BR Volleys stehen im Pokalfinale!

Die BR Volleys haben sich ihren großen Traum erfüllt: Am Samstagabend setzten sich die Berliner vor 3.931 Zuschauern in der heimischen Max-Schmeling-Halle im DVV-Pokal-Halbfinale verdient mit 3:0 (25:21, 26:24, 25:18) gegen Titelverteidiger Generali Haching durch, zogen erstmals seit acht Jahren ins Finale ein und dürfen nun zum ersten Mal überhaupt im Gerry-Weber-Stadion von Halle/Westfalen auflaufen.


2013-12-14

Paul Carroll und die BR Volleys spielen das DVV-Pokalfinale 2014 in Halle/Westfalen
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Foto: Eckhard Herfet, Berlin


Dass in dieser Partie viel auf dem Spiel stand, daran gab es vom ersten Ballwechsel an keinen Zweifel. Beide Teams schienen bis in die Haarspitzen motiviert, den besseren Start erwischten jedoch die Berliner. Nach wenigen Minuten stand es 4:0 für die Gastgeber, nicht zuletzt aufgrund von Eigenfehlern der Münchener. Angetrieben durch die lautstarke Unterstützung ihrer zahlreich mitgereisten Fans gelang es den Bayern aber schnell sich zu sammeln, Punkt für Punkt heran zu kämpfen und beim Stand von 9:9 auszugleichen. Hier wendete sich das Blatt: Haching übernahm die Führung, mit einer sicheren Annahme und harten Angriffen waren es nun die Gäste, die das Spielgeschehen kontrollierten. Doch die BR Volleys ließen sich davon nur kurzzeitig beeindrucken und überwanden die eigenen Konzentrationsschwächen früh genug, um den Satzverlauf noch einmal in ihre Richtung zu drehen. Vor allem durch gute Blockarbeit fanden sie den Anschluss und waren in der finalen Phase die bessere Mannschaft. Am Ende gaben drei Angriffe von MVP Robert Kromm den Ausschlag: die Berliner zogen zum 24:21 davon und besiegelten den Satzgewinn mit einem Block von Srecko Lisinac.

Der Folgesatz wies starke Ähnlichkeiten zum ersten Durchgang auf: Erneut waren es die Gastgeber, die sich früh absetzen konnten (10:3), vor allem dank einer überragenden Aufschlagserie von Paul Carroll. Abermals gelang es den Bayern, den Rückstand aufzuholen (11:10). Doch diesmal blieben die Schützlinge von Coach Mark Lebedew am Drücker und bauten den knappen Vorsprung wieder kontinuierlich aus (16:11). Aufgeben kam für Haching natürlich nicht in Frage: Das Team von Trainer Mihai Paduretu mobilisierte noch einmal alle Kräfte, um die Chance auf den Satzgewinn zu wahren. Mit Erfolg: Bei 24:21 wehrte der Titelverteidiger drei Berliner Satzbälle zum 24:24 ab. Die Aufholjagd wurde allerdings nicht belohnt, denn trotz der brenzligen Situation hatten Scott Touzinsky & Co. ihre Nerven im Griff und erspielten sich einen neuen Satzball, den Robert Kromm zum 26:24 verwandelte.

Ein Satz trennte die BR Volleys nun noch vom Finaleinzug. Mit diesem Ziel vor Augen schaffte es der Meister, den noch amtierenden Pokalsieger während des gesamten dritten Durchgangs auf Distanz zu halten. Ob im Aufschlag, im Block oder im Angriff – auf allen Positionen agierten die Hausherren jetzt etwas souveräner als die Gäste aus Süddeutschland, die zunehmend resignierten. Die Konsequenz dieser grundverschiedenen Motivationslagen war ein klarer 25:18-Satzerfolg für die Berliner, die nach dem letzten Ballwechsel gemeinsam mit ihren Fans in euphorischen Jubel ausbrachen.

„Wir haben heute zu viele Fehler gemacht, als dass wir hätten gewinnen können“, resümierte Hachings Trainer Mihai Paduretu nach dem Spiel. „Im ersten und zweiten Satz hatten wir unsere Chancen, konnten diese aber leider nicht nutzen. Wahrscheinlich war einfach alles etwas zu viel, nachdem wir diese Woche 6.000 km zurückgelegt haben. Berlin hat verdient gewonnen, sie waren heute etwas besser. “

Anders als Paduretu hatte sein Gegenüber Mark Lebedew allen Grund zur Freude: „Wir alle mussten lange auf dieses Finale warten. Doch der Sieg heute Abend war niemals einfach. Es gab viele lange Ballwechsel, ein ständiges Hin und Her, was Spannung und Emotionen zusätzlich anfachte. Die Satzergebnisse lassen nicht vermuten, wie eng der Spielverlauf eigentlich war. Ausschlaggebend waren heute aus meiner Sicht unser Aufschlag und Block. Und natürlich die Unterstützung unserer Fans – die letzten Jahre konnten wir uns auswärts in Haching nicht durchsetzen, heute ist uns das mit Hilfe des Publikums gelungen“, gab der Australier zu Protokoll. 

Berlins Kapitän Scott Touzinsky war die Erleichterung nach dem Sieg deutlich anzusehen: „Endlich! Wir haben lange darauf gewartet, einmal in Halle dabei zu sein. Das ist großartig für den Verein und für unsere Mannschaft. Die Meisterschaft ist das eine, aber wir wollten in dieser Saison auch das erreichen, was uns lange verwehrt blieb: das Pokalfinale. In den letzten drei Jahren habe ich das Endspiel im Fernsehen verfolgt, und jedes Mal hatte ich dieses Gefühl, dass ich unbedingt dort spielen möchte. Jetzt freue ich mich umso mehr, endlich selbst dabei sein zu können.“ 

Auch sein Teamkollege Felix Fischer zeigte sich glücklich über den Erfolg: „Ich habe acht Jahre darauf gewartet, es ist toll, nach so einer langen Zeit wieder im Finale dabei zu sein. Mal schauen, wie es im
Gerry-Weber-Stadion so ist – bisher haben wir ja dort noch nicht spielen dürfen.“

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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