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Nolan Flexens Plan geht auf

Do 05.02.2026
Fotos: Pressefoto Gora
Fotos: Pressefoto Gora

In den vergangenen Wochen spielte sich ein Mann bei den BR Volleys mehr und mehr in den Vordergrund, von dem man in Berlin noch viel erwartet. Im Januar wurde er wegen seiner überzeugenden Leistungen von den BR Volleys Fans in der App sogar zum „Spieler des Monats“ gewählt. Außenangreifer Nolan Flexen kämpft um seinen Stammplatz im Team des Deutschen Meisters, den ihm in der ersten Saisonhälfte Ruben Schott und Moritz Reichert voraushatten. Mittlerweile ist die Bedeutung des US-Amerikaners für das Berliner Spiel enorm gewachsen. Die nächste Gelegenheit, diese These zu belegen, hat er an diesem Sonntag (08. Feb um 15.00 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle beim Spiel gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe (www.br-volleys.de/tickets).  

Nolan Flexen ist noch jung, erst 23, zugleich in seinem ersten Profijahr. Aber er ist bereits US-Nationalspieler, verheiratet und Vater, tritt sehr selbstbewusst auf – ohne dabei arrogant zu wirken. Er scheint einfach immer positiv gestimmt zu sein und von seinen Fähigkeiten überzeugt. Wer ihm bei seinem Spiel zuschaut, kann schon erahnen, dass dieser junge Mann aus Rio Rancho im US-Bundesstaat New Mexico nicht nur wegen seiner 206 Zentimeter Körperlänge in naher Zukunft zu einer Größe im internationalen Volleyball reifen kann. Genau das ist sein Plan. Der Außenangreifer hat eine enorme Sprunghöhe, schlägt hart zu am Netz wie von der Aufschlaglinie, kreiert selbst in komplizierten Situationen häufig noch gute Attacken. „Das ist mein Job“, kommentiert er trocken. Was fehlt? „Passing“, antwortet Flexen, ohne zu zögern, die Ballannahme und möglichst präzise Weitergabe zum Zuspieler also. Ein Kernelement des erfolgreichen Spiels.

An seiner Schwäche arbeitet der Amerikaner, der wegen seiner Größe als Außenangreifer ein wenig an den „Hall of Famer“ Robert Kromm erinnert. Der trug bis 2018 das BR Volleys Trikot und war sogar noch sechs Zentimeter länger. Er wurde deshalb auch stets zum Ziel der generischen Aufschläge. Hinzu kommt bei Flexen, dass er die meiste Zeit seiner jungen Karriere auf der Diagonalposition eingesetzt wurde, wo er mit der Ballverteilung wenig zu tun hatte. Kein leichter Übergang also, das Element zu verinnerlichen, „schon gar nicht auf einem Level wie hier in Berlin“, weiß er, wo alles möglichst genau passen muss, im doppelten Wortsinn. Wie er aus seinem Dilemma herauskommt, ist für ihn sonnenklar und sagt alles über seine Einstellung: „Einfach immer weiterarbeiten, in jedem Training, es vielleicht 10000 Mal üben, vielleicht noch öfter, um es richtig zu lernen.“ Denn Flexen ist zwar ein überzeugter Teamplayer, aber doch zu sehr Wettkämpfer, um sich in eine Rolle als Backup zu fügen: „Ich will einer der Leute sein, die das Team anführen, auf dem höchsten Niveau.“

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Noch ist es ihm nicht ganz gelungen, an den deutschen Nationalspielern Moritz Reichert, ehemaliger Kapitän in Berlin, und dem aktuellen Mannschaftsführer Ruben Schott vorbei auf einen festen Startplatz zu rücken. Auf der Überholspur ist er aber schon, zumindest immer der erste Spieler, der in schwierigen Situationen eingewechselt wird. Seine Bedeutung für den Erfolg scheint von Woche zu Woche zu wachsen – das zeigt ihm, dass er auf einem guten Weg ist, seine Ziele schon bald zu erreichen. Seine Laune ist sowieso immer positiv, bei jedem Training, vor jedem Spiel. „Ich habe ja auch gar keinen Grund, sauer zu sein“, sagt Nolan Flexen. Ihm sei von Beginn an erklärt worden, wie seine Rolle aussehen werde. „Man war immer ehrlich zu mir. Mo und Ruben sind hier die erfahrenen Leute, die starten. Ich komme nach Berlin, werde Erfahrungen sammeln, werde mich entwickeln, und dann wird man weitersehen. Ich werde meine Chancen bekommen. Ich war mit dieser Situation einverstanden. Ich habe mich darauf gefreut, von Ruben und Mo zu lernen.“

Die Herausforderung bereitet ihm offensichtlich keine Probleme, sie treibt ihn vielmehr an. Und die Gelegenheiten, sich zu beweisen, sie nehmen zu. Seit Jahresbeginn nutzt er sie immer besser. Eingewechselt beim Spiel in Friedrichshafen, trumpfte Flexen sofort auf, hatte großen Anteil am 3:1-Sieg seiner Mannschaft und wurde prompt zum wertvollsten Spieler gewählt. Bei den Erfolgen gegen Prag und Düren hatte er von der Bank kommend ebenfalls erheblichen Einfluss darauf, dass die Partien gegen harten Widerstand gewonnen wurden. In Perugia startete Flexen, weil Schott für den am Auge verletzten Kyle Dagostino die Liberoposition übernahm. Beim Heimspiel gegen Freiburg am vergangenen Sonntag stand der Amerikaner erneut von Beginn an auf dem Feld, obwohl Dagostino ins Team zurückkehrte. Mit seinen 20 Punkten wurde er erstmals vor den eigenen Fans zum wertvollsten Spieler gewählt. Und kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus.

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Dass er immer so optimistisch erscheint, mag auch an seiner Religiosität liegen: „Ich bin Christ, das ist Teil von meiner Frau und mir. Das Wichtigste in meinem Leben ist meine Treue zu Jesus Christus.“ Und seine Frau Natalie sowie Töchterchen Grace natürlich, vor fast genau einem Jahr geboren. „Ich liebe es, Vater zu sein und genieße es an meinem Beruf, so viel Zeit mit beiden verbringen zu können.“ Dass sie mit ihm nach Berlin gekommen sind, macht alles viel einfacher auf der ersten Profistation. In ihrer Freizeit gehen sie viel in Parks spazieren, gern dort, wo Hunde herumlaufen. „Grace liebt Hunde“, berichtet der stolze Vater. Sie haben sich in Berlin gut eingelebt, eine Kirche gefunden, wo sie sich wohlfühlen, Restaurants ausprobiert, wo es ihnen schmeckt.

An die Größe der Stadt haben sie sich schnell gewöhnt, „obwohl das Leben hier völlig anders ist als in Rio Rancho“. Erleichtert hat ihm diese Veränderung, dass Flexen vorher bereits drei Jahre am College in Los Angeles gespielt hat. Das Leben in einer Metropole ist ihm also nicht fremd. Das Interesse an Deutschland geht sogar über die Hauptstadt hinaus. Weihnachten haben die Flexens am Rande der Alpen in Kempten und Füssen verbracht, sich die berühmten Schlösser der Gegend angeschaut („soooo pretty“), aber auch einfach die Berglandschaft bewundert, die sie an die Rocky Mountains in der Heimat erinnerte. Zu Jahresbeginn wurde Dresden ein Besuch abgestattet. Von dieser Stadt war die Familie ebenfalls begeistert.

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Alles in allem kann man es nur so formulieren: Nolan Flexen ist in Deutschland, besonders in Berlin, besonders bei den BR Volleys, angekommen. Der Fokus liegt für den Profi natürlich auf dem sportlichen Weiterkommen – was die Mannschaft wie ihn selbst angeht. Dabei ist sich der 23-Jährige seiner gewachsenen Bedeutung für seine Mannschaft sehr bewusst: „Ich denke, von da, wo ich jetzt bin, ist der beste Platz, den nächsten Schritt zu machen.“ Nämlich der Anführer zu werden, der Nolan Flexen sein möchte.

Tickets für das Heimspiel gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe sind unter www.br-volleys.de/tickets erhältlich.

+++ Sachspenden-Aktion für die Berliner Stadtmission +++

Zum Heimspiel am Sonntag ist die Berliner Stadtmission "Partner des Spieltags" und freut sich über ganz konkrete Sachspenden in der kalten Jahreszeit. Fans und Zuschauer sind aufgerufen MÜTZEN, SCHALS und HANDSCHUHE, die sie entbehren können, mit in die Arena zu bringen. Diese - und bitte nur diese - können bei den freundlichen Helferinnen und Helfern der Berliner Stadtmission direkt nach dem Einlass im Eingangsbereich der Max-Schmeling-Halle abgegeben werden. Die BR Volleys freuen sich über jeden, der auf diese Weise etwas Wärme spendet. Vielen Dank!

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