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Die Revanche ist geglückt

So 18.01.2015

Im ersten Heimspiel des Jahres zeigten die BR Volleys eine starke Teamvorstellung und revanchierten sich im Spitzenduell gegen den VfB Friedrichshafen für die 2:3-Niederlage im Hinspiel. Am Ende eines nervenaufreibenden Duells setzten sich die Hauptstädter im „Volleyballtempel“ Max-Schmeling-Halle vor der fantastischen Kulisse von 7.341 Zuschauern mit 3:2 (19:25, 25:16, 25:13, 20:25, 15:10) gegen den Tabellenführer vom Bodensee durch.


2015-01-18n

In einem Duell voller Emotionen und Sapnnung gewannen die BR Volleys 3:2 gegen den VfB Friedrichshafen.
Foto: Eckhard Herfet


BR Volleys Coach Mark Lebedew vertraute am Sonntagnachmittag der Startformation mit Scott Touzinsky und Robert Kromm im Außenangriff, Paul Carroll auf der Diagonalposition, den beiden Mittelblockern Tomas Kmet und Rob Bontje, Kawika Shoji im Zuspiel sowie dessen Bruder Erik Shoji als Libero.

Meister gegen Pokalsieger, Tabellenerster gegen Tabellenzweiter, diese Ansetzung versprach bereits im Voraus pure Spannung und hochklassige Aktionen. Und tatsächlich starteten beide Teams ausgeglichen in die Partie und begeisterten das Publikum schon während der ersten Spielminuten mit spektakulären Ballwechseln.  Hatte zunächst der Gastgeber minimal die Nase vorn (6:4, 9:7), übernahm kurze Zeit später Friedrichshafen  das Ruder. Beim Stand von  11:13 aus Berliner Sicht nahm Lebedew eine erste Auszeit, konnte damit aber nicht verhindern, dass sich ein stark aufspielender VfB Punkt für Punkt weiter absetzte. Dank einer Aufschlagserie vom Niederländer Maarten van Garderen bauten die Gäste den Vorsprung aus (13:14, 13:18), behielten auch nach einer kurzen Aufholjagd des Meisters die Nerven und sicherte sich den ersten Durchgang mit 25:19.

Die Berliner ließen sich von diesem Ergebnis jedoch nicht beunruhigen und übten im zweiten Satz durch eine geschlossene Mannschaftsleistung enormen Druck auf den Gegner aus. Mit starken Aufschlägen und punktgenauen Blockaktionen erspielten sich Touzinsky & Co einen komfortablen Vorsprung (8:5, 12:6) und ließen das Team von Trainer Stelian Moculescu nun kaum mehr zum Zug kommen. Ein erfolgreicher Block von Carroll sorgte für das 16:10 zugunsten der Hausherren und auch in der Folgezeit dominierte der Meister die Szenerie im „Volleyballtempel“. Ungefährdet zogen die Berliner davon, bis ein Aufschlagfehler von VfB-Mittelblocker Nicholas Vogel das 25:16 und damit den 1:1-Satzausgleich besiegelte.

Die Schützlinge von Coach Lebedew hielten das Niveau in Satz drei weiterhin hoch. Von der Euphorie auf den bestens gefüllten Zuschauerrängen getragen, drehten die Hauptstädter nun vollends auf. Auf allen Positionen zeigten die BR Volleys hohen Einsatz und bestimmten weiterhin das Spielgeschehen. Fast teilnahmslos sahen die Friedrichshafener dabei zu, wie ihnen die Bälle um die Ohren geschlagen wurden. Kmet verwandelte den zweiten Satzball zum deutlichen 25:13!

Der klare Satzverlust rüttelte die Friedrichshafener offensichtlich wach, denn der VfB kämpfte sich – nun deutlich präsenter – zurück ins Spiel. Nach den einseitigen Vorgängersätzen erlebte das Publikum jetzt einen offenen Schlagabtausch. Nachdem sich die Gäste zunächst leicht absetzen konnten (2:5, 6:8), entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopfrennen (11:11, 12:12, 13:13, 14:14, 15:15, 16:16). In der Schlussphase des Satzes ließen die Berliner jedoch zu viele Punktchancen ungenutzt, was der VfB eiskalt ausnutzte (17:19, 20:23). Folgerichtig ging der Abschnitt mit 25:20 an Friedrichshafen und die Entscheidung über Sieg und Niederlage musste im Tie-break fallen.

Dieser war erwartungsgemäß nichts für schwache Nerven. Beide Rivalen kämpften um jeden Punkt und  sorgten für atemberaubende Ballwechsel. Nach ausgeglichenem Beginn (3:3, 6:6) bewiesen die BR Volleys den stärkeren Siegeswillen und setzten sich bis auf drei Zähler ab (9:6, 12:9). Spätestens jetzt gab es auf den Rängen der Max-Schmeling-Halle kein Halten mehr. Unter den lautstarken Zurufen der Fans setzten sich die Hausherren weiter ab, bis Kapitän Touzinsky den ersten Matchball zum umjubelten 15:10 verwandelte.

Dem Berliner Mannschaftsführer stand die Freude nach der geglückten Revanche deutlich ins Gesicht geschrieben: „Wir wollten dieses Spiel vor dieser tollen Kulisse unbedingt gewinnen, ganz besonders nachdem wir die ersten beiden Duelle der Saison verloren hatten. Es war das erwartet enge Match, aber am Ende haben wir in meinen Augen verdient gewonnen.“ Mit Blick auf das Champions-League-Heimspiel gegen Budvanska Rivijera Budva am kommenden Mittwoch sagte der US-Amerikaner: „Was Einsatz und Leistung betrifft, war das heute genau das, was wir auch gegen Budva brauchen, um dieses wichtige Spiel für uns zu entscheiden.“

VfB-Trainer Stelian Moculescu zeigte sich nach der Partie trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Beide Mannschaften haben auf einem hohen Niveau gespielt. Wenn es läuft, dann läuft es und das haben heute beide Seiten eindrucksvoll mit tollen Ballwechseln gezeigt. Ich freue mich, dass wir einen Punkt geholt und damit die Tabellenführung verteidigt haben.“

Auch sein Gegenüber Mark Lebedew lobte die Leistung des Gegners: „Beide Mannschaften haben heute auf sehr hohem Niveau gespielt. Ich bin zufrieden mit unserem Spiel, das im zweiten und dritten Satz fast perfekt war.“ Zwar ging ein Tabellenpunkt an Friedrichshafen, aber „der Sieg war trotzdem enorm wichtig für uns. Denn Siege sind es, die in den Play-offs entscheiden“, sagte der Australier.

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