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Playoff-Auftakt geglückt

Sa 26.03.2016

Die BR Volleys haben sich und ihren Fans ein vorzeitiges Ostergeschenk bereitet: Vor 3.462 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle besiegte die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti zum Playoff-Auftakt die Gäste von Chemie Volley Mitteldeutschland mit 3:0 (25:18, 25:19, 25:23). Dank dieses Heimerfolgs haben die Hauptstädter nun gute Chancen, sich in der Viertelfinalserie im Modus "best of three" gegen die Piraten aus Spergau durchzusetzen und ins Halbfinale einzuziehen.


2016-03-26

Foto: BR Volleys


Ob Coach Serniotti sich noch erinnern konnte, wann er das letzte Mal alle seine zwölf Spieler zur Verfügung hatte? Am Samstagabend war es endlich mal wieder soweit. Mit Tomas Kmet stand auch der letzte Verletzte erstmals wieder im Aufgebot. Der Italiener begann trotzdem mit seiner gewohnten Startformartion, bestehend aus Carroll, Le Goff, Lotman, Fischer, Zhukouski, Kromm und Shoji.

Die BR Volleys wurden im ersten Satz zunächst kalt erwischt. Nach einem Ass von Jaroslaw Lech sah sich der Deutsche Pokalsieger schnell mit 1:5 im Rückstand. Nachdem zu Beginn längst nicht alles rund lief, brachte Kapitän Kromm sein Team mit starken Aufschlägen in die Spur und nach einem Carroll-Angriff konnten die Fans in der Max-Schmeling-Halle erstmals eine Führung bejubeln (7:6). Die Berliner hatten sichtbar Mühe in das Match zu finden, konnten sich aber mit einer erneuten Service-Serie, diesmal von Lotman, dennoch leicht absetzen (14:10). Die Männer in Orange verteidigten die Führung konstant (16:12, 20:16) und zogen in der Schlussphase das Tempo an. Der Australier Carroll beendete den ersten Satz standesgemäß (25:18).

Berlins Volleyballteam Nr. 1 wollte nun an die starke Endphase von Durchgang eins anknüpfen und startete fokussiert. Le Goff eröffnete den zweiten Satz mit gefährlichen Aufschlägen und brachte die Hausherren in Führung (4:0). Als den BR Volleys dann plötzlich die Durchschlagskraft verloren ging, waren die Spergauer zurück im Match (7:7). Das CVM-Team erspielte sich durch Lech im Angriff kurze Zeit sogar einen Vorsprung und weckte die Berliner damit auf. Lotman nahm das Heft erneut in sein an diesem Tag goldenes Händchen. Erst punktete der Amerikaner selbst, dann ließ er insgesamt sieben krachende Aufschläge folgen und gab seiner Mannschaft die dringend nötige Sicherheit (17:10). In der Endphase brachte Serniotti dann Baroti für Carroll und wenig später De Marchi für Kromm ins Spiel. Der eingewechselte Italiener war der Protagonist der letzten Ballwechsel. Mit einer spektakulären Rettungsaktion ebnete er den Weg für fünf Satzbälle seines Teams und verwandelte selbst die erste sich bietende Gelegenheit (25:19).

Konnte sich zu Beginn der vorherigen Durchgänge jeweils ein Team absetzen, ging es in Satz drei zunächst ausgeglichen los (4:4). Auch wenn es im Berliner Angriff weiter hier und da hakte, schaffte es der BR Volleys Block regelmäßig die Hände an den Ball zu bekommen und so hielten Fischer & Co. die Angriffsquoten der Gäste niedrig. Die Sachsen-Anhalter kämpften aufopferungsvoll um jeden Ball und kamen nach Rückstand immer wieder zurück (11:11). Die Hauptstädter schafften es hingegen nicht, sich entscheidend abzusetzen (17:17). Erst als Carroll und Kromm treffsicherer wurden, war der Favorit nicht mehr zu aufzuhalten. Eine Aufschlagserie des Australiers leitete die Endphase ein (21:17). Diese Führung münzte man wenig später in drei Matchbälle um, benötigte aber alle drei Versuche, um den ersten Playoff-Sieg perfekt zu machen. Dem MVP der Partie Paul Lotman war es vorbehalten, den letzten Punkt zu verwandeln (25:23).

Trainer Roberto Serniotti reflektierte nach der Begegnung nüchtern: „Ich bin zufrieden mit unserem Start in die Playoffs. Die einwöchige Spielpause war für uns fast ein wenig ungewohnt nach dem intensiven Programm seit Beginn dieses Jahres. Wir waren aber im entscheidenden Moment fokussiert und haben gegen ein stark auftretendes Mitteldeutschland unsere Form bestätigt.“

Mit diesem wichtigen Heimsieg zum Playoff-Auftakt haben die BR Volleys den nötigen Rückenwind für das nächste, ungleich schwierigere Duell im Volleyballtempel: das CEV-Cup-Finale gegen Gazprom-Ugra Surgut aus Russland. Direkt nach den Osterfeiertagen, am Dienstagabend (29. März um 19.30 Uhr), kommt es in der Max-Schmeling-Halle zum ersten Europacup-Endspiel der Vereinsgeschichte. Vor heimischer Kulisse soll der Grundstein für die Sensation gelegt werden, die Kapitän Robert Kromm und sein Team dann wenige Tage später (02. April, 15.00 Uhr MEZ) in Sibirien vollenden wollen.

 

 

Trainer Roberto Serniotti startete mit Diagonalangreifer Paul Carroll, den Außenangreifern Robert Kromm und Ruben Schott, den Mittelblockern Nicolas Le Goff und Felix Fischer, Zuspieler Tsimafei Zhukouski sowie Libero Erik Shoji.
 
Erst am Morgen hatte die Volleyball Bundesliga aufgrund nicht erfüllter Lizenzauflagen den Abzug von sechs Punkten vom Konto der VSG Coburg/Grub bekannt gegeben, womit die Mannschaft bereits vor der Partie als Absteiger feststand. Um ihr vorerst letztes Match in der Eliteliga angemessen zu zelebrieren, waren die Oberfranken mit zahlreichen Fans nach Berlin gereist. Trotz dieser Unterstützung und eines engagierten Auftritts der Gäste erspielten sich die Hausherren schon früh einen Vorteil (8:6). Eine stabile Abwehrleistung ermöglichte es Serniottis Schützlingen ein variables und schnelles Angriffsspiel aufzuziehen, das den Gegner zunehmend unter Druck setzte (16:9). Fokussiert baute der Favorit seine Führung aus (23:14), ehe Carroll nach einem umkämpften Ballwechsel zum ersten Satzball punktete. Ein Angriff der VSG ins Aus besiegelte schließlich das ungefährdete 25:14 zugunsten der Hauptstädter.
 
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6) brachte Schott die Berliner mit zwei Aufschlagassen auch im Folgesatz schnell in Führung (9:6). Doch Konzentrationsfehler der Männer in Orange ließen die Gäste wieder herankommen (11:11). Mit bärenstarken Angriffen leitete der Australier Carroll schließlich den Endspurt ein (19:15, 23:16) und Arpad Baroti, kurz zuvor für Carroll eingewechselt, brachte den BR Volleys den nächsten Satzball, der im zweiten Versuch durch einen Coburger Aufschlagfehler zum 25:17 entschieden wurde.
 
Mit Sebastian Kühner für Zhukouski auf der Zuspielposition hielten die Berliner den Druck in der Folgezeit hoch und ließen das VSG-Team auch im dritten Satz nicht ins Spiel kommen. Zwar präsentierte sich Coburg kampfstark, die BR Volleys aber agierten konsequent und gingen erneut früh in Front (9:6). Zwischenzeitlich kamen die Gäste zwar bis auf einen Zähler heran (11:10), aber Kapitän Kromm brachte sein Team mit einer Aufschlagserie zurück in die Erfolgsspur (18:11). Ein letztes Aufbäumen des Absteigers (22:18) kam zu spät, denn die Hausherren wollten keineswegs in die Verlängerung. Einmal mehr war es Kromm, der per Angriff nach 70 Spielminuten zum 25:20 und 3:0-Matchgewinn vollendete.
 
VSG-Trainer Itamar Stein bilanzierte das Spiel mit gemischten Gefühlen: „Wir haben es den BR Volleys heute insgesamt zu leichtgemacht, auch wenn sie natürlich klar besser sind. Das Match war okay, aber nicht mehr. Ich denke, wir haben uns mit Anstand verabschiedet.“ Auch zur finanziellen Situation seines Vereins äußerte sich Stein: „Es war unsere Aufgabe, diese Saison auf einem wirtschaftlich soliden Fundament zu bestreiten. Das haben wir nicht geschafft. Ich hoffe, wir werden dafür in der Zukunft bessere Lösungen finden.“
 
Bei Berlins MVP Arpad Baroti fiel das Fazit am Samstag erwartungsgemäß positiv aus: „Ich freue mich sehr über diesen klaren 3:0-Erfolg. Wir hatten auf alle Coburger Bemühungen immer die richtige Antwort. Nun haben wir am Dienstag ein ganz wichtiges Spiel vor uns, für das wir alle Kräfte bündeln müssen“, lenkte der Diagonalangreifer den Fokus bereits auf das schwierige CEV-Cup-Halbfinale gegen Knack Roeselare.
 
Auch Coach Roberto Serniotti zeigte sich mit dem Hauptrundenabschluss seines Teams zufrieden: „Ich freue mich über das Ergebnis und die konzentrierte Vorstellung meiner Mannschaft. Das war ein gutes Training ohne Druck für die kommenden Aufgaben. Ich konnte wieder alle Spieler einsetzen und jeder Einzelne hat seinen Job wirklich gut gemacht.“ Auch der Italiener richtete seinen Blick bereits auf die bevorstehenden internationalen Aufgaben: „Meine Spieler sind erfahren genug und wissen um die große Bedeutung dieser beiden Spiele. Uns erwarten zwei großartige Duelle gegen eine europäische Spitzenmannschaft. Sollten wir es am Ende tatsächlich schaffen, in das Finale einzuziehen, wäre das ein riesiger Erfolg für den Verein.“ 
 
lmt

 

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