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Mit viel Moral und etwas Glück

So 29.08.2010
In einem großartigen "Volleyball-Fight" rang der SCC BERLIN am Samstag Abend in der Leipziger Ernst-Gruber-Halle den gast-gebenden VCL mit 3:2 (24:26, 27:25, 19:25, 25:21, 15:11) nieder. "Das war ein Sieg der Moral", lautete anschließend das Fazit eines völlig erschöpften SCC-Kapitäns Jaro Skach, der einmal mehr maßgeblichen Anteil am Erfolg der Hauptstädter hatte.

Bereits der erste Satz entwickelte sich zu einem Spiegelbild der gesamten Partie und war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Leipziger wollten ihre Erfolgsserie von zuvor vier Siegen in Folge fortsetzen und wuchsen - angepeitscht von 1.100 Zuschauern - phasenweise über sich hinaus. Die Berliner hielten aufopferungsvoll dagegen, so dass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte, in dem sich kein Team absetzen konnte. Bei 24:23 aus Berliner Sicht schien der Satzgewinn für den SCC greifbar nah, doch die Gastgeber machten drei Punkte in Folge und feierten damit den lautstark bejubelten 26:24-Satzgewinn.

Ein ähnliches Bild - nur unter umgekehrten Vorzeichen - im Folgedurchgang: Bei 24:22 aus Leipziger Sicht schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch zum Entsetzen der VCL-Fans starteten die Berliner eine furiose Aufholjagd und wendeten das Blatt noch mit 27:25 zu ihren Gunsten. Wer nun glaubte, dass der Widerstand der Sachsen damit gebrochen wäre, sah sich getäuscht. Die Gastgeber verdauten den Schock sofort und steuerten über die Zwischenstände 8:4, 16:13, 21:17 dem sicheren 25:19-Satzgewinn und damit der 2:1-Führung entgegen. Jetzt stand der Leipziger "Volleydom", wie die Halle vor dem Match getauft wurde, regelrecht Kopf. Die Überraschung lag in der Luft und das Publikum wollte sie förmlich herbei schreien.

Aber die Berliner bewahrten die notwendige Ruhe und zeigten jetzt ihr wahres Leistungsvermögen. Über die Mitte waren Böhme und Fischer nun kaum noch zu halten, und auch die Außenangreifer Panousos, Prüsener und Westphal steuerten viele wichtige Punkte bei, wodurch die Diagonalangreifer Steinke und Vukanovic, die beide nicht ihren besten Tag erwischt hatten, entlastet werden konnten. Insbesondere Libero Frank Bachmann übernahm mit einer Mischung "aus Qualität und Kampfgeist", wie es SCC-Coach Micha Warm später formulierte, die Verantwortung und führte sein Team zum 25:21-Satzgewinn und damit in den alles entscheidenden Tie-break.

Hier erkämpften sich die Berliner beim Stand von 7:5 das erste "Mini-break" und gaben diesen Vorsprung anschließend nicht mehr aus der Hand. Das war vor der lautstarken Kulisse keine leichte Aufgabe und es war schon beeindruckend, wie das SCC-Team mit Konzentration, Zusammenhalt und Cleverness alle Hoffnungen der Leipziger immer wieder im Keim erstickte und die Führung mit 15:11 ins Ziel rettete.

"Wir haben heute gesehen, dass diese Saison kein Selbstläufer für uns wird. Wir müssen gegen jeden Gegner 100 Prozent geben, wenn wir bestehen wollen. Aber ich bin stolz und froh, wie meine Spieler diese schwere Auswärtsaufgabe gelöst haben", so ein sichtlich erleichterter SCC-Coach Michael Warm nach dem Match.

Nach den Leistungs- und Kraftdiagnostiken zum Beginn der kommenden Woche gönnt er seinen Schützlingen nun einige trainingsfreie Tage, bevor in der Woche vom 13. bis 19. November mehrere Testspiele gegen das russische Spitzenteam Lokomotiv Nowosibirsk auf dem Programm stehen. Eines davon wird öffentlich sein und am 15.11. um 18:30 Uhr in der Charlottenburger Sömmeringhalle stattfinden. Sein nächstes Bundesligaspiel bestreitet der SCC aufgrund der WM-Pause erst wieder am 26.11. in Unterhaching.

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