DVV-Pokalfinale: Friedrichshafen und Dresden gewinnen Endspiele

Der VfB Friedrichshafen hat zum 15. Mal in seiner Vereinsgeschichte das DVV-Pokalfinale gewonnen und sich vor 11.354 Zuschauern in der SAP Arena in Mannheim mit 3:0 (25-20, 25-8, 25-21) gegen die Bisons Bühl durchgesetzt. Im Anschluss gewann bei den Frauen der Dresdner SC in einem spannenden und abwechslungsreichen Match gegen den VC Wiesbaden in drei Sätzen mit 3:0 (25-21, 25-22, 25-18) den DVV-Pokal.

2018-03-05

Foto: DVV / Conny Kurth


VfB Friedrichshafen vs. Volleyball Bisons Bühl

Von einer Außenseiterrolle wollten die Bisons Bühl zu Beginn des ersten Durchgangs nichts wissen. Hellwach und ohne Respekt vor dem Favoriten vom Bodensee legten sie ordentlich und mit viel Durschlagskraft los. Bestes Beispiel war ein Angriff der Bühler zum 2:1, den der VfB nur noch bis an den über 20 Meter über dem Spielfeld hängenden Videowürfel abprallen lassen konnte.

Eine frühe Premiere gab es auch für die Zuschauer in der Arena: VfB Coach Vital Heynen forderte beim Stand von 4-6 einen Übertritt der Drei-Meter-Linie zu überprüfen, wurde aber von der Zeitlupe widerlegt. Es war das erste Mal in der Geschichte des DVV-Pokals, dass ein Trainer eine Entscheidung challengen konnte. Mit laufender Spielzeit fanden die Favoriten schlussendlich immer besser in die Partie, Bühl leistete sich mehr Fehler und so folgte beim 12-12 der Ausgleich. Mehr und mehr nahmen die Häfler jetzt das Heft in die Hand, auch weil der Block jetzt deutlich effektiver agierte. Über 15-13 und 18-14 marschierte der VfB davon und markierte mit 25-20 den ersten Satzgewinn.

Das Friedrichshafner Getriebe lief  nun wie geschmiert, während Bühl mit eigenen Fehlern zu kämpfen hatte. Ob in der Annahme, beim Aufschlag oder im Angriff, Bühl bekam in dieser Phase keinen Zugriff auf das Spiel. Entsprechend komfortabel zogen die Häfler über 7-3, 18-5 und 22-6  ihre Bahnen und konnten sich hier und da Ungenauigkeiten leisten, ohne den 25-8 Satzerfolg zu gefährden.

Nach zwei verlorenen Sätzen und damit dem Rücken zur Wand fand Bühl den Spaß am Spiel im dritten Satz wieder. Mutige Angriffe und tolle Abwehraktionen wurden belohnt und so war es erneut die Bisons, die sich mit knappen Führungen beim 4-3 und 8-7 zurück ins Match bissen und auch danach nicht locker ließen. Der VfB sah sich unter Druck, behielt aber die Nerven und ließ Bühl nicht weiter davon ziehen. Zwei gleichwertige Mannschaften schenkten sich nun nichts mehr. Letztlich waren es Kleinigkeiten, die nach dem 20-20 den Unterschied ausmachten und am Ende mit 25-21 dem VfB Friedrichshafen einen 3:0-Sieg und damit schon den 15. Pokalerfolg bescherten.

VfB Trainer Vital Heynen: „Ich bin zufrieden, ich denke wir haben clever und geduldig gespielt, auch wenn wir mal zurück lagen. Unsere Stärken in der Abwehr waren auch heute zu erkennen. Bis zur Mitte war der erste Satz sehr interessant, dann hat Bühl mehr Fehler gemacht und wir waren die konstantere Mannschaft. Nach dem zweiten Satz waren wir uns dann etwas zu sicher und haben im dritten mehr Fehler gemacht als davor.“

Simon Tischer: „Wir sind riesig Stolz, dass wir heute den Pokal geholt haben und auf die tolle Unterstützung unserer Fans. Wenn man 31 Spiele in Folge gewonnen hat muss man schon die Euphorie etwas bremsen, denn wir wussten, dass das heute hier kein Selbstläufer wird. Ich denke wir haben nach dem zweiten Satz etwas die Spannung verloren, aber sind dann ruhig geblieben und Bühl musste mehr riskieren um zu Punkten. Das hat uns am Ende des dritten Satzes dann geholfen.“

Bühl-Coach Ruben Wolochin: „Ein bisschen sind wir enttäuscht, aber es überwiegt der Stolz, dass wir mit unserer jungen Mannschaft hier sein durften. Unzufrieden bin ich eigentlich nur mit dem zweiten Satz. Wir hatten im dritten dann sogar die Chance zum Satzgewinn, waren aber nicht konstant genug am Ende und die Erfahrung von Friedrichshafen hat den Unterschied gemacht.“

Masahiro Yanagida: „Es war uns klar, dass es ein ganz hartes Spiel für uns wird, aber wir sind vor allem Stolz, dass wir hier antreten durften. Ich glaube wir haben uns mit Ausnahme des zweiten Satzes gut präsentiert. Vor allem im dritten Satz haben wir gut bewiesen, dass wir mit der richtigen Einstellung und Spaß am Spiel mithalten können.“

 

VC Wiesbaden vs. Dresdner SC

Einen Favoriten hatte zumindest dem Namen nach auch das Pokalfinale der Frauen. Bereits viermal hat der Dresdner SC die begehrte Trophäe in die Höhe stemmen dürfen, zuletzt 2016. Auf der anderen Seite des Feldes stand mit dem VC Wiesbaden ein Team, das bisher noch keinen Titel im Pokalwettbewerb verzeichnen konnte.

Und so brauchte der VC Wiesbaden auch im ersten Satz zunächst eine ganze Weile, um sich auf die beeindruckende Kulisse und die Dimensionen in der Mannheimer SAP-Arena einzustellen. Vor allem in der Annahme als auch im Angriff fehlte es zu Beginn des ersten Satzes an der nötigen Präzision, um Dresdens Abwehr unter Druck zu setzen. Die Dresdnerinnen fanden schneller zu ihrem Spiel und punkteten mehrfach mit Schnellangriffen der gut aufgelegten Saša Planinšec, die auch im Block fleißig zupackte (am Ende standen neun Blocks und insgesamt 18 Punkte zu Buche) und einigen Anteil an der 7:3 und 15:10 Führung ihres Teams hatte.

Wiesbaden arbeitete sich immer besser in die Begegnung, verringerte die Fehlerquote und gewann Sicherheit in Annahme und Aufschlag. Das zeigte Wirkung. Dresden geriet in der Annahme unter Druck, war folglich im Angriff nicht mehr so durchschlagstark und büßte nach 16:13 den Vorsprung bis zum 21:20 fast vollständig ein. Gerade noch rechtzeitig fand das Team von DSC Coach Alexander Waibel zurück in die Spur und markierte per Block das 24:21. Bei der Entscheidung über den Satzball leistete das neu eingeführte Videochallenge-System erneut gute Dienste. Ein Dresdner Angriff, der offensichtlich im Aus landete, war vorher vom Wiesbadener Block noch hauchdünn berührt worden und lieferte so den Punkt zum 25:21 Satzgewinn für den DSC.

Ein packendes Duell auf Augenhöhe bekamen die 11354 Zuschauer über weite Strecken des zweiten Satzes hinweg geboten. Zwar erwischte Dresden abermals den besseren Start (5:3) und Wiesbadens Trainer Dirk Groß musste beim 8:11 sogar mit einer ersten Auszeit reagieren, fand dort aber offenbar die passenden Worte. Seit Team belohnte sich mit mutigen Angriffen und einem Ass von Julia Osterloh mit dem 11:11 Ausgleich. Es folgte ein mitreißender Schlagabtausch, in dem Dresden zunächst mit 20:16 voran ging, beim 23:22 aber fast wieder eingeholt war. Ein Cleverer Lob an den Wiesbadener Block von Dresdens erfolgreichster Angreiferin Piia Korhonen (19 Punkte) bescherte Dresden den ersten Satzball, ein weiterer Block das 25:22.

Weiterhin mitreißenden Volleyball boten beide Mannschaften im dritten Abschnitt der Partie. Diesmal gelang Wiesbaden der bessere Start zum 6:2, nur wenig später beim 12:12 folgte der Ausgleich. Danach war es ein absolut offenes Match zweier gleichwertiger Teams. Dresden wirkte insgesamt etwas frischer und münzte das in Punkte um. Dem 15:13 folgte das 18:15. Egal was Wiesbaden versuchte, Dresden fand die besseren Antworten und nach dem Endstand von 25:18 durfte der DSC seinen fünften Pokalgewinn feiern.

Alexander Waibl: „Unser Gegner heute hat Stuttgart und Schwerin geschlagen, wir wussten schon, dass es nicht leicht wird gegen Wiesbaden. Das hat sich auch bewahrheitet. Der Schlüssel heute war, dass wir nicht hektisch geworden sind, wenn Wiesbaden ins Rollen kam oder wir zurück lagen. Daher ein Kompliment an meine Mannschaft, die sich auch von der Kulisse und der Situation nicht hat beeindrucken lassen.“

Katharina Schwabe: „Ich bin super zufrieden. Es war für uns nach den verlorenen Spielen zuletzt in Stuttgart nicht einfach hier befreit aufzuspielen, vor allem weil wir unbedingt gewinnen wollten. Wiesbaden hat gute Einzelspielerinnen und agieren auch als Mannschaft stark, das hat auch der Sieg in Schwerin zuletzt gezeigt.  Ich bin einfach mega froh, dass wir das heute in einem guten Spiel so hinbekommen haben.

Dirk Groß: „In erster Linie bin ich stolz und zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben heute Silber gewonnen. Es war unser Ziel so gut es geht dagegen zu halten. Das geht nur, wenn wir mit viel Druck aufschlagen und wenig Fehler machen, das hat heute nicht immer geklappt. Zum einen lag das an der individuellen Klasse der Dresdner Spielerinnen, zum anderen sind wir in Summe noch zu unerfahren und haben entsprechende Schwankungen."

Tanja Großer: „Ich bin in erster Linie glücklich, dass wir es bis ins Finale des DVV-Pokals geschafft haben. Natürlich ist auch ein wenig Enttäuschung dabei, weil wir am Ende nicht den letzten Schritt machen konnten. In Mannheim zu spielen, ist einfach genial, unsere Fans haben uns großartig unterstützt. Wir haben in den entscheidenden Momenten zu wenig Druck aufgebaut und dann war die Luft irgendwann raus. Aber: Den zweiten Platz werden wir natürlich feiern.“

 

Quelle: DVV

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