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Europameisterschaft mit vier Berlinern: „Dieser Mannschaft ist ein Breakout-Turnier zuzutrauen“

Am heutigen Mittwoch (09. Sep.) startet die CEV Enel EuroVolley 2026 in vier Ländern. Rumänien, Finnland, Italien und Bulgarien sind die Gastgebernationen für die Europameisterschaft, bei der vier BR Volleys Akteure mit von der Partie sind. Alexandru Rata (ROU) und Tim Koops (NED) gehen mit Außenseiterchancen ins Turnier. Die deutsche Nationalmannschaft mit Ruben Schott und Florian Krage-Brewitz startet mit größeren Ambitionen am Donnerstag (10. Sep. um 19.00 Uhr MEZ, live auf www.sporteurope.tv) gegen die Türkei in die EM.
Im 14-köpfigen EM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft finden sich zwei aktuelle Berliner und fünf weitere Spieler mit BR Volleys-Vergangenheit wieder. Ruben Schott hat unter Trainer Massimo Botti einen Stammplatz und fährt als einzige Besetzung für die Libero-Position mit zur EM. Im Mittelblock hat Botti die Qual der Wahl zwischen Anton Brehme, Tobias Krick, Simon Torwie und Florian Krage-Brewitz. Angesichts des engen Spielplans mit fünf Gruppenspielen in sechs Tagen werden aber sicher alle gebraucht. Deutschland bestreitet die Vorrunde in Cluj-Napoca (ROU) und trifft dort unter anderem am Samstag (12. Sep. um 19.00 Uhr MEZ) auf die Rumänen mit dem Neu-Berliner Alexandru Rata. Neben den wiedererstarkten Türken ist Doppel-Olympiasieger Frankreich die härteste Nuss in Pool D. Vier von sechs Teams qualifizieren sich für das Achtelfinale.

Am Freitag und Samstag setzte die DVV-Auswahl in den abschließenden Testspielen gegen die Niederlande eine Duftmarke. Alle sieben Sätze gewannen Schott & Co. souverän gegen das Nachbarland. Diese beiden letzten Härtetests verpasste Tim Koops mit leichten Knieproblemen. Er hofft aber, zur EM wieder auf der Platte stehen zu können, wenn die Niederländer in Tampere (FIN) gegen Belgien ins Turnier starten (10. Sep. um 16.00 Uhr MEZ).
Im Interview spricht BR Volleys Headcoach Andrea Anastasi über die EM:
Andrea, ganz allgemein zur Europameisterschaft: Wie wichtig ist dieses Turnier im internationalen Kalender – gerade auch mit Blick auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren?
Anastasi: „Das ist die wichtigste Europameisterschaft in der Geschichte, denn es geht um einen festen Olympia-Startplatz. Das gibt dem Turnier nochmal eine höhere Bedeutung. Was ich höre, ist bei den Topnationen dadurch wirklich Extraspannung drauf. In Polen oder Italien ist der Druck richtig hoch. Das war bei einer Europameisterschaft in der Vergangenheit auch schon mal anders. Wenn man sich bereits zwei Jahre vor Olympia qualifiziert, ist das ein riesiger Vorteil. Dann hat man Zeit, an einem längerfristigen Projekt zu arbeiten, neue Spieler auszuprobieren und neue Konzepte zu entwickeln. Andere müssen dagegen ständig an die Olympia-Qualifikation denken, stehen permanent unter Druck und sind gezwungen, über die nächsten zwei Jahre nahezu immer mit voller Kraft spielen.“
Wie schätzt du die deutsche Mannschaft ein? Was fehlt Deutschland noch, um zur absoluten Weltspitze aufzuschließen?
Anastasi: „Nicht viel. Deutschland ist wirklich, wirklich gut. Meiner Meinung nach fehlt aber vor allem noch eine stabile Lösung auf der Diagonalposition, denn Grozer kann nicht spielen. Sie müssen dort einen Nachfolger finden, denn auf allen anderen Positionen sind sie absolut konkurrenzfähig. Es fehlt eine Kleinigkeit und daran wird gearbeitet. Ich weiß nicht, ob Deutschland gut genug ist, ernsthaft um den Titel zu spielen, aber das Team kann ohne Frage weit kommen. Dieser Mannschaft ist ein Breakout-Turnier zuzutrauen. Sie waren schon bei Olympia dicht dran.“

Gibt es deutsche Spieler, die du auf ihrer jeweiligen Position bereits zur Weltspitze zählen würdest?
Anastasi: „Im Außenangriff hat Deutschland mindestens drei Topspieler, für die der europäische Markt inzwischen weit offen ist. Sie sind begehrt, z. B. Moritz Karlitzek, der in Polen unheimlich stark auftrumpfte als bester Aufschlagspieler der Liga. Auch Anton Brehme ist zu nennen. Und Ruben ist als Libero eine super Lösung in der aktuellen Situation. Er ist nahezu perfekt in Annahme, Abwehr und Feldzuspiel.“
Ist Dein Landsmann Massimo Botti der Richtige, um die Mannschaft zu formen und für LA 2028 weiterzuentwickeln?
Anastasi: „Ich hoffe es und wünsche ihm alles Gute dabei. Für ihn ist es die erste Station als Nationaltrainer und die Arbeit auf dieser Position ist etwas anders. Das erfordert auch eine Umstellung. Er kann der Mann sein. Ich wünsche es beiden Seiten. Ich kenne Massimo aber persönlich nicht so gut, wir haben einfach zu viele gute Trainer in Italien (lacht).“
Wie weit kann Deutschland Deiner Meinung nach bei diesem Turnier kommen?
Anastasi: „Ich wünsche ihnen, dass sie mindestens das Viertelfinale erreichen, dann kann viel passieren. In dieser Turnierform gehört auch etwas Glück und Momentum dazu. Ich hatte damals mit Spanien einen denkwürdigen Lauf, niemand hat einen Cent auf uns gewettet. Zuletzt gelang Bulgarien ein ähnlicher Run bei der WM. Für mich sind Polen, Italien und Frankreich die drei Nationen, die den anderen einen Schritt voraus und die Favoriten sind. Aber Deutschland fehlt nicht viel. Wenn sie ohne Grozer eine adäquate Lösung für die Zukunft im Diagonalangriff finden, können sie jeden Gegner auch in großen Spielen schlagen.“

Alle Infos zur EM: https://eurovolley.cev.eu/en/2026/men/
Alle Infos zur DVV-Auswahl: https://www.volleyball-verband.de/de/
Die EM wird im kostenpflichtigen Livestream auf Sporteurope.TV übertragen. Ein Turnierpass kostet 19,90 €, ein Einzelspiel 6,90 €: https://sporteurope.tv/volleyball-em-maenner-2026












