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Doppelspieltag 2.0: Die nächste Gänsehaut kann kommen
Zum zweiten Mal ist am Samstag (14. Mrz) die Max-Schmeling-Halle Schauplatz eines Doppelspieltags der Berlin Recycling Volleys und ihres Kooperationspartners Berlin Brandenburger Sportclub. Um 17.30 Uhr trifft der Deutsche Meister im Bundesligaderby auf die Energiequelle Netzhoppers KW, um 20 Uhr tritt der Frauen-Zweitligist gegen Eintracht Spontent aus Düsseldorf an. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr hoffen die Gastgeber wieder auf eine besondere Kulisse.
Eine, die bereits bei der Premiere dabei war, ist Noelani Maraea Kleiner. Ihre Erinnerungen kommen sofort hoch, als sie darauf angesprochen wird. „Allein in die Halle reinzulaufen, war ein Gänsehautmoment“, beschreibt Kleiner ihr Gefühl. Es herrsche deswegen eine sehr große Vorfreude und Motivation bei ihr und in ihrem Team vom BBSC. „Ein paar von uns hatten ja auch schon letztes Jahr die Ehre, so wie ich, dass wir dort in der Max-Schmeling-Halle spielen durften.“ Die Superlative purzeln nur so aus der 21-jährigen Zuspielerin heraus: „Die Stimmung war megacool, man wurde beim Einschlagen ganz zittrig, aber das hat sich im Spiel schnell gelegt. Als ich in die Zuschauermenge geschaut habe, dachte ich: okay, krass! Und wie wir das Spiel gedreht haben, da wurde es megalaut in der Halle. Dabei war es doch vorher schon laut.“
An jenem Tag im Januar 2025 passte irgendwie alles. Die BR Volleys hatten zunächst vor 5.125 Zuschauern die Baden Volleys SSC Karlsruhe 3:0 besiegt; im Anschluss blieben immerhin rund 3.500 Fans im Volleyballtempel und bejubelten euphorisch den 3:2-Comeback-Erfolg der BBSC-Frauen über den VfL Oythe. „Wir wissen noch, wie cool das war letztes Jahr“, erzählt Kleiner und betont: „Wir freuen uns da alle sehr, sehr, sehr doll drauf. Auch wenn wir unten in der Tabelle stehen, das ist für uns relativ egal. Weil wir die Atmosphäre genießen wollen. Dass wir das überhaupt erleben dürfen! Ich hoffe, dass es gegen Düsseldorf ein gutes und spannendes Spiel wird und wir abliefern.“ Zusätzliche Motivation dürfte sein, dass erneut viele Freunde und die Familie ihr Kommen angekündigt haben. „Meine Oma reist extra aus Baden-Württemberg an“, die Eltern sind da, ihre beiden Geschwister, ihr Freund, Kommilitonen von der Fachhochschule Potsdam, wo sie Soziale Arbeit studiert. Im nächsten Jahr möchte sie ihren Bachelor machen.
Wie es dann mit dem Volleyball weitergeht, steht in den Sternen, nicht nur bei ihr. Vieles hängt davon ab, wie der BBSC die nahe Zukunft angeht. Der sportliche Abstieg aus der 2. Bundesliga Pro ist nicht mehr zu verhindern nach nur zwei Siegen in 24 Spielen.

Noelani Kleiner weiß, wie es sich anfühlt, in der Max-Schmeling-Halle aufzuschlagen.
„Sportlich ist die Situation schwierig, natürlich haben wir uns erhofft, dass wir ein bisschen weiter sind“, sagt BBSC-Geschäftsführer Andreas Tamm, „das nagt an den Nerven. Aber dadurch, dass wir verstärkt auf den Nachwuchs setzen, ist das andererseits für mich kein Drama.“ Der Verein richtet sich derzeit auf beide Szenarien ein: nächste Saison in der drittklassigen 2. Bundesliga Nord anzutreten oder bei der Volleyball Bundesliga einen Antrag auf Verbleib in der 2. Bundesliga Pro zu stellen. „Entschieden wird das nach der Saison“, kündigt der Manager an, man wolle sich erst dann zusammensetzen. „Es hängt auch davon ab, wie unsere Mannschaft sich positioniert.“

Geschäftsführer Andreas Tamm arbeitet am Aufbau zukunftsgerichteter Strukturen.
Der Abstieg hätte ein anderes, niedrigeres Niveau zur Folge. Das böte aber die Chance, junge Volleyballerinnen noch mehr einzubinden – wie das diese Saison schon mit fünf Spielerinnen des VC Olympia versucht worden ist. Der Deutsche Volleyball-Verband hatte den Berliner Stützpunkt für den weiblichen Nachwuchs aufgelöst. Um den will sich noch mehr als bisher der BBSC bemühen. Sein Hauptaugenmerk legt er darauf, ein Konzept zu starten, das in abgewandelter Form jenem der BR Volleys bei den Männern ähnelt. „Ziel ist, dass wir irgendwann ein Nachwuchsleistungszentrum werden“, sagt Tamm. „Dass unsere jungen Spielerinnen gut spielen können, sieht man an jedem Spieltag: Sie gewinnen Sätze gegen Mannschaften, die oben stehen. So wie am vergangenen Sonnabend gegen Köln.“
Nur reicht es nicht, dieses Niveau ein Spiel lang zu halten, die vielen Niederlagen stecken in den Köpfen. Ein paar Fehler, und schon ist das Selbstvertrauen weg. Der BBSC will nun eine professionelle Struktur aufbauen – „mit allen Berliner Vereinen zusammen“ – damit irgendwann auch wieder Bundesligaspielerinnen aus Berlin kommen. „Egal, wo die spielen“, führt Tamm aus, „es soll um die Perspektive gehen.“ Er bedauert, dass es nach dem Rückzug des SC Potsdam in der Region Berlin-Brandenburg keinen Frauen-Erstligisten mehr gibt. Um so bedeutsamer ist der Doppelspieltag in der Max-Schmeling-Halle: Hier sollen die Bemühungen um den weiblichen Volleyball in Berlin sichtbarer gemacht und mit verschiedenen Aktionen für die Arbeit geworben werden.

Der BBSC will weitere Talente wie Noelani (Nummer 3) fördern und fordern.
Noelani Maraea Kleiner ist selbst noch jung, aber längst eine wertvolle Stammspielerin beim BBSC. Sie macht sich ihre eigenen Gedanken um die Zukunft – nicht nur ihre, sondern auch die des Vereins. „Absteigen ist nicht cool, wir hatten uns die Saison sicher nicht so vorgestellt“, bringt sie ihre Enttäuschung zum Ausdruck und sieht dann sofort nach vorn: „Wenn wir in der 2. Liga spielen, ist es vielleicht auch gut, weil man dann mal wieder viele Spiele gewinnt und daraus Positivität mitnimmt.“ Doch noch näher ist für sie jetzt erst mal das große Match am Samstag gegen Eintracht Spontent: „Wir versuchen, die Saison bestmöglich abzuschließen, mit Spaß. Egal, wie die Spielzeit verlaufen ist, wollen wir mit gutem Gefühl rausgehen. Wir sind aufs Hier und Jetzt fokussiert.“ Es ist an der Zeit für die nächsten Gänsehautmomente.
Tickets für den Doppelspieltag sind zum Standardpreis eines normalen BR Volleys-Heimspiels erhältlich, es gibt also zwei Matches zum Preis von einem: www.br-volleys.de/tickets

