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Chancenlos in Tatarstan

Di 21.01.2014

Für die BR Volleys war das Rückspiel beim russischen Starensemble von Zenit Kazan die erwartet schwere Aufgabe. Wie schon vor fünf Tagen in Berlin erwies sich der zweimalige Champions-League-Sieger als eine Nummer zu groß. Der Deutsche Meister verlor auch das Auswärtsmatch klar mit 0:3 (11:25, 20:25, 23:25) und verabschiede sich somit als letzte deutsche Mannschaft aus der 2014 CEV Champions League.


2014-01-21

In den Champions-League-Playoffs erwies sich Zenit Kazan als zu stark für die BR Volleys.
Foto: CEV


Um das „Wunder von Kazan“ herauf zu beschwören, vertraute BR Volleys Coach Mark Lebedew seiner eingespielten Stammformation und schickte Zuspieler Kawika Shoji, die Mittelblocker Tomas Kmet und Srecko Lisinac, Diagonalangreifer Paul Carroll, die Außenangreifer Scott Touzinsky und Robert Kromm sowie Libero Martin Krystof auf das Parkett der „Sankt-Petersburg-Arena“. Doch schnell wurde deutlich, dass die Gastgeber keine Lust auf einen verlängerten Abend mit möglichem „Golden Set“ hatten. Vom ersten Ballwechsel an ließ Zenit den Deutschen Meister nicht zur Entfaltung kommen. Mit einem konstant druckvollen Aufschlag und einer stabilen Annahme eilte Kazan über die Stationen 8:2, 16:6, 20:8 zu einem nie gefährdeten 25:11-Satzgewinn und erstickte die Hoffnungen der Gäste aus Deutschland im Keim.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs dominierten die Tataren die Begegnung und erspielten sich schon zur ersten technischen Auszeit ein beruhigendes 5-Punkte-Polster. Die BR Volleys, nun mit Aleksandar Spirovski für Carroll auf Diagonal, konnten jetzt zwar etwas besser mithalten, die Berliner Angreifer verzweifelten jedoch immer wieder an der reaktionsschnellen Feldabwehr des Champions-League-Siegers von 2008 und 2012. Coach Lebedew reagierte und brachte mit Sebastian Kühner, Roko Sikiric und Ruben Schott frischen Wind in die Partie. Zwar konnte man dem russischen Kontrahenten nun verstärkt Paroli bieten, doch auch die gewachsene Gegenwehr brachte den 25:20-Satzgewinn der Gastgeber nie in Gefahr. Zudem sicherte sich das Team von Erfolgstrainer Vladimir Alekno mit der 2:0-Führung den sicheren Einzug in die nächste Play-off-Runde der Champions League, sodass der dritte Durchgang ohne Bedeutung für das Gesamtresultat war.

Unabhängig davon setzten die BR Volleys nun alles auf eine Karte, um den großen Favoriten doch noch ins Wanken zu bringen. Felix Fischer kam für Kmet ins Spiel, sodass bis auf Lisinac und Krystof eine komplett andere Formation als noch zu Beginn auf dem Feld stand. Bis zum Stand von 20:20 bot man den Hausherren die Stirn und agierte dank einer stabileren Annahme und risikoreichen Aufschlägen auf Augenhöhe. Am Ende erwies sich Zenit aber als das erfahrenere Team und sicherte sich auch den dritten Durchgang ebenso knapp wie verdient mit 25:23.

Damit ist die Metropole in Tatarstan, wie schon in der vergangenen Saison, für die BR Volleys die Endstation in der CEV Champions League. Nun wollen sich die Berliner voll und ganz auf die kommenden Aufgaben in der Deutschen Meisterschaft sowie im prestigeträchtigen Pokalfinale gegen den VfB Friedrichshafen (02. März in Halle/Westfalen) konzentrieren. Viel Zeit zum Wunden lecken bleibt dem Team um Kapitän Scott Touzinsky nicht, denn die nächste Woche hält mit drei (!) Heimspielen in nur sieben Tagen ein echtes Mammutprogramm bereit. Los geht es am Montag (27.01.) gegen Evivo Düren, es folgt am Donnerstag (30.01.) das Duell mit der VSG Coburg/Grub, ehe es dann am Sonntag (02.02.) zum großen „Duell der Giganten“ gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen kommt. 

Tickets für die "Heimspielwoche" gibt es im BR Volleys Ticketshop.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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