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"Unterm Strich ist der Titel verdient"

Mo 06.05.2013
Er ist Kopf und Herz des Deutschen Meisters 2013: Berlins Manager Kaweh Niroomand hat in der Nacht von Sonntag zu Montag seinen fünften Meistertitel mit dem Hauptstadtclub gefeiert, den zweiten hintereinander. Im Gespräch mit dem DVL-Presseservice erläutert der 60-Jährige den Vergleich zu Borussia Dortmund, die Meister-Eigenschaften seines Teams und verrät, wie er die BR Volleys zukünftig weiterentwickeln will.

2013-05-07i

Kaweh Niroomand und seine BR Volleys freuen sich über den zweiten Meistertitel in Serie.
Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Herr Niroomand, das gesamte Team der BR Volleys hat bis halb sechs Uhr am Morgen in Friedrichshafen bei einem Italiener gefeiert. Wie haben Sie den fünften Meistertitel genossen?
Ich habe die Bar abgeschlossen und bin dann um sechs Uhr morgens direkt weiter zum Flughafen gefahren. Zum Glück habe ich die ganze Nacht nur Milch getrunken (lacht).

Zur Einordnung dieses Titels: In der vergangenen Saison waren die BR Volleys als Jäger der Überraschungsmeister. In diesem Jahr war Ihr Team von Beginn an der Gejagte. Stufen Sie den zweiten Titel daher als noch wertvoller ein?
Es heißt ja nicht umsonst: Meister zu werden, ist einfach; aber Meister zu bleiben, ist schwer. Das traf auch auf uns zu, weil wir von allen Seiten als Favorit bezeichnet wurden und die Mannschaften gegen uns entsprechend aufgetreten sind. Dennoch haben wir letztlich in der gesamten Saison nur zwei Spiele verloren. Unterm Strich ist der Titel verdient. Den sportlichen Lauf, den wir im vergangenen Jahr begonnen haben, haben wir nun zementiert.

Chefcoach Mark Lebedew hat laut eigener Aussage während des vierten Finalspiels alle Stufen der Hölle und auch einige des Himmels durchlaufen, sagt er. Sind Sie auch in diese emotionalen Sphären vorgestoßen?
Natürlich. Dieses Spiel war ein richtiges Finalspiel. Es ging in jedem Satz hin und her. Eigentlich sind die Messen bei 5:9-Rückstand im Tiebreak ja schon gesungen. Wie wir das nochmal gedreht haben, ist schon abenteuerlich. Da geht man schon durch einige emotionale Wellentäler.

Ist diese Comeback-Qualität innerhalb der Sätze und Spiele die wichtigste Eigenschaft dieses Teams?
Das zeichnet diese Mannschaft aus, in Ansätzen war das auch schon im vergangenen Jahr zu erkennen. Die Spieler haben nach und nach gelernt, einfach bei jedem Spielstand in Ruhe weiter zu spielen. Das einzige Mal, dass wir nie ins Match gefunden haben, war das dritte Finalspiel gegen Friedrichshafen in der Max-Schmeling-Halle. An diesem Tag hatte ich schon nach zwei Minuten das Gefühl, dass die Mannschaft weit weg ist von ihrem Rhythmus. Entscheidend ist einerseits diese Ruhe, aber auch die Qualität, insbesondere von der Bank. Mit Roko Sikiric hat uns am Sonntag im Tiebreak ein Spieler, der von der Bank kam, durch eine kleine Aufschlagserie wieder zurück gebracht.

Sie sind bekanntermaßen Fan von Borussia Dortmund. Sehen Sie sportliche Parallelen zwischen dem Zweikampf in der Fußball-Bundesliga zwischen BVB und Bayern München sowie dem Duell zwischen BR Volleys und dem langjährigen Alleinunterhalter VfB Friedrichshafen?
Als BVB-Mitglied denke ich tatsächlich häufig an diesen Vergleich, denn man kann durchaus gewisse Parallelen ziehen. Seien es die finanzielle Möglichkeiten der Konkurrenten, die Zuschauerresonanz, die Spielweise und so weiter. Sie können sich vorstellen, dass wir in diesem Zusammenhang gern mit Borussia Dortmund verglichen werden.

Dortmund musste dem FC Bayern nach zwei Meistertiteln in Serie wieder Platz machen. Sie hatten eine ähnliche Situation nach den Meisterjahren 2003 und 2004. Was machen Sie anders, um langfristig an der Spitze zu bleiben?
Planen kann man das nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Friedrichshafen aus den Geschehnissen dieser Saison seine Konsequenzen ziehen wird und eine noch schlagkräftigere Truppe auf die Beine stellt. Aber ich werde unsere Planung nicht danach ausrichten, was die anderen machen. Wir werden weiterhin die die Mannschaft und unsere Infrastruktur kontinuierlich entwickeln. Das muss miteinander einhergehen, um Volleyball in Berlin und darüber hinaus voran zu bringen. Die Kunst wird darin liegen, dabei das richtige Maß zu finden, um sportlichen Erfolg zu haben, aber auch die Infrastruktur wachsen zu lassen.

Mit 30.699 Zuschauern in den fünf Play-off-Heimspielen und allein über 16.000 in den beiden Finalspielen haben Sie in dieser Saison wieder neue Meilensteine gesetzt.
Absolut. 16.000 Zuschauer in zehn Tagen sind der Hammer. Diese Zahl hatten wir vor wenigen in der gesamten Saison. Damit haben wir uns natürlich selbst eine hohe Hürde gesetzt, die wir nur überspringen können, indem wir auf den Ausbau der Infrastruktur des Vereins setzen. Wir wollen Volleyball gemeinsam mit dem Verein, Hallenbetreiber und Hauptsponsor anders platzieren. Wir wollen nicht nur eine Mannschaft sein, die Volleyball spielt, sondern ein Verein, der sich auch um Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Recycling kümmert. So wollen wir neue Fans und Sponsoren für Volleyball begeistern.

Welches Gesicht wird das Team in der kommenden Saison haben? Die Verträge fast aller Leistungsträger außer Scott Touzinsky laufen aus.
Wir haben schon seit Dezember viele Gespräche geführt und sind mit vielen Spielern schon zum Ergebnis gekommen. Ich werde das zuerst am Freitagabend unseren Fans auf der traditionellen Saisonabschlussfeier mitteilen. Aber ich kann Ihnen sagen: Das Gesicht der Mannschaft wird sich kaum verändern.

Planen Sie einen Königstransfer wie den von Robert Kromm im vergangenen Jahr?
Wir werden sicherlich eine namhafte Verstärkung präsentieren, weil es Dinge gibt, wo wir uns verbessern müssen. Die genaue Position kann ich noch nicht nennen. Aber ein Spieler wie Robert Kromm ist ein Jahrzehnt-Geschenk, das bekommt man nur alle paar Jahre und nicht jedes Jahr – zumindest für unsere finanziellen Verhältnisse.

Quelle: DVL-Presseservice

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