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Ein wichtiger Schritt

Di 12.04.2016

Die BR Volleys sind erfolgreich in das Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gestartet und erspielten sich am Dienstagabend in der „best of three“-Serie vor heimischer Kulisse einen wichtigen Vorteil: Vor 3.625 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle setzten sich Kapitän Robert Kromm & Co in einem hochspannenden Duell mit 3:2 (25:20, 26:24, 23:25, 18:25, 15:12) gegen die stark aufspielende SVG Lüneburg durch. Damit könnten die Berliner die Serie bereits am kommenden Samstag (16. April um 20.00 Uhr) durch einen Auswärsterfolg in der Gellersenhalle für sich entscheiden und das Ticket für die Finalrunde lösen.


2016-04-12

Foto: Eckhard Herfet


Berlins Coach Roberto Serniotti setzte auch in der wichtigen Partie gegen Lüneburg auf seine Startformation der letzten Spiele mit den Außenangreifern Robert Kromm und Paul Lotman, Diagonalangreifer Paul Carroll, Nicholas Le Goff und Felix Fischer im Mittelblock, Tsimafei Zhukouski als Zuspieler sowie Libero Erik Shoji.

Die Gäste aus Niedersachsen gingen von Beginn an konzentriert in die Partie und forderten die Hausherren mit stabiler Annahme und Abwehr sowie cleveren Angriffen heraus (4:4), während die Berliner einige Minuten brauchten, um ihren Rhythmus zu finden. Pünktlich zur technischen Auszeit stabilisierten die BR Volleys ihr Spiel (8:7) und setzten sich in der Folgezeit auf mehrere Punkte ab (13:9, 17:14). Mit hammerharten Angriffen von Außenangreifer Steven Marshall und einem Ass von Nickolas Del Bianco schafften die Lüneburger jedoch den Ausgleich (17:17). Lotman reagierte und brachte seine Farben mit starken Aufschlägen erneut in Front (20:17). Die Berliner ließen sich jetzt nicht mehr stoppen und erspielten sich mit fünf Zählern Vorsprung den ersten Satzball (24:19), der im zweiten Anlauf durch einen gegnerischen Servicefehler zum 25:20 verwandelt wurde.

In Durchgang zwei hatten die BR Volleys merklich mit der Konzentration zu kämpfen. Zahlreiche Eigenfehler der Berliner und eine hervorragende Abwehrleistung auf der anderen Netzseite brachten die SVG in Führung (5:8, 8:12). Zwar konnten die Hauptstädter ihr Spiel zwischenzeitlich stabilisieren und bis auf einen Punkt herankommen (12:13), die Lüneburger witterten aber die große Chance auf den Satzausgleich und zogen das Tempo erneut an (12:16). Beim Stand von 15:21 aus Berliner Sicht schien der Durchgang entschieden, doch die Serniotti-Schützlinge bewiesen ihren Kampfgeist. Unter dem lautstarken Jubel des Publikums verringerten die Männer in Orange den Abstand Punkt für Punkt (18:21, 22:23). Die Spannung im Volleyballtempel war jetzt kaum noch steigerbar: Ein Fehler der Gastgeber schenkte der SVG zwei Satzbälle (22:24), aber Carroll verkürzte erneut und lieferte Lotman damit die Gelegenheit zum Ausgleich (24:24). Der US-Amerikaner, später zum MVP ernannt, avancierte zum Mann der Stunde und brachte seiner Mannschaft mit einem weiteren spektakulären Angriff nicht nur den Satzball, sondern punktete auch zum erlösenden Satzgewinn (26:24).

Auch in Satz drei machten es die Kontrahenten spannend und sorgten für ein Wechselbad der Gefühle. Wieder präsentierten sich die Gäste in der Anfangsphase fokussierter und legten schnell vor (1:4, 5:8). Kromm sorgte zwar für den zwischenzeitlichen Ausgleich (10:10), doch der Außenseiter agierte mit mehr Biss und ging dank variablem Angriffsspiel erneut in Führung (12:13, 15:18). Der Satzgewinn war für die Niedersachsen zum Greifen nah (21:24), doch wie im Vorgängerdurchgang versagten im entscheidenden Moment kurzzeitig die Nerven (23:24). Diesmal konnten die Hauptstädter aber nicht mehr kontern und Lüneburg, angetrieben von zirka 100 mitgereisten Fans, entschied den Satz mit 25:23 für sich.

Davon motiviert und im Selbstbewusstsein gestärkt legte die SVG in Abschnitt vier einen wahren Blitzstart hin (2:8, 4:12) und schlug den verunsicherten Berlinern die Bälle nur so um die Ohren. Die Hauptstädter standen dem Durchmarsch der Gäste ratlos gegenüber und auch mehrere Spielerwechsel – Tomas Kmet für Le Goff, Ruben Schott für Kromm sowie Sebastian Kühner für Zhukouski – zeigten nicht die erhoffte Wirkung (9:16, 14:20). Die Lüneburger nutzten die Schwächen im gegnerischen Team bis zum Satzende konsequent aus und ein Ass von Jannik Pörner sorgte per 25:18 für den Satzausgleich.

Dieses deutliche Resultat rüttelte die Berliner wach. Nach dem zuvor einseitigen Spielgeschehen lieferten sich die Gegner im Tiebreak einen erbitterten Kampf (6:6, 10:10). Mit zwei wichtigen Angriffen brachte Kapitän Kromm seine Mannschaft in der Schlussphase in Führung (13:11), Fischer legte per Block nach und sicherte den BR Volleys den ersten Matchball des Abends. Chance Nummer eins schickte Carroll ins Netz, doch Kromm behielt die Nerven und vollendete zum 3:2-Sieg (15:12).

BR Volleys Coach Roberto Serniotti zollte der Leistung des Gegners nach der Partie großen Respekt: „Lüneburg ist ein wirklich gutes Team und es war zu erwarten, dass es spannend werden würde. Diese Mannschaft ist nicht nur zu Hause stark, wie viele meinen“, sagte der Italiener und zeigte sich sichtlich erleichtert über den Sieg: „Ich bin sehr glücklich über diesen Erfolg, weil wir uns diesen wirklich erkämpfen mussten. Wir haben nie aufgehört weiterzuspielen, auch wenn es nicht so gut lief. Ganz wichtig war heute natürlich, dass wir den zweiten Satz am Ende noch drehen konnten.“

Auch Publikumsliebling Felix Fischer hatte mit einem starken Kontrahenten gerechnet: „Wir wussten, dass es heute schwer werden würde. Die Lüneburger haben uns mit ihrem Aufschlag unter Druck gesetzt und waren sehr gut auf uns eingestellt“, resümierte der Mittelblocker und erklärte: „Nach den großen Erfolgen der letzten Wochen hat uns dieses enge Spiel auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, das motiviert uns jetzt aber erst recht!“ Diese Motivation und ihr gesamten Können werden für Fischer und Co auch nötig sein, wenn sie am Samstag im zweiten Duell dieser Serie in Lüneburg bestehen und ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einziehen wollen.

Die Bildergalerie zum ersten Playoff-Halbfinale gibt es <<< HIER >>>

 

Trainer Roberto Serniotti startete mit Diagonalangreifer Paul Carroll, den Außenangreifern Robert Kromm und Ruben Schott, den Mittelblockern Nicolas Le Goff und Felix Fischer, Zuspieler Tsimafei Zhukouski sowie Libero Erik Shoji.
 
Erst am Morgen hatte die Volleyball Bundesliga aufgrund nicht erfüllter Lizenzauflagen den Abzug von sechs Punkten vom Konto der VSG Coburg/Grub bekannt gegeben, womit die Mannschaft bereits vor der Partie als Absteiger feststand. Um ihr vorerst letztes Match in der Eliteliga angemessen zu zelebrieren, waren die Oberfranken mit zahlreichen Fans nach Berlin gereist. Trotz dieser Unterstützung und eines engagierten Auftritts der Gäste erspielten sich die Hausherren schon früh einen Vorteil (8:6). Eine stabile Abwehrleistung ermöglichte es Serniottis Schützlingen ein variables und schnelles Angriffsspiel aufzuziehen, das den Gegner zunehmend unter Druck setzte (16:9). Fokussiert baute der Favorit seine Führung aus (23:14), ehe Carroll nach einem umkämpften Ballwechsel zum ersten Satzball punktete. Ein Angriff der VSG ins Aus besiegelte schließlich das ungefährdete 25:14 zugunsten der Hauptstädter.
 
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6) brachte Schott die Berliner mit zwei Aufschlagassen auch im Folgesatz schnell in Führung (9:6). Doch Konzentrationsfehler der Männer in Orange ließen die Gäste wieder herankommen (11:11). Mit bärenstarken Angriffen leitete der Australier Carroll schließlich den Endspurt ein (19:15, 23:16) und Arpad Baroti, kurz zuvor für Carroll eingewechselt, brachte den BR Volleys den nächsten Satzball, der im zweiten Versuch durch einen Coburger Aufschlagfehler zum 25:17 entschieden wurde.
 
Mit Sebastian Kühner für Zhukouski auf der Zuspielposition hielten die Berliner den Druck in der Folgezeit hoch und ließen das VSG-Team auch im dritten Satz nicht ins Spiel kommen. Zwar präsentierte sich Coburg kampfstark, die BR Volleys aber agierten konsequent und gingen erneut früh in Front (9:6). Zwischenzeitlich kamen die Gäste zwar bis auf einen Zähler heran (11:10), aber Kapitän Kromm brachte sein Team mit einer Aufschlagserie zurück in die Erfolgsspur (18:11). Ein letztes Aufbäumen des Absteigers (22:18) kam zu spät, denn die Hausherren wollten keineswegs in die Verlängerung. Einmal mehr war es Kromm, der per Angriff nach 70 Spielminuten zum 25:20 und 3:0-Matchgewinn vollendete.
 
VSG-Trainer Itamar Stein bilanzierte das Spiel mit gemischten Gefühlen: „Wir haben es den BR Volleys heute insgesamt zu leichtgemacht, auch wenn sie natürlich klar besser sind. Das Match war okay, aber nicht mehr. Ich denke, wir haben uns mit Anstand verabschiedet.“ Auch zur finanziellen Situation seines Vereins äußerte sich Stein: „Es war unsere Aufgabe, diese Saison auf einem wirtschaftlich soliden Fundament zu bestreiten. Das haben wir nicht geschafft. Ich hoffe, wir werden dafür in der Zukunft bessere Lösungen finden.“
 
Bei Berlins MVP Arpad Baroti fiel das Fazit am Samstag erwartungsgemäß positiv aus: „Ich freue mich sehr über diesen klaren 3:0-Erfolg. Wir hatten auf alle Coburger Bemühungen immer die richtige Antwort. Nun haben wir am Dienstag ein ganz wichtiges Spiel vor uns, für das wir alle Kräfte bündeln müssen“, lenkte der Diagonalangreifer den Fokus bereits auf das schwierige CEV-Cup-Halbfinale gegen Knack Roeselare.
 
Auch Coach Roberto Serniotti zeigte sich mit dem Hauptrundenabschluss seines Teams zufrieden: „Ich freue mich über das Ergebnis und die konzentrierte Vorstellung meiner Mannschaft. Das war ein gutes Training ohne Druck für die kommenden Aufgaben. Ich konnte wieder alle Spieler einsetzen und jeder Einzelne hat seinen Job wirklich gut gemacht.“ Auch der Italiener richtete seinen Blick bereits auf die bevorstehenden internationalen Aufgaben: „Meine Spieler sind erfahren genug und wissen um die große Bedeutung dieser beiden Spiele. Uns erwarten zwei großartige Duelle gegen eine europäische Spitzenmannschaft. Sollten wir es am Ende tatsächlich schaffen, in das Finale einzuziehen, wäre das ein riesiger Erfolg für den Verein.“ 
 
lmt

 

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