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Der dreifache Zhukouski

Sa 19.11.2016
Dass Zuspieler Tsimafei Zhukouski in spielentscheidenden Momenten gern mal ein Ass schlägt, ist in der Hauptstadt hinlänglich bekannt, doch was beim klaren 3:0-Auswärtssieg (25:20, 25:15, 25:16) am Samstag in Tübingen geschah, dürfte ihm und den BR Volleys Fans noch länger in Erinnerung bleiben. Im Duell mit dem TV Rottenburg zeigte der Kroate seine Qualität gleich in dreifacher Ausführung und verwandelte jeden der Satzbälle vor 1.800 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit einem Servicewinner.

2016-11-19

Foto: Moritz Liss


Mit Kapitän Robert Kromm und Nikola Kovacevic als Außenangreifer, den Mittelblockern Graham Vigrass und Felix Fischer, Paul Carroll auf der Diagonalposition sowie Zuspieler Zhukouski und Libero Luke Perry in der "Starting Seven" peilte Coach Roberto Serniotti den vierten Auswärtssieg der Saison an.

Die Berliner legten einen klassischen Fehlstart hin und liefen nach Unaufmerksamkeiten zu Spielbeginn einem Drei-Punkte-Rückstand hinterher (0:3, 5:8). Allerdings war auf Diagonalangreifer Carroll gewohnt Verlass. Der Australier führte die Gäste Schritt für Schritt heran und eine gelungene Aufschlagserie von Kromm stellte die Weichen auf Satzgewinn (14:11). Mit der nötigen Ruhe und Souveränität steuerte Berlins Volleyballteam Nr. 1 dem Ende des Durchgangs entgegen und Zhukouski platzierte ein erstes Mal den Servicewinner zum Satzgewinn (25:20).

Im zweiten Spielabschnitt legten die Berliner los wie die Feuerwehr. Carroll präsentierte sich einmal mehr als Punktemaschine und erspielte den Männern in den schwarzen Auswärtstrikots mit seinen Aufschlägen einen deutlichen Vorsprung (8.1). Aber auch der TVR-Diagonale Ferenc Nemeth zeigte seine Klasse am Service und so startete Rottenburg die Aufholjagd (10:8). Serniotti sah dann, wie sich seine Mannschaft in der Blockarbeit wieder steigerte und damit die Trendwende schaffte (18:12). Die Routiniers Fischer und Kovacevic spielten ihre Erfahrung aus und ließen das pinkefarbene "Tollhaus der Liga" per Block und Hinterfeldangriff abkühlen (22:14). Nach einem weiteren Block von Vigrass ging Zhukouski wieder zur Aufschlaglinie (25:15).

Der kroatischer Spielmacher sorgte auch im dritten Durchgang mit einer frechen Zuspielfinte für den ersten Glanzpunkt (6:4). Die Berliner erzielten durch die Bank weg bärenstarke Angriffsquoten und der später als "Sports&Travel MVP" ausgezeichnete Carroll punktete regelmäßig. Die Gastgeber wehrten sich nach Kräften und zeigten ihrem Heimpublikum immer wieder gelungene Angriffe, konnten letztlich den Triplesieger aber nicht ernsthaft in Gefahr bringen (18:12). Wie schon in den Sätzen zuvor wurde Ruben Schott in der Annahme eingewechselt, um seinem Kapitän eine Verschnaufpause zu geben. Erneut war es ein erfolgreicher BR Volleys Block, der Zhukouski an die Aufschlaglinie schickte (24:16) und das Ende ist bekannt (25:16).

Für MVP Paul Carroll lag der Schlüssel zum klaren Auswärtssieg in der Aufschlagqualität: "Wenn unser Service funktioniert, ist der Druck auf den Gegner immens. Das hat auch Rottenburg heute zu spüren bekommen. Nach der ersten technischen Auszeit waren wir im Rhythmus und haben den Sieg unbeirrt ins Ziel gebracht."

Dank des sechsten Saisonsiegs rangieren die Männer von Headcoach Roberto Serniotti punktgleich mit den United Volleys RheinMain an der Tabellenspitze der Volleyball Bundesliga, was den Trainer positiv stimmt: "Wir können heute rundum zufrieden sein - ein nahezu fehlerloses Spiel, drei Punkte und weiterhin kein Satzverlust. Morgen haben die Spieler einen Tag frei, denn uns stehen nun schwere Spiele bevor, für die wir die Sinne schärfen müssen." Am Donnerstag (24. Nov um 19.30 Uhr) wollen die BR Volleys möglichst mit einem Heimsieg in der Max-Schmeling-Halle gegen den TSV Herrsching in das DVV-Pokalfinale einziehen.

 

Der FIVB Beach Grand Slam im amerikanischen Long Beach findet an diesem Wochenende ohne BR Volleys Akteur Sebastian Fuchs statt. Beim geplanten Abflug in Düsseldorf wurde dem Berliner aufgrund fehlenden Visums die Weiterreise verweigert. Der Grund hierfür ist so skurril wie ärgerlich.

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