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Saisonabschlussfeier: Party, Tränen und Personalien

Sa 09.05.2026
Foto: Uwe Koch
Foto: Uwe Koch

Mit dem zehnten Meistertitel in Folge ist den BR Volleys eine echte Seltenheit in der deutschen Sportgeschichte gelungen. Eine Dekade lang stehen die Berliner nun an der Spitze der Volleyball Bundesliga. Dass der Rekordmeister sich darauf aber keinesfalls ausruhen möchte, wurde beim feierlichen Saisonabschluss in der Max-Schmeling-Halle deutlich. Auf Danksagungen und schmerzhafte Abschiede folgten Versprechungen für die Zukunft.  

Der abschließende Erfolg einer durchaus turbulenten Saison wurde am Samstagabend in Max-Schmeling-Halle im Kreise der BR Volleys Familie gebührend gefeiert. Gleichzeitig stand über der Veranstaltung das große Wort „Danke“. Den knapp 100 Volunteers, den treuen Fans und engagierten Menschen im Umfeld des Vereins wurde gedankt. Auf der Bühne zogen unter anderem Kapitän Ruben Schott und Cheftrainer Markus Steuerwald nochmals Fazit. „Wir waren in einer Negativspirale und am Ende war jeder im Team gefragt, etwas mehr für den Titel zu geben. Joel, Ale, Markus – alle hatten natürlich ihren Anteil. Wir haben als Mannschaft versucht, es den Verantwortlichen nach den Wechseln so einfach wie möglich zu machen. Am Ende hat das geklappt“, sagte Schott. Der scheidende Trainer Steuerwald war voll des Lobes: „Wir haben gezeigt, dass wir wissen, wie man im Mai Spiele gewinnt. Wir sind zusammengerückt und haben unseren besten Volleyball im Playoff-Finale gespielt.“

Nach dem Saisonrückblick ergriff der bestens aufgelegte Geschäftsführer Kaweh Niroomand das Wort im Saal: „Das ist ein großartiges Bild! Schön, dass wieder so viele hier sind, um mit uns zu feiern. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer und Förderer.“ Um anschließend schnell selbstkritisch zu werden: „Wir haben Fehler gemacht und mussten dafür in dieser Saison bezahlen. Ich muss zugeben, ich hätte dichter an der Mannschaft sein müssen und vielleicht früher zuhören müssen. Wir haben Konsequenzen gezogen. Mann muss alle Steine umdrehen, wenn man ganz oben ist. Das haben wir gemacht und sind noch immer dabei.“ In diesem Zuge verriet der 73-Jährige den Fans auch den ein oder anderen Kniff, den man in den Playoffs noch zog, um in der Mannschaft neue Reize zu setzen.

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Dann kam Niroomand zum traurigen Teil des Abends: Nach der 16. Deutschen Meisterschaft wird sich das Gesicht des BR Volleys Teams stärker verändern als in den vergangenen Jahren. Die Liste an verdienten Spielern, die den Verein verlassen, ist lang. Dazu gehören die Amerikaner Kyle Dagostino und Jake Hanes. Beide Stammspieler hatten großen Anteil an den Titelgewinnen der letzten zwei Spielzeiten. Das gilt natürlich auch für Moritz Reichert. Der Olympiateilnehmer von Paris 2024 zieht mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles weiter und will sich noch einmal in einer ausländischen Topliga beweisen. Zu denen, die zwei Jahre das BR Volleys Team bildeten und sich nun verändern, gehört auch Simon Plaskie. Der Belgier geht ebenfalls mit zwei Meistertiteln und einem Pokalsieg. Deutsche Meister sind ebenso Fedor Ivanov und Jelle Bosma. In den Playoffs zeigte sich der Finne von seiner besten Seite, die Wege werden sich dennoch trennen und der Vertrag vorzeitig beendet. Der Niederländer Bosma konnte mit einer schweren Knieverletzung auf dem Feld kaum helfen und war trotzdem ein wertvoller Bestandteil der Mannschaft. Gleiches galt über fünf Jahre ganz besonders für Nehemiah Mote. Der Abschied des Australiers wog bei Club und Fans besonders schwer, schließlich war „Nemo“ über Jahre hinweg sportlich top und charakterlich eine noch größere Wucht. Als „Kitt der Mannschaft“ oder „Teamdaddy“ wird der fünffache Champion den Berlinern ganz besonders fehlen. Niroomand rang bei der Verabschiedung mit den Tränen um die Worte: „Spieler wie Nemo Mote haben immer einen Platz in diesem Verein. Es hat mir schrecklich leidgetan, wie die letzte Saison für ihn lief. Wir verabschieden nicht nur einen großen Sportmann, sondern auch einen ganz, ganz feinen Menschen, dessen Lücke kaum zu schließen ist.“

Zu den erfreulichen Nachrichten: Neben Kapitän Ruben Schott, der noch einen laufenden Vertrag bis 2027 hat, bleiben vier weitere deutsche Spieler den Berliner Fans erhalten. Maximilian Treiter und Arthur Wehner soll weiterhin die Zukunft gehören. Mit Daniel Malescha bekleidet eine Konstante auch 2026/27 den Diagonalangriff. Besonders umjubelt war die Verlängerung von Florian Krage-Brewitz. Dem 29-jährigen Nationalspieler gelang in der zurückliegenden Spielzeit ein Novum: Als Mittelblocker wurde Krage-Brewitz gemeinsam mit Lüneburgs Libero Sho Takahashi zum Saison-MVP der Volleyball Bundesliga gekürt. Entsprechend groß war die Freude über dessen Vertragsverlängerung. Positive Energie wird auch Nolan Flexen in der kommenden Saison auf und neben dem Spielfeld ausstrahlen. Das US-amerikanische Sprungtalent hat ebenfalls noch Vertrag. Bei seinem Landsmann Matthew Knigge ist noch keine Entscheidung gefallen. Sicher ist hingegen, dass die Berliner einen neuen Trainer brauchen. „Ich muss ehrlich sagen: Das Thema ist noch offen. Es liegen viele Bewerbungen auf dem Tisch.“ Steuerwald wird zur nächsten Saison beim Bundesligakonkurrenten in Hildesheim an der Seitenlinie stehen.

Erste neue Namen fielen auch im VIP-Raum der Max-Schmeling-Halle. Kaweh Niroomand nannte einen der stärksten Mittelblocker der abgelaufenen Saison als Neuzugang: Louis Kunstmann wechselt vom Bodensee an die Spree und wird zukünftig das BR Volleys Trikot tragen. Die Nachricht über einen Rückkehrer schmeckte den Gästen besonders gut. Weltklasse-Libero Erik Shoji (von 2014 bis 2016 in Berlin) findet den Weg zurück in die deutsche Hauptstadt, nachdem er unter anderem mit Zaksa Kędzierzyn-Koźle zweimal die Champions League gewann - einer von vielen guten Gründen, sich die Saisonkarte 2026/27 zu sichern. Zu diesen zählt auch die garantierte Champions-League-Teilnahme des Deutschen Meisters 2026. Das Volleyballtempel-Ticket ist hier buchbar: www.br-vollleys.de/tickets

In die Sommerpause verabschiedete Niroomand den BR Volleys Kreis mit einer Ansage: „Wir tun alles dafür, dass es eine Wackelsaison wie diese hoffentlich nicht wieder geben wird. Man muss nicht alle Titel gewinnen, aber wir wollen uns nicht noch einmal so oft während einer Saison ärgern müssen. Die Titelvergaben dürfen nicht an den BR Volleys vorbeigehen.“ Es wird also genug vom Hauptstadtclub zu hören geben – nächste Saison und in den kommenden Wochen.

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