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Furioser Start ins neue Jahr

So 29.08.2010
Am Sonntagnachmittag bezwangen die Volleyballer des SCC BERLIN in der Sömmeringhalle den "Angstgegner" Moerser SC im dritten Saisonvergleich mit 3:0 (25:21, 26:24, 25:22). Der Gastgeber rehabilitierte sich damit vor 1.250 Zuschauern für die Niederlagen (2:3 in Moers) in der Liga sowie im Pokal-Halbfinale (1:3 in Berlin) und sollte damit in einer Saison mit bisher Höhen und Tiefen den Aufschwung nach oben eingeleitet haben.

Tabellarisch nimmt der SCC nun die dritte Position hinter Friedrichshafen und Düren ein - ein Bild, mit dem die erfolgsgewohnten Fans in der Hauptstadt eher zu leben bereit sind. "Ich denke, die Mannschaft hat heute die richtige Reaktion auf das gezeigt, was in den letzten Wochen von vielen Seiten an Kritik auf uns eingeprasselt ist", meinte SCC-Libero Frank Bachmann nach dem Bad in der Menge und dem Glückwunsch-Klatschkontakt mit den treuesten Fans. Das so vereinte Lager wirkte, ebenso wie das Umfeld, regelrecht befreit nach den 79 Spielminuten: Der "Fluch", gegen Moers nicht gewinnen zu können, war gebannt und die Mannschaft bewies, dass mehr Potenzial in ihr steckt, als das bisherige Auftreten vermuten ließ. Bachmann: "Es macht keinen Sinn zurückzublicken, wir sollten den Sieg als Auftakt einer Rückrunde betrachten, in der es um eine optimale Ausgangslage für die Play-offs geht."

SCC-Manager Kaweh Niroomand, diesmal im weißen Pulli mit neuem Vereinslogo auf der Spielerbank und so Schulterschluss mit Mannschaft und Trainer demonstrierend, hatte zuletzt hier und da öffentlich Kritik geübt. Und vor allem mehr Leidenschaft gefordert. Er sah sich am Ende bestätigt: "Heute haben die Spieler jene Präsenz auf dem Feld gezeigt, mit der man einen Gegner wie Moers emotional unten halten kann." Er lobte ausdrücklich Mittelblocker Aleksandar Spirovski. Jener habe das Spiel des SCC so positiv beeinflusst, "wie wir es eigentlich möglichst immer von ihm erwarten".

Ähnliches hatte der Moerser Bankchef Georg Grozer beobachtet: "Spiro hat mit seinen Aufschlägen das Match entschieden." Zudem hätten seine Schützlinge "zu viele Fehler gemacht - in der Annahme und beim Verwerten von geretteten Bällen in der Abwehr. Eigentlich wundere ich mich, dass wir insgesamt noch zu so vielen Punkte gekommen sind". Da lautete das Verhältnis 76:67 für den SCC. Der Sieger markierte neun direkte Servicepunkte und sechs Fehler - Moers kam in dieser Rubrik auf drei Zähler, aber 14 verschlagene Aufgaben!

Der 28-jährige Spirovski hatte dank seiner Aufschlag-Kracher die Hausherren im ersten Satz nach einem 8:13-Rückstand wieder herangeführt und im dritten Abschnitt mittels einer eindrucksvollen Viererserie von Assen den SCC auf 8:2 enteilen lassen. Ganz wesentlich auch, dass Trainer Michael Warm im zweiten Satz, in dem Berlin bei 5:10, 8:12 ständig hinten lag, dann bei 12:18 gerade noch im letzten Moment Steinke für Vukanovic und später Westphal für Panousos brachte. Dieser neu ins Spiel geworfenen Power und Energie, Angriffshärte und Blockhöhe war Moers nicht gewachsen. Da habe er, so Warm, mit dem Wechsel "auch ein bisschen Glück gehabt. Denn der mit Schulterbeschwerden kämpfende Steinke war im Spiel zuvor nicht so wirkungsvoll wie Vukanovic".

Matchwinner Spirovski blieb hinterher trotz des Lobs von allen Seiten sympathisch-bescheiden. Ob er nun die nach zwei Handverletzungen etwas verloren gegangene Qualität beim Service und insgesamt im Spiel nach fast anderthalb Jahren wieder erreicht habe? - "Ich hoffe doch...wichtiger aber ist, dass wir uns als Mannschaft jetzt auf dem Weg zur alten Stärke befinden und dass ich mit guten Leistungen dazu beitragen kann." Wertvoll war der eher zurückhaltende Spirovski als Teamplayer auch in den Meisterjahren 03/04 - nun aber sind die Ansprüche an den Serben als Frontmann und Führungsfigur gewachsen. Er scheint bereit, diese anzunehmen.

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