht verunsichern ließ (17:16). Wie schon in den vorherigen Abschnitten nahm Coach Mark Lebedew jetzt zahlreiche Wechsel vor, was Wirkung zeigte, denn in der entscheidenden Phase kamen seine Schützlinge noch einmal auf Hochtouren, setzten sich wieder ab (20:17, 24:19) und vollendeten ihre dritte Chance zum 25:21-Satzgewinn.

Von der 2:1-Führung beflügelt, zeigte der Deutsche Meister nun seine ganze Klasse. Eine Aufschlagserie von Paul Carroll brachte das schnelle 7:3 und von nun an spielten sich die BR Volleys – euphorisch angefeuert von den fast 8.000 Zuschauern – in einen regelrechten Rausch. Lisinac glänzte mit spektakulären Angriffen über die Mitte und auch seine Teamkollegen überzeugten auf allen Positionen mit starken Aktionen, welche die Hauptstädter endgültig auf die Siegerstraße brachten (12:6, 19:9). Als der Heimerfolg schon sicher schien, mussten die Anhänger des Meister noch einmal kurzzeitig bangen: Die Friedrichshafener kämpften sich mit druckvollen Aufschlägen bis auf 22:18 heran und machten es damit noch einmal spannend. Die BR Volleys behielten jedoch trotz der gegnerischen Aufholjagd die Nerven, zogen mit drei Punkten in Folge bis zum 25:18 davon und brachten das Publikum damit endgültig zur Ekstase.

„Wir wollten heute ein Statement setzen und das ist uns gelungen”, freute sich Kapitän Scott Touzinsky nach Spielende. „Wir wollten nach der Heimniederlage vor einer Woche unbedingt zeigen, wie stark wir sind und unseren Fans beweisen, dass wir zuhause gewinnen können. Vor dieser großartigen Kulisse zu spielen, hat unheimlich Spaß gemacht“, so der US-Amerikaner.

BR Volleys Coach Mark Lebedew zeigte sich nach der Partie erleichtert: „Das Ziel war der Sieg, dabei ist es weniger wichtig, wie schön das Spiel ist. Der Vorteil, den wir uns heute erarbeitet haben, ist unheimlich wichtig für uns, trotzdem wissen wir natürlich, dass uns am Mittwoch in Friedrichshafen nochmal ein ganz anderes und extrem schwieriges Match erwartet“, blickte der Australier bereits auf die Fortsetzung der Finalserie.

Diese findet am Mittwoch, den 7. Mai um 20.00 Uhr (live auf www.DVL-live.tv) am Bodensee statt. Sollte Friedrichshafen den Heimvorteil nutzen und die Serie zum 2:2 ausgleichen, fällt die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft 2014 am Sonntag, 11. Mai um 15.00 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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