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Giganten-Duell geht an Friedrichshafen

So 18.12.2016
Das "Duell der Giganten" hielt, was es versprach und bot ein nervenaufreibendes Volleyball-Spektakel: Vor 6.632 Zuschauern lieferten sich die BR Volleys und der VfB Friedrichshafen am Sonntagnachmittag in der Max-Schmeling-Halle einen emotionalen Schlagabtausch, in dem die stark aufspielenden Häfler am Ende – wie schon beim Supercup – mit 3:0 triumphierten. Der Matchverlauf war jedoch etwas enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Ganze neun Mal und in allen Spielabschnitten hatten die Berliner selbst die Chance zum Satzgewinn (30:32, 25:27, 27:29).

2016-12-18

Foto: Eckhard Herfet


Coach Roberto Serniotti setzte zunächst auf die Formation des Champions-League-Auftakts und startete mit Kapitän Robert Kromm und Steven Marshall im Außenangriff, den beiden Mittelblockern Aleksandar Okolic und Graham Vigrass, Sebastian Kühner als Zuspieler, Wouter ter Maat auf der Diagonalposition sowie Libero Luke Perry.

Gleich der erste Satz entwickelte sich zu einer Zitterpartie – und das, obwohl die Hausherren furios starteten und den VfB mächtig unter Druck setzten. Mit starken Aufschlägen von Kühner und drei Monsterblöcken in Serie gingen die Berliner zur ersten technischen Auszeit in Führung (8:4) und hielten Friedrichshafen dank konstantem Service, stabiler Abwehr und variablen Angriffen auch in der Folgezeit auf Abstand (12:8, 16:11, 18:12). Schienen die Gäste vom selbstbewussten Auftritt des Meisters und der gigantischen Kulisse zunächst beeindruckt, steigerten sie sich in der Satzendphase deutlich und kamen clever aufspielend Punkt für Punkt heran (20:15, 21:19, 22:21). Es folgte ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopfrennen: Kromm & Co holten sich die ersten Satzbälle (24:22), doch der VfB kämpfte sich zurück (24:24). Vier weitere Male hatten die Berliner die Chance zum Satzgewinn, vier weitere Male machten ihnen die Friedrichshafener einen Strich durch die Rechnung. Im entscheidenden Moment behielt das Team von Trainer Vital Heynen die Nerven und brachte schließlich im dritten Anlauf per Block von Georg Klein den Durchgang ins Ziel (32:30).

Die Friedrichshafener hatten jetzt vollends ihren Rhythmus gefunden, knüpften an die starke Endphase des ersten Abschnitts an und zogen mit Michal Finger am Aufschlag in Satz zwei schnell an den BR Volleys vorbei (4:3, 4:6). Der Gastgeber hatte nun spürbar mit der Konzentration zu kämpfen und bot den Häflern so eine gute Angriffsfläche (8:11, 11:16). Doch die Hauptstädter – jetzt mit Tsimafei Zhukousi für Kühner und Nikola Kovacevic für Kromm – fanden zurück in die Spur und setzten zur Aufholjagd an. Geschlossen arbeiteten sie sich heran (16:20, 19:21, 21:21), ehe Fischer per umjubelten Einzelblock sogar die Führung brachte (22:21). Der formstarke ter Maat sicherte den Männern in Orange erneut die ersten Satzbälle (24:22), doch das VfB-Team reagierte aus diesmal nervenstark (24:24). Wie in Durchgang eins nutzte Friedrichshafen seine Chance konsequenter und punktete in Person von Tomas Rousseaux zum Satzgewinn (25:27).

Ähnlich spannend gestaltete sich der dritte Spielabschnitt, in dem sich die beiden Kontrahenten zahlreiche umkämpfte Ballwechsel lieferten, sodass sich weder der Triplesieger noch der Rekordmeister entscheidend absetzen konnten (4:4, 8:8, 12:12). Dann erlebten die wie immer eindrucksvoll unterstützenden BR Volleys Fans endlich den herbei gesehnten Zwischenspurt ihres Teams, das sich durch Marshall und Zhukouski eine 3-Punkte-Führung erspielte (15:12). Doch auch in dieser kritischen Phase bewiesen die Gäste vom Bodensee ihre Klasse, überzeugten durch Kampfgeist und hielten die Spannung hoch (23:23). Diese erreichte in den Folgeminuten ihren Höhepunkt: Erneut sicherte ter Maat dem Hauptstadtclub den ersten Satzball (24:23). Aber einmal mehr agierten die Friedrichshafener abgeklärter, nutzten ihre Möglichkeiten und verwandelten den alles entscheidenden Matchball durch Armin Mustedanovic (29:27).

VfB-Coach Vital Heynen zeigte sich nach der Partie dementsprechend glücklich: "Wir haben es heute in den wichtigen Momenten geschafft, die Ruhe zu bewahren und unser Spiel durchzuziehen. Wir hätten hier auch mit 0:3 verlieren können, aber in den Schlüsselsituationen haben wir etwas cleverer als die Berliner agiert. Wir besitzen eine sehr breit aufgestellte Mannschaft, jeder der Spieler kann jederzeit zum Einsatz kommen. Heute war Daniel Malescha wahrscheinlich mein wichtigster Mann. Immer, wenn er herein gekommen ist, haben wir gepunktet."

Berlins Diagonalangreifer Wouter ter Maat, der zum „Sports&Travel MVP“ ernannt wurde, war angesichts der knappen Satzergebnisse enttäuscht: "Das 0:3 klingt viel deutlicher als das Spiel war, das tut schon weh. Wie waren immer gut im Match, aber ab der 20-Punkte-Marke konnten wir den Ball einfach nicht mehr auf den Boden bekommen. Wir haben bisher eine gute Saison gespielt, es ist also schade, dass wir die Hinrunde jetzt so beenden. Im Moment fühlt sich das nicht besonders toll an, aber wir haben morgen einen Tag frei, den wir zur Regeneration nutzen können", so der Diagonalangreifer, der sich selbstkritisch und angriffslustig zugleich zeigte: "Wir werden aus dieser Niederlage lernen!"

 

Der FIVB Beach Grand Slam im amerikanischen Long Beach findet an diesem Wochenende ohne BR Volleys Akteur Sebastian Fuchs statt. Beim geplanten Abflug in Düsseldorf wurde dem Berliner aufgrund fehlenden Visums die Weiterreise verweigert. Der Grund hierfür ist so skurril wie ärgerlich.

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