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Einen Bigpoint gelandet

Do 28.04.2016

Die BR Volleys haben in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen echten Bigpoint gelandet. Am Donnerstagabend bot die Mannschaft von Cheftrainer Roberto Serniotti dem Rekordmeister und Titelverteidiger VfB Friedrichshafen in einem dramatischen Match die Stirn und hatte in der ZF Arena im Tiebreak das bessere Ende für sich - 3:2 (13:25, 25:21, 25:23, 18:25, 19:17). Nach zwei abgewehrten Matchbällen durften das Team und die mitgereisten Fans den wichtigen Auswärtssieg bejubeln. Nun haben die Berliner bereits am Sonntag (01. Mai um 15.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle die Möglichkeit, die Meisterschale zurück in die Hauptstadt zu holen.


2016-04-28

Foto: Günther Kram


Sowohl Gästetrainer Serniotti als auch VfB-Trainer Stelian Moculescu gingen gegenüber dem Auftaktmatch mit unveränderter Startformation in das zweite Duell am Bodensee. Die BR Volleys fanden nur sehr schwer in dieses zweite Aufeinandertreffen, während die gastgebenden Häfler fulminant starteten. Mittelblocker Nalobin und Diagonalangreifer Gontariu fanden immer wieder Lücken im gegnerischen Block und nach einem Andrae-Ass führte der Rekordmeister zur technischen Auszeit deutlich (3:8). Diesem frühen Rückstand hechelte der Hauptstadtclub bis zum Satzende hinterher. Berlin konnte zwar die längeren Ballwechsel spektakulär für sich entscheiden, aber Friedrichshafen fand mit Schnellangriffen über die Mitte immer wieder die passenden Antworten (6:11, 9:13). Zumindest der Block griff nun mehrfach zu, aber in Angriff und Aufschlag fehlte bei den Gästen weiterhin die Durchschlagskraft (13:19). Dann trat Geiler an die Servicelinie und zeigte das, was ihm vor vier Tagen im Volleyballtempel nicht so recht gelingen wollte. Der beste Aufschläger der Liga stellte seine Klasse unter Beweis und verwandelte letzendlich höchstpersönlich aus dem Hinterfeld zum Satzgewinn für die Hausherren (13:25).

In Durchgang zwei zeigten Robert Kromm und Co. jedoch ein anderes Gesicht. Mehrere schnelle Breakpunkte zwangen den VfB zur Auszeit (6:2). Die Berliner fanden ihren Rhythmus und organisierten die Annahme um Libero Erik Shoji besser. Mit Aufschlägen von Tsimafei Zhukouski wurde der Druck auf die Häfler nochmals erhöht und so konnte der Vorsprung ausgebaut werden (11:5). Nach kurzer Schwächephase (11:7) und einer Auszeit fand Berlins Volleyballteam Nr. 1 wieder in die Spur. Die im Hinspiel so erfolgreiche Angriffsachse, bestehend aus Kromm und Paul Carroll, erhöhte die Schlagzahl und der Australier blockte zum 16:11. Der VfB kämpfte sich allmählich wieder heran und Serniotti brachte seinen Landsmann Francesco De Marchi ins Spiel, um die Annahme zu stabilisieren. Als der Satzausgang auf der Kippe stand, machte der wieder aufs Parkett zurückgekehrte Kromm einen ganz wichtigen und hart umkämpften Punkt (22:20). Dieser Ballwechsel wurde zur Initialzündung und der gerade eingewechselte Tomas Kmet blockte zum Satzausgleich (25:21).

Die Anfangsphase von Satz drei war von zwei Komponenten geprägt. Die erste trägt einen Zopf und heißt Geiler, die zweite waren technische Unsauberkeiten auf beiden Seiten (2:4, 5:7). Als die BR Volleys sich gerade den Ausgleich erkämpft hatten (9:9), schlugen die Männer vom Bodensee zurück. Kapitän Tischer streute zwei Asse ein und stellte auf 9:12. Nun schlichen sich regelmäßig Fehler beim VfB-Team ein und nach brillianten Abwehraktionen von Paul Lotman im intensivsten Ballwechsel der Partie waren die Berliner zurück (14:14). Wenig später sicherten sich die Hauptstädter ein ganz wichtiges Break, welches in der Folge aufopferungsvoll verteidigt wurde (19:17, 22:20). Für die letzten drei Punkte brauchten die BR Volleys dann nicht mehr viel tun. Gleich drei Aufschläge der Häfler landeten im Netz (25:23).

Nun hatten die Serniotti-Schützlinge also die große Chance, sich dieses Match zu sichern. Aber diese Aussicht schien das BR Volleys Team zunächst zu hemmen. Den Häflern gelang ein frühes Break und diesen Vorsprung gaben dei Gastgeber vorerst nicht mehr aus der Hand (1:3, 6:8). Carroll schaltete nach guten Zhukouski-Zuspielen einen Gang hoch und besorgte den Ausgleich (9:9). Kurz darauf konnten die mitgereisten Fans des "7. Mann" lautstark die erste Führung in Satz vier bejubeln. Kapitän Kromm drosch ein Ass auf den Boden der ZF Arena (13:12). Aber der VfB hatte in Person von Geiler die passende Antwort und drehte den Druchgang zu seinen Gunsten (14:17). Als zahlreiche Aufschlagfehler kein flüssiges Spiel zustande kommen ließen, waren es die Friedrichshafener, die zuerst wieder ihre Linie fanden (18:23). Nach einem Kromm-Fehler nutze Gauna die erste sich bietende Gelegenheit und glich das Match wieder aus (18:25).

Wie schon im Halbfinale gegen die SVG Lüneburg musste also der Tiebreak auch in diesem Auswärtsspiel die Entscheidung bringen. Die BR Volleys begannen überraschend nervös. Konnte man bis dato frei aufspielen, hatten die Berliner plötzlich etwas zu verlieren. Früh liefen die Hauptstädter einem Rückstand hinterher (1:4, 5:8). Friedrichshafen hingegen nutzte seine Gelegenheiten mit Übersicht und Klasse (9:11). Aber der Berliner Kampfgeist war noch nicht gebrochen und wurde mit dem Ausgleich belohnt (11:11). Die Nervosität war nun auf beiden Seiten spürbar und zahlreiche Aufschlagfehler waren die Folge. Bei zwei Matchbällen der Häfler (13:14, 14:15) bewahrten die BR Volleys einen kühlen Kopf und Lotman steuerte zwei ganz wichtige Punkte bei (16:15). Im dritten Berliner Anlauf machte Zhukouski mit einem Ass schließlich den Auswärtserfolg perfekt (19:17).

Kapitän Kromm zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: "Wir haben über den Kampf in dieses Match gefunden. Es wurde der erwartet schwere Gang gegen ein deutlich verbessertes Friedrichshafen. Aber wir haben ein großes Kämpferherz sowie eine starke Siegermentalität und konnten genau diese Eigenschaften letztlich in den Sieg ummünzen. Das war heute ein großer Schritt, aber noch sind wir längst nicht am Ziel. Wir müssen am Sonntag noch einmal unser ganzes Können in die Waagschale werfen."

VfB-Zuspieler Simon Tischer war nach der unglücklichen Niederlage sichtlich niedergeschlagen: „Wir müssen einfach den Aufschlag druckvoll ins Spiel bringen. Das ist uns in den entscheidenden Momenten leider nicht gelungen. Es war eine Partie auf hohem Niveau und eigentlich hatten wir Berlin ganz gut im Griff. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und als wir diese vergaben, haben die BR Volleys gnadenlos zugeschlagen.“

Mit diesem immens wichtigen Auswärtserfolg haben sich die BR Volleys eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen und haben nun gleich drei Möglichkeiten, den dritten Titel der Saison und damit das erste Triple der Vereinshistorie zu gewinnen. Chance Nummer eins haben die Berliner bereits am Sonntag um 15.00 Uhr in der heimischen Max-Schmeling-Halle. 

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Trainer Roberto Serniotti startete mit Diagonalangreifer Paul Carroll, den Außenangreifern Robert Kromm und Ruben Schott, den Mittelblockern Nicolas Le Goff und Felix Fischer, Zuspieler Tsimafei Zhukouski sowie Libero Erik Shoji.
 
Erst am Morgen hatte die Volleyball Bundesliga aufgrund nicht erfüllter Lizenzauflagen den Abzug von sechs Punkten vom Konto der VSG Coburg/Grub bekannt gegeben, womit die Mannschaft bereits vor der Partie als Absteiger feststand. Um ihr vorerst letztes Match in der Eliteliga angemessen zu zelebrieren, waren die Oberfranken mit zahlreichen Fans nach Berlin gereist. Trotz dieser Unterstützung und eines engagierten Auftritts der Gäste erspielten sich die Hausherren schon früh einen Vorteil (8:6). Eine stabile Abwehrleistung ermöglichte es Serniottis Schützlingen ein variables und schnelles Angriffsspiel aufzuziehen, das den Gegner zunehmend unter Druck setzte (16:9). Fokussiert baute der Favorit seine Führung aus (23:14), ehe Carroll nach einem umkämpften Ballwechsel zum ersten Satzball punktete. Ein Angriff der VSG ins Aus besiegelte schließlich das ungefährdete 25:14 zugunsten der Hauptstädter.
 
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6) brachte Schott die Berliner mit zwei Aufschlagassen auch im Folgesatz schnell in Führung (9:6). Doch Konzentrationsfehler der Männer in Orange ließen die Gäste wieder herankommen (11:11). Mit bärenstarken Angriffen leitete der Australier Carroll schließlich den Endspurt ein (19:15, 23:16) und Arpad Baroti, kurz zuvor für Carroll eingewechselt, brachte den BR Volleys den nächsten Satzball, der im zweiten Versuch durch einen Coburger Aufschlagfehler zum 25:17 entschieden wurde.
 
Mit Sebastian Kühner für Zhukouski auf der Zuspielposition hielten die Berliner den Druck in der Folgezeit hoch und ließen das VSG-Team auch im dritten Satz nicht ins Spiel kommen. Zwar präsentierte sich Coburg kampfstark, die BR Volleys aber agierten konsequent und gingen erneut früh in Front (9:6). Zwischenzeitlich kamen die Gäste zwar bis auf einen Zähler heran (11:10), aber Kapitän Kromm brachte sein Team mit einer Aufschlagserie zurück in die Erfolgsspur (18:11). Ein letztes Aufbäumen des Absteigers (22:18) kam zu spät, denn die Hausherren wollten keineswegs in die Verlängerung. Einmal mehr war es Kromm, der per Angriff nach 70 Spielminuten zum 25:20 und 3:0-Matchgewinn vollendete.
 
VSG-Trainer Itamar Stein bilanzierte das Spiel mit gemischten Gefühlen: „Wir haben es den BR Volleys heute insgesamt zu leichtgemacht, auch wenn sie natürlich klar besser sind. Das Match war okay, aber nicht mehr. Ich denke, wir haben uns mit Anstand verabschiedet.“ Auch zur finanziellen Situation seines Vereins äußerte sich Stein: „Es war unsere Aufgabe, diese Saison auf einem wirtschaftlich soliden Fundament zu bestreiten. Das haben wir nicht geschafft. Ich hoffe, wir werden dafür in der Zukunft bessere Lösungen finden.“
 
Bei Berlins MVP Arpad Baroti fiel das Fazit am Samstag erwartungsgemäß positiv aus: „Ich freue mich sehr über diesen klaren 3:0-Erfolg. Wir hatten auf alle Coburger Bemühungen immer die richtige Antwort. Nun haben wir am Dienstag ein ganz wichtiges Spiel vor uns, für das wir alle Kräfte bündeln müssen“, lenkte der Diagonalangreifer den Fokus bereits auf das schwierige CEV-Cup-Halbfinale gegen Knack Roeselare.
 
Auch Coach Roberto Serniotti zeigte sich mit dem Hauptrundenabschluss seines Teams zufrieden: „Ich freue mich über das Ergebnis und die konzentrierte Vorstellung meiner Mannschaft. Das war ein gutes Training ohne Druck für die kommenden Aufgaben. Ich konnte wieder alle Spieler einsetzen und jeder Einzelne hat seinen Job wirklich gut gemacht.“ Auch der Italiener richtete seinen Blick bereits auf die bevorstehenden internationalen Aufgaben: „Meine Spieler sind erfahren genug und wissen um die große Bedeutung dieser beiden Spiele. Uns erwarten zwei großartige Duelle gegen eine europäische Spitzenmannschaft. Sollten wir es am Ende tatsächlich schaffen, in das Finale einzuziehen, wäre das ein riesiger Erfolg für den Verein.“ 
 
lmt

 

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