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Die Vorfreude der Youngster auf das Highlight des Jahres

Mo 16.02.2026
Fotos: Niklas Köppen, Pressefoto Gora, Kevin Mattig
Fotos: Niklas Köppen, Pressefoto Gora, Kevin Mattig

Die beste Vereinsmannschaft der Welt kommt in den Volleyballtempel, Spannung und Vorfreude wachsen spürbar von Tag zu Tag. Mehr als 8.000 Tickets sind bereits verkauft für das Champions-League-Duell zwischen den Berlin Recycling Volleys und Klubweltmeister Sir Sicoma Monini Perugia am Mittwoch (18. Feb um 19.30 Uhr, www.br-volleys.de/tickets). Die Gastgeber in der Max-Schmeling-Halle brauchen beim großen Volleyball-Fest einen Sieg, um aus eigener Kraft den Einzug in die K.o.-Phase zu sichern. Eine Konstellation, die auch zwei 20-jährige Jungprofis in Begeisterung versetzt.    

„Wir haben es ja noch nicht erlebt, dass die Halle hier ausverkauft ist“, blickt Maximilian Treiter voraus, „jedenfalls nicht als Spieler, höchstens als Zuschauer bei einigen Playoff-Finals in den vergangenen Jahren. Eine solche Kulisse jetzt sogar vom Feld aus zu erleben, das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Wir hoffen, dass so viele Fans wie möglich kommen und uns unterstützen. Und dann wollen wir mal sehen, was geht.“ Seine positive Aufregung ist greifbar und wird von Arthur Wehner geteilt. „Ich kann mich noch an ein Spiel gegen Ankara erinnern, da saß ich im Publikum, da waren 6.000, 7.000 Leute da. So und noch größer soll es diesmal wieder werden, es kommt ja der Champions-League-Sieger, mehr geht eigentlich nicht.“ Eine solche Stimmung kann Flügel verleihen, das wünscht er sich, und er hofft, „dass wir da eine gute Leistung abliefern. Ob Niederlage oder Sieg – am Ende zählt vor allem, dass wir gut gespielt haben. Dass die Fans einen guten Tag haben.“ Ein wenig unsicher schickt er hinterher: „Es wäre natürlich sehr cool, wenn wir beide dann vor all den Leuten auf dem Feld stehen würden.“

Träumen ist immer erlaubt, gerade jungen Leuten wie ihnen beiden. Außerdem haben sie schließlich schon vor vier Wochen beim 0:3 im Hinspiel einige Minuten mitwirken dürfen – da jedoch, weil die Partie bereits entschieden war und Cheftrainer Alexandre Leal sie einwechselte, damit sie einfach die Atmosphäre in der Königsklasse aufsaugen sollten. Treiter erinnert sich trotzdem mit glänzenden Augen: „Das war sehr besonders. Die Spieler auf der anderen Seite, das sind ja die, denen man früher bei einer WM oder den Olympischen Spielen im Fernsehen zugeschaut hat. Gegen die selbst zu spielen, ist schon Wahnsinn.“ Es gehört wie ein Sahnehäubchen zum Entwicklungsprogramm, das die BR Volleys sich für junge Spieler auferlegt haben, denen sie zutrauen, einmal eine erfolgreiche Karriere hinzulegen. Und die in Berlin dafür ganz wichtige Schritte machen können. Wie im Bundesligaspiel am vergangenen Wochenende als dritter Youngster Mittelblocker Benjamin Kirsch (19), der beim 3:0 in Ludwigsburg eine sehr ordentliche Vorstellung zeigte, zwei Blockpunkte beisteuerte, zwei Asse schlug. Der VCO-Spieler wurde nach der Verletzung von Nehemiah Mote mit einem Doppelspielrecht ausgestattet und freut sich: „Es fühlt sich gut an, dass ich etwas zum Sieg beitragen konnte.“

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Vor knapp zehn Jahren begann der deutsche Rekordmeister damit, intensiv in die Nachwuchsarbeit zu investieren. Die Veränderungen seitdem sind enorm – und zählbar. Aus 750 männlichen Jugendspielern in Berlin (Tendenz damals immer weiter fallend) wurden mittlerweile über 1.800. Die Zahl der Jugendteams hat sich dementsprechend vervielfacht. Basis war ein großer zeitlicher, personeller und finanzieller Aufwand. Zum einen wollen die BR Volleys damit etwas für den Volleyball insgesamt tun, aber ein Eigeninteresse ist auch dabei: „Die Idee dahinter ist, irgendwann welche von den Jungs zu uns hochzunehmen“, erklärt Geschäftsführer Kaweh Niroomand. „Djifa (Amedegnato, inzwischen nach Holland weitergezogen, d.Red.) war letztes Jahr der erste. Jetzt folgen weitere. Es entsteht eine echte Perspektive für Berliner Jungs. Wir bieten ein Scharnier zwischen dem, was wir als Spitzenmannschaft machen und der Nachwuchsarbeit vor Ort.“

Der Sprung ist indes ein großer und fordert von beiden Seiten Geduld. Wehner und Treiter könnten in anderen Vereinen sicher mehr Einsatzminuten erhalten. Die Luft beim Deutschen Meister und Champions-League-Teilnehmer ist dünner. Sie genießen aber ihre Situation – das Training mit den Nationalspielern, das professionelle Umfeld. „Die Saison war anfangs sehr aufregend, extrem spannend. Das ist jetzt schon etwas weniger geworden“, erzählt Wehner. „Persönlich merkt man, wie die Entwicklung steigt, wie man an das Niveau langsam herangeführt wird, das hier herrscht. Beim besten Verein, den wir in der Bundesliga haben.“ Dazu kommt der spezielle Geist in der Mannschaft. „Wir sind hier wie eine Familie“, sagt er, „der Anspruch ist zwar hoch, auch an Max und mich. Aber wir dürfen auch mal Fehler machen. Es wird Verständnis gezeigt, wenn Dinge mal nicht so gut funktionieren.“ Beide wechselten vom Bundesstützpunkt in Berlin zu den SCC-Volleyballern. Zuspieler Wehner, der als großes Talent auf seiner Position gilt, hat einen Dreijahresvertrag. Der einen Tag jüngere Libero Treiter unterschrieb zunächst nur für eine Saison; Niroomand lässt aber durchblicken, dass er den gebürtigen Berliner länger an den Klub binden möchte: „Max hat eine tolle Entwicklung genommen, wir sind sehr zufrieden und möchten ihn gern behalten.“

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Treiter profitierte zum einen davon, dass er im Training vom früheren Weltklasse-Libero Markus Steuerwald extrem viel lernen kann. Auch von Kyle Dagostino, der US-Nationalspieler und ein sehr geduldiger Lehrmeister ist. Zudem hatte Treiter Glück im Unglück des Amerikaners. Als der sich im Bundesligaspiel in Rostock eine Augenverletzung zuzog, musste er ran und behielt in jeder Situation den Durchblick. „Er wurde ins kalte Wasser geworfen und hat das klasse gelöst“, lobt Niroomand den Nachwuchsmann. Ebenso im folgenden Heimspiel gegen Giesen, wo er seine Aufgabe so überzeugend bewältigte, dass er gleich zum wertvollsten Spieler der Partie gekürt wurde. „Das war natürlich mein Saison-Highlight“, erinnert sich Treiter, der dabei feststellte: „Je mehr man spielt, um so mehr Selbstverständnis bekommt man. Ich würde nicht mal sagen, Selbstbewusstsein, das haben Arthur und ich beide genug. Wir wissen schon, was wir können. Aber dieses Selbstverständnis zu erkennen, dass die Dinge dann quasi von selbst laufen, weil man gar nicht so darüber nachdenken muss, das war sehr wichtig für mich.“   

Während er eher positiv überraschte, hatte Wehner einen schwierigeren Stand als vielleicht erwartet. Der inkonstante Saisonverlauf bot weniger Wechselmöglichkeiten. Und wenn Wehner hätte für Fedor Ivanov einspringen können, war er wiederholt erkrankt oder verletzt oder hatte sich in den Finger geschnitten und kam deshalb nicht als Alternative in Frage. „Nichts Dramatisches, aber ich hatte schon eher selbst schuld“, sagt der junge Mann zerknirscht. Niroomand findet: „Arthur ist wie Max ein toller Junge. Er bringt alles mit, was es braucht, um ein sehr guter Zuspieler zu sein. Aber er ruckelt noch, muss mental einen Schritt zurückgehen, hat seine Rolle noch nicht richtig gefunden. Vielleicht auch, weil er häufig hört: Du bist das größte Talent. Es ist nicht unbedingt hilfreich, wenn von links und rechts solche Einschätzungen kommen.“

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Zum Glück kann Arthur Wehner seine Lage gut einschätzen. „Ich hätte mir natürlich ein paar mehr Chancen, etwas mehr Spielzeit erhofft, gerade in der schwierigen Phase“, sagt der 205 Zentimeter große Zuspieler, „nur leider war ich selbst zu dem Zeitpunkt auch nicht gerade bei 100 Prozent.“ Gleichwohl sieht er seine Zeit bei den BR Volleys als ein „Projekt, das hoffentlich über drei Jahre geht. Ich habe jetzt gegen Ende der Saison noch meine Möglichkeiten. Und ich hoffe auch, dass ich nächste Saison mehr spielen werde.“ Was weit vorausgeschaut ist: Jetzt steht erst mal das “Spiel des Jahres“ vor der Tür. „Perugia auswärts war bisher für mich der Höhepunkt“, sagt Arthur Wehner, „das noch größere Highlight, das noch kommt, wird Perugia daheim sein.“

TICKETS
Letzte Karten für das Duell Berlin vs. Perugia: www.br-volleys.de/tickets

ARENAÖFFNUNG
Aufgrund des hohen Zuschauerandrangs öffnet die Max-Schmeling-Halle am Mittwoch bereits 90 Minuten vor Spielbeginn, also um 18.00 Uhr die Tore.

FANSHOP-ERÖFFNUNG
Das Highlight-Match wird zum Anlass genommen, den neuen Fanshop feierlich zu eröffnen. Dazu sind in der Zeit von 18.45 bis 19.15 Uhr die Vereinsbotschafter Robert Kromm, Aleksandar Spirovski, Sebastian Kühner und Georg Klein für Autogramme und Fotos verfügbar. Die ersten 60 Minuten nach Einlass gibt es 20 % Rabatt, bis Spielende noch 10 % Rabatt. Die ersten 20 Käufer erhalten außerdem einen 10,- Euro Gutschein. Zusätzlich besteht diesmal die Möglichkeit, sich direkt vor Ort Trikots beflocken zu lassen.

CATERING-RABATT
In den ersten 30 Minuten nach Einlass besteht an den Essens- und Getränkeständen ebenfalls ein 20 % Rabatt auf alles (bei Kartenzahlung).

FAN-CHOREOGRAFIE
Spätestens 15 Minuten vor Anpfiff sollten alle Fans auf ihren Plätzen sein, denn die BR Volleys haben eine besondere Fan-Choreografie zu Spielbeginn geplant.

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