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Nervenaufreibender Tiebreak-Sieg

So 25.02.2024
Foto: Andreas Gora
Foto: Andreas Gora

Lüneburg gegen Berlin, Berlin gegen Lüneburg – dieses Duell steht in dieser Saison wie kein anderes für pure Spannung und beste Unterhaltung. Zum dritten Mal ging es am Samstagabend zwischen beiden Teams über die volle Distanz von fünf Sätzen, zum dritten Mal entschieden die BR Volleys den Tiebreak für sich. Der 3:2-Heimerfolg (25:16, 25:20, 20:25, 21:25, 15:9) vor 5.158 Zuschauern garantiert den Hauptstädtern mindestens den zweiten Tabellenplatz für die Playoffs. Am letzten Spieltag kommt es mit dem Verfolger aus Giesen zum Fernduell um Rang eins.

Beide Mannschaften hatten vor diesem Volleyball-Abend die Enttäuschung einer 0:3-Niederlage im Europacup zu verdauen und es waren die Männer in Orange, die damit zunächst besser klar kamen. Hannes Tille schaffte es früh, sein variables Spiel aufzuziehen und seine Angreifer dankten es dem Nationalspieler (4:1). Als die Lüneburger ein erstes Mal ihre bekannte Abwehrstärke unter Beweis stellten, waren die Gäste dem Ausgleich nahe (8:7). Mit zwei starken Aufschlägen gab Ruben Schott seinem Team aber wieder die nötige Sicherheit (12:8). Nach erfolgreicher Challenge von SVG-Trainer Stefan Hübner ließ es Timo Tammemaa einmal im Angriff und einmal im Block krachen (19:14). Somit blieb Tille an der Aufschlaglinie und Marek Sotola baute die Führung aus (21:14). Schließlich setzte Kapitän Schott dem starken Berliner Auftaktsatz per Rückraum-Angriff den spektakulären Schlusspunkt (25:16).

Durchgang zwei folgte zunächst demselben Muster. Wieder führte der Deutsche Meister schnell (4:1), doch diesmal nutzten die von zahlreichen, mitgereisten Fans unterstützten Niedersachsen in Person von Röhrs die Gelegenheit zum Ausgleich (9:9). Der Nationalspieler schlug auch das eindrucksvolle Ass zur Führung für die SVG (12:13). Aber immer, wenn Schott an die Servicelinie trat, hatten die "LüneHünen" ihre Probleme. Zur Crunchtime war der Satz wieder gedreht (20:18), auch weil die Hauptstädter bis dato beide Diagonalspieler des Gegners im Griff hatten. Ein Dreierblock gegen Böhme bedeutete fünf Satzbälle und mit der Faust knallte Nehemiah Mote das einhändige Tille-Zuspiel punktbringend auf das Parkett (25:20).

Doch wie schon im Hinspiel, damals führten die Lüneburger mit 2:0, kippte das Match. Der Rückstand der Berliner wuchs im dritten Spielabschnitt zügig (3:8) und das SVG-Team war nun deutlich tonangebend (6:14). Ein Ass von Knigge ließ es im Volleyballtempel spürbar ruhiger werden (11:18). BR Volleys Cheftrainer Joel Banks wirkte ratlos, denn der Aufschlagdruck seiner Schützlinge war plötzlich verschwunden. Einzig Timothée Carle konnte noch zwei Asse einstreuen (18:20), danach zog der Gegner endgültig davon (19:24) und Ketrzynski vollende zum verdienten Satzanschluss (20:25). Banks hatte zuvor bereits Tobias Krick in die Partie gebracht, aber Lüneburg blieb obenauf (2:6). Erst Punkte von Carle und Sotola sorgten für neue Energie, sodass im Anschluss auch der längste Ballwechsel des Abends an das Heimteam ging (6:7). Carle besorgte per Ass den Ausgleich und Krick im Block sogar die Führung (9:8). Spätestens jetzt war es ein mitreißendes Duell auf höchstem Niveau. Cody Kessel ersetzte Schott nach zwei ungewohnten Fehlern des Spielführers (9:12), während Röhrs weiterhin bärenstark servierte. Der Durchgang blieb extrem umkämpft und Krick erblockte erneut den Gleichstand (18:18). Nachdem Kessel die Annahme nicht hielt, kehrte Schott wieder zurück (19:22), konnte den Satzausgleich jedoch nicht mehr verhindern (21:25).

Erneut musste also der Tiebreak zwischen den beiden auf Augenhöhe agierenden Mannschaften die Entscheidung bringen. Als sich das BR Volleys Team hier einem schnellen Rückstand gegenüber sah (1:4) wurde Daniel Malescha für Sotola eingewechselt. Daraufhin schlug Tammemaa brillant auf und sorgte für die letztlich spielentscheidende Wende (7:4). Beim Seitenwechsel kochten die Emotionen hoch und Gästetrainer Hübner kassierte eine Rote Karte (9:6). Als Krick den nächsten Block für die Gastgeber setzte, hielt es kaum noch einen der mehr als 5.000 Besucher auf seinem Platz (11:7), den Schlusspunkt erzielte schließlich Malescha per Block (15:9). Bester Berliner an diesem Abend war MVP Tim Carle, der mit 21 Punkten und in allen Elementen überzeugte.

Durch den Sieg bleiben die BR Volleys national zuhause ungeschlagen, benötigen am letzten Spieltag auswärts in Düren jedoch einen weiteren Erfolg, um sich aus eigener Kraft auf Platz eins zu halten. Die SVG kann nur auf einen Ausrutscher von Friedrichshafen in Dachau hoffen, um sich von Rang vier noch zu verbessern. Demzufolge kann es in einem möglichen Playoff-Halbfinale also erneut zum Duell zwischen den beiden deutschen Champions-League-Vertretern kommen.

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Stimmen zum Spiel
Johannes Tille: „Wir sind super in das Spiel gestartet und hatten den Lüneburger Aufschlag mit guter Annahme im Griff. Ab dem dritten Satz wurden wir aber unkonzentriert und ich agierte im Zuspiel ungenau. Der Gegner hat dann Vollgas mit seinen Aufschlägen gegeben und uns oft getroffen. Unsere Müdigkeit war deutlich spürbar. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass wir einen Spieler brauchen, der uns mit einer Serie zurück in das Match bringt. Das war heute glücklicherweise Timo. Für die Zuschauer war es sicher ein spektakuläres Match mit viel Kampf und langen Ballwechseln. Ich glaube, wir werden diesen Gegner in den Playoffs noch einmal sehen.“

Timothée Carle: „Wir wissen um die Klasse der Lüneburger. Dieses Team liefert immer einen riesiegen Kampf und hat heute über weite Strecken wieder super stark Block-Abwehr gespielt. Wir konnten uns dennoch für den großen Aufwand belohnen. Vor diesem fantastischen Publikum hat es einmal mehr großen Spaß gemacht. Wir wollen jetzt den ersten Platz endgültig sichern und müssen dazu in Düren bestehen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Saso Stalekar, Tobias Krick, Cody Kessel, Daniel Malescha

Bestwerte
Carle 21 Punkte, 3 Asse | Sotola 15 Punkte | Krick 8 Punkte, 4 Blocks
>>> Matchreport <<<

Nächstes Heimspiel
Playoff-Auftakt | 17. Mrz | 16.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Tickets: www.br-volleys.de/tickets

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