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CHAMPIONS! Die meisterliche Dekade ist komplett
Seit einem Jahrzehnt an der Spitze: Die BR Volleys sind zum zehnten Mal in Folge Deutscher Meister! Mit einem abschließenden 3:1-Erfolg (25:19, 25:22, 22:25, 25:12) entschieden die Berliner am Mittwoch die Playoff-Finalserie gegen die SVG Lüneburg auf direktem Wege für sich und streckten die Trophäe erstmals in der LKH Arena in den Glitterregen. Erneut konnten die Hauptstädter im Saisonfinale die aufstrebende nationale Konkurrenz in Schach halten und nach einer über weite Strecken durchwachsenen Spielzeit den wichtigsten Titel an die Spree holen. Endspielgegner Lüneburg machte es MVP Matthew Knigge und seinem BR Volleys Team in ausverkaufter Halle noch einmal gehörig schwer.
Um 21:26 hievte Ruben Schott zum vierten Mal als BR Volleys Kapitän die Meisterschale in die Höhe. Für den 31-jährigen, gebürtigen Berliner ist es nunmehr der neunte Titel – einsame Bundesligaspitze. Nach einer langen Saison mit vielen Rückschlägen, personellen Veränderungen und mehr Tiefen als Höhen war Schott im Anschluss sichtlich gerührt: „Ich bin unheimlich stolz auf mein Mannschaft. Das ist die zehnte Meisterschaft in Folge für unseren Verein nach einer emotional unglaublich harten Saison. Viele haben uns das nicht mehr zugetraut. Deshalb bin ich einfach glücklich, dass wir jetzt am Ende dreimal unser bestes Spiel abrufen konnten.“
Zuvor entwickelte sich noch einmal ein mitreißendes Finale zwischen den beiden besten deutschen Volleyballmannschaften. Über dem Spiel stand die große Frage, wer diesmal besser ins Match starten würde – und das war der Titelverteidiger aus Berlin. Das erste Ass gehörte Moritz Reichert (4:2), sein Positionskollege Ruben Schott gewann das Drückduell gegen Zuspieler Välimaa und zwang Heimtrainer Hübner so zur frühen Auszeit (7:3). Mit Blockpunkten gegen Schott und Jake Hanes konnten die „LüneHünen“ dann ihr Publikum ins Spiel bringen (11:9), aber insgesamt diktierte das Team von der Spree den ersten Durchgang. Auf Hanes perfekten Aufschlag (13:9) konnte Byam noch antworten (13:11), dann legte Berlin entscheidend zu. Schott blockte krachend, außerdem war auf Hanes im Angriff Verlass (17:11, 20:13). Während das Heimteam nervös wirkte und zu viele Fehler fabrizierte (23:17), stand die Berliner Annahme und Florian Krage-Brewitz beendete den Auftaktsatz (25:19).
Auf Lüneburger Seite bestand Handlungsbedarf und so setzte Hübner wie zu Beginn dieser Serie wieder auf Enlund anstatt Byam im Diagonalangriff. Dem jungen Schweden und seinem Landsmann Gruvaeus gehörte die Anfangsphase von Durchgang zwei (0:4, 3:7). Doch Berlin kam mit dem in dieser Finalserie sehr starken Matthew Knigge schnell zurück. Nach seiner Aufschlagserie führten die BR Volleys mit zwei Punkten (14:12). Als Howe die Hausherren umjubelt heranbrachte (20:19), folgte die Antwort durch Knigge am Aufschlag, der im „Laserfokus“ zu sein schien. Die Berliner Block-Abwehr packte folgerichtig wieder zu (23:19) und die heißumkämpfte Rally zur 2:0-Satzführung schloss Reichert erfolgreich ab (25:22).
Auch die letzte 10-Minuten-Pause der Saison meisterten die Hauptstädter mental und kamen gut aus den Startlöchern für den dritten Satz. Krage-Brewitz erwischte mit seinem Float-Service wieder Gruveaus (7:4) und Enlund hatte einen schweren Stand (9:5). Nach einhändiger Abwehr von Reichert und Punkt von Hanes war Berlin eigentlich am Drücker (15:12), dann kippte wie in Spiel eins Young mit einer Aufschlagserie das Momentum (15:16). Als Reichert ins Aus schlug (19:21) und Hanes ins Netz (20:24) waren die Niedersachsen obenauf. Schließlich stand auch nochmal der Lüneburger Dreierblock gegen den US-Amerikaner (22:25).
Erneut half Knigges Service, diesen Rückschlag schnell zu verdauen. So führten die BR Volleys mit 4:0 und später 8:3. Der Jubel aus dem Gästeblock schallte wieder durch die Halle, als Krage-Brewitz erst gegen Young blockte und ein Ass folgen ließ (10:5). Jetzt war die Mannschaft von Markus Steuerwald nicht mehr aufzuhalten. Über 14:6, 17:9 und 21:11 steuerte man den „Championship-Points“ entgegen. Steuerwald brachte Nehemiah Mote vor seiner mitgereisten Familie aufs Feld und der blockte bei der ersten Gelegenheit (23:11). Den Punkt zum Titel verwandelte Topscorer Jake Hanes (25:12).
Am 12. Oktober konnten die BR Volleys die Saison mit dem Gewinn des Ligacups in Hildesheim eröffnen, knapp sieben Monate später folgte der umjubelte Abschluss. Dazwischen überwanden die Berliner viele Widerstände und wuchsen als Mannschaft in der entscheidenden Phase noch enger zusammen. Mit dem insgesamt 16. Meistertitel festigen die Hauptstädter auch ihre Position als Rekordmeister.

Weitere Stimmen zur Meisterschaft:
Markus Steuerwald: „Ich bin extrem glücklich und erleichtert. Dass wir, bei allem, was war, das Momentum so umdrehen konnten und den Karren – man muss es so sagen – aus dem Dreck ziehen konnten, ist großartig. Wie die Mannschaft in den letzten zwei Wochen gearbeitet hat, war wirklich besonders. Wir haben gemeinsam die paar mehr Prozent rausgekitzelt, die diesen Titel möglich machen. Jeder hat etwas extra gegeben. Lüneburg hat nochmal alles versucht. Kompliment und Glückwunsch an unseren Gegner zu dieser starken Saison. Unser Titel gehört allen, die daran über die Saison ihren Anteil hatten. Jeder darf den Moment genießen."
Nehemiah Mote: „Mehr Resilienz kann ein Titel nicht abverlangen. Wo diese Mannschaft in dieser Saison überall durch musste, auf und neben dem Court, mit den Wechseln im Staff und Verletzungen, die das Saisonende bedeuteten. Ich bin so stolz auf die Jungs, die es alle so sehr verdient haben. Für mich persönlich ist es die süßeste aller fünf Meisterschaften mit diesem Verein. Obwohl ich nicht so viel beitragen konnte, wie ich gern getan hätte, fühlt es sich großartig an. Ich glaube im Deutschen sagt man ‘hinten kackt die Ente‘.“
BR Volleys Formation
Moritz Reichert + Ruben Schott (AA), Florian Krage-Brewitz + Matthew Knigge (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Nolan Flexen, Nehemiah Mote
Bestwerte
Hanes 28 Punkte, 2 Asse | Krage-Brewitz 11 Punkte, 4 Blocks, 2 Asse | Reichert 11 Punkte, 2 Blocks
Das Spiel im Re-Live bei Dyn
https://www.dyn.sport/event/SVG_L%C3%BCneburg_BERLIN_RECYCLING_Volleys_Playoffs_Finale_Spiel_3_101873