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Malescha ist "Mr. Mannheim"

Di 27.02.2024
Fotos: Andreas Gora/Conny Kurth/Corinna Seibert
Fotos: Andreas Gora/Conny Kurth/Corinna Seibert

Die BR Volleys befinden sich in einer besonderen Woche. Am Donnerstag (29. Feb um 20.30 Uhr) gastiert der Deutsche Meister bei Itas Trentino zum Rückspiel im Viertelfinale der CEV Champions League 2024 und am Sonntag (03. Mrz um 16.15 Uhr) richten sich alle Augen in Volleyball-Deutschland nach Mannheim auf das DVV-Pokalfinale gegen die WWK Volleys Herrsching. Ein Berliner, der dieses Spotlight von nunmehr vier Pokalsiegen bestens kennt, ist Daniel Malescha.

Nein, antwortet Daniel Malescha lächelnd, es sei jetzt nicht so, dass seine Teamkollegen von den BR Volleys ihn vor dem Endspiel gegen die WWK Volleys Herrsching täglich mit Fragen löchern würden. „Die sind alle erfolgreich und erfahren genug, die meisten sind ja im letzten Jahr sogar schon Pokalsieger geworden“, sagt der 2,03 Meter große Diagonalangreifer vor dem großen Finale am Sonntag, „ich muss hier niemandem erklären, wie man den DVV-Pokal gewinnt.“

Das mag sein. Aber zumindest hat der 29-Jährige in seiner Mannschaft die größte Erfahrung damit. Viermal schon hievte Malescha in der Mannheimer SAP Arena die Trophäe in die Höhe, dreimal als Spieler des VfB Friedrichshafen (2017, 2018, 2019) und einmal mit den United Volleys Frankfurt (2021). Das kann kein anderer, aktueller BR Volleys Spieler vorweisen. Was auch daran liegt, dass die Berliner sich sehr lange Zeit nicht wirklich mit diesem Wettbewerb anfreunden konnten. Oder der Pokal sich nicht mit ihnen? Egal, jedenfalls gewann der Hauptstadtclub seit 2012 nun zehnmal die Deutsche Meisterschaft und im selben Zeitraum dreimal den DVV-Pokal. „Die Berliner haben eigentlich immer irgendwann vorher verloren, als ich in Friedrichshafen war“, rätselt auch Malescha. Nicht nur in jenen Jahren. Mal gegen die SVG Lüneburg, mal gegen Herrsching, immer wieder gegen die Häfler, einmal sogar in eigener Arena gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen. Obwohl 2016 der lange Bann einmal gebrochen werden konnte, blieb es oft verhext. Oder waren es vielleicht die viel beschworenen „eigenen Gesetze“?

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Malescha findet diesen Gedanken gar nicht abwegig. „Der Pokal hat wirklich seine eigenen Gesetze und schreibt besondere Geschichten“, findet er und begründet das: „Der Liga-Alltag ist dort irgendwie weit weg. Es gelten ein bisschen andere Regeln.“ Allein der Weg nach Mannheim kann von K.o.-Spiel zu K.o-Spiel sehr beschwerlich sein. „Die Auslosung von Runde für Runde macht den Reiz aus. Es kann einen hart erwischen, so wie wir in diesem Jahr schon in der ersten Runde nach Friedrichshafen mussten.“ Letztlich auch in der SAP Arena zu triumphieren, steht noch einmal auf einem ganz anderen Papier. Man müsse nur schauen, wer da gegen wen gewann, wie die Finals der vergangenen Jahre aussahen. „Es ist eben nicht wie in der Liga, wo sich am Ende zuletzt immer die gleichen Klubs gegenüberstanden. Die Pokalendspiele waren meistens bunt gemischt“, so Berlins Nummer zehn. Ein Blick in die Statistik gibt Malescha völlig recht. 2019 siegte Friedrichshafen gegen Lüneburg, 2020 gewannen die BR Volleys gegen Düren, 2021 Frankfurt gegen die Netzhoppers, 2022 erneut Friedrichshafen gegen Lüneburg, 2023 wieder Berlin gegen Düren. In diesem Jahr steht erstmals Herrsching im Endspiel. Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Alle wollen das: In Mannheim dabei sein, so wie früher, bis 2015, in Halle/Westfalen. Den Pokal mache aus, erklärt Malescha, dass er ein anderes Format habe, eine andere Art von Wettbewerb sei. „Doch das i-Tüpfelchen am Ende ist es, vor einer solchen Kulisse zu stehen.“ Mehr als 10.000 Zuschauer werden am Sonntag erwartet. „Vor einer größeren Menschenmenge spielt man nur selten in Europa. Dazu kommt das mediale Interesse. Auf solche Spiele fiebert man als Sportler hin, dafür macht man das alles. Eine derartige Wertschätzung, diese Aufmerksamkeit zu bekommen, erfüllt einen mit Stolz. Das ist etwas ganz Besonderes. Es ist cool, das Finale spielen zu dürfen. Es zu gewinnen, ist natürlich noch schöner“, schwärmt der gebürtige Münchener.

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Malescha macht kein Geheimnis daraus, dass es 2021 für ihn ganz besonders schön war. Ein Titel sei ein Titel, der Pokalsieg sei dazu sehr prestigeträchtig in Deutschland. „Ich bin schon recht stolz auf die Pokalsiege, alle haben einen hohen Stellenwert für mich. Doch der mit Frankfurt war speziell. Einerseits, weil es der erste Titelgewinn in der Geschichte der United Volleys war. Aber auch, weil ich auf der Parkett in einem Finale bewiesen habe, was ich kann.“ In Friedrichshafen kam ihm oft eher eine unterstützende Rolle zu. Der Hauptakteur auf seiner Position im Diagonalangriff war damals der Pole Bartlomiej Boladz. „Ich habe nicht angefangen, hatte trotzdem immer meine Spielanteile. Unser Trainer Vital Heynen hat viel gewechselt und mir auch immer wieder Chancen gegeben.“ Keine Klage also. Doch in Frankfurt war alles anders. „Dort war ich Führungsspieler.“ Damit nicht genug. „Das Besondere war, dass ich im Finale auf einer mir fremden Position gespielt habe. Ich wurde als Außenangreifer eingesetzt, weil wir viele Verletzte hatten.“ Malescha hat es genossen, Hauptakteur zu sein und auf einer ungewohnten Position gut gespielt zu haben.

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Aktuell ist seine Situation wieder ähnlich wie in Friedrichshafen, meistens erhält Tscheche Marek Sotola den Vorzug. „Es ist nichts Überraschendes, ich wusste von Anfang an, worauf ich mich bei den BR Volleys einlasse“, so Malescha, „Marek ist hier im vergangenen Jahr zum Platzhirsch geworden. Er gibt den Ton auf dieser Position an. Ich muss mit meiner Spielweise überzeugen und ruhig bleiben.“ Natürlich gebe es Situationen, in denen er auch mal enttäuscht sei. „Aber unser Trainer Joel Banks kommuniziert gut. Ich hatte genug Chancen, durfte oft spielen.“ Deswegen sei er alles in allem mit seiner Rolle zufrieden. „Ich merke auch, dass ich immer mehr Vertrauen vom Coach bekomme, sollte es mal nicht so funktionieren, wie wir uns das vorstellen.“

Malescha kommt aus einer Volleyball-begeisterten Familie. Sein sechs Jahre älterer Bruder Florian hat sogar auch schon einmal mit Generali Haching den DVV-Pokal gewonnen; auch seine jüngere Schwester Carina hatte gar keine andere Wahl, als Volleyball zu spielen, „weil meine Eltern an jedem Wochenende zu Turnieren gereist sind. Sie als jüngere Schwester musste immer mit.“ Weil Florian Malescha so ein guter Spieler war, hat der kleine Bruder auch früher schon das DVV-Pokalfinale verfolgt. Nun bietet sich für ihn die Möglichkeit, es zum fünften Mal zu gewinnen. In welcher Rolle wird sich zeigen: „Ich hoffe , dass, sollte ich gebraucht werden, ich in einer Position bin, dass der Trainer nicht zögert, dass er weiß, dass ich bereit bin, dem Team zu helfen, sollte es nötig sein.“ Malescha schätzt seine erste Saison in Berlin sehr sachlich ein. „Ich denke, es gab eine Findungsphase für mich. Jetzt bin ich immer mehr und mehr angekommen, habe mich reingearbeitet“, und sowieso „war mir von Anfang an klar, dass ich hier geduldig sein, auf meine Chance warten und dann einfach meinen Job machen muss“. Im Berliner Kader ist er mit vier Siegen "Mr. Mannheim", doch ein Meistertitel fehlt ihm noch. „In Friedrichshafen bin ich immer knapp daran vorbeigeschrammt. Das wäre eine Geschichte, die fehlt mir noch in Deutschland. Dann hätte ich alles. Aber jetzt denken wir mal nicht zu weit in die Zukunft und machen erst mal "step by step". Der nächste Schritt wäre Daniel Maleschas fünfter Pokalsieg.

Das Pokalfinale wird am Sonntag ab 15.45 Uhr live bei Dyn übertragen.

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