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Florian Krage-Brewitz lässt am liebsten Taten sprechen

Fr 26.06.2026
Fotos: Leon Tonhäuser, Anton Höfel
Fotos: Leon Tonhäuser, Anton Höfel

Als Geschäftsführer Kaweh Niroomand im Mai auf der Saisonabschlussfeier im VIP-Bereich der Max-Schmeling-Halle verkündete, dass Florian Krage-Brewitz weiterhin das Trikot der BR Volleys tragen wird, war der Jubel der Fans besonders laut. Das hatte gute Gründe: Der abseits des Feldes meistens ruhige Norddeutsche hatte sich im Meisterschaftskampf als große Kämpfernatur präsentiert und erheblichen Anteil am Gewinn des 16. Titels. Er wurde nicht nur zum besten Mittelblocker der Bundesliga, sondern gemeinsam mit Sho Takahashi aus Lüneburg zum Saison-MVP gekürt. Ein Wechsel war für den 29-Jährigen dennoch kein Thema.

Warum nicht, beantwortet der Nationalspieler pragmatisch: „Das ist eigentlich ganz einfach. Ich hatte noch Vertrag in Berlin. Von daher hat sich die Frage gar nicht gestellt.“ Aber es wird doch, Arbeitspapier hin oder her, Anfragen gegeben haben? Nun erst wird der einstige Lüneburger, der über Stationen in Polen (Cuprum Lubin) und Frankreich (Spacer’s Toulouse) 2024 in Berlin anheuerte, deutlich: „Es war auch nicht mein Ziel, Berlin zu verlassen. Ich bin in Berlin sehr glücklich und hatte eine gute Saison.“ Seine beste, um es präziser auszudrücken, aber einer wie er schwelgt nicht gern in Superlativen, schon gar nicht über sich selbst. „Deshalb bleibe ich gern und möchte am liebsten gleich so weitermachen.“

Zurzeit ist Krage-Brewitz mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs in Polen, wo die zweite Woche der Volleyball Nations League stattfindet. Im ersten Spiel am Mittwoch gegen Argentinien zeigte er trotz der 2:3-Niederlage eine gute Leistung mit zwei Blocks und sieben Punkten. Sein erstes Statement, sich auch in der deutschen Auswahl einen festen Stammplatz zu erobern? „Fest reinspielen ist ein großer Begriff“, kommt auf für ihn typische Weise zurück. Erst mal abwarten. „Ich gehe da nicht mit dem Anspruch rein, dass ich jetzt alles spielen muss. Weil ich auch genau weiß, was für andere sehr starke Spieler hier sind, da haben wir noch mal eine andere Konkurrenz.“ Simon Torwie, Tobias Krick, Anton Brehme (in der VNL noch nicht dabei) dürften seine Hauptkonkurrenten sein. Die “Kunstmänner“ Louis und Joscha stehen ebenfalls bereit. Es sei noch zu früh, dazu etwas zu sagen, alle zeigen sich erst mal, und man müsse sehen, wie die verschiedenen Konstellationen mit den Zuspielern funktionieren. Sein gutes Zusammenspiel mit Jan Zimmermann immerhin dürfte auch Neu-Bundestrainer Massimo Botti aufgefallen sein.

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Der gebürtige Pinneberger ist kein Schweiger, aber eben auch kein Schäumer. Er ist klug und vorausschauend, hat schon vor ein paar Jahren neben seiner Karriere als Volleyballspieler einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert. Er redet nur nicht so gern öffentlich über sich. „Florian ist lieber bescheiden und zurückhaltend. Das ist einer, der eher die Antworten auf dem Court gibt“, sagt Niroomand, der voll des Lobes über den einzigen Mittelblocker ist, der vom Team der vergangenen Saison übrigblieb. „Er hat einen guten Weg gemacht, charakterlich bringt er alles mit. Er ist sehr vernünftig, sehr diszipliniert, sehr angenehm, sehr fleißig. Ich wüsste nicht, was ich an ihm aussetzen soll.“ Und als es einmal eine Phase gab, in der „Flo“, wie ihn alle trotz seiner 2,03 Meter Körpergröße nennen, „Ansprüche an sich selbst hatte, die höher waren als die Realität“, wie es Niroomand beschreibt, „haben wir das freundschaftlich miteinander diskutiert. Er ist ein sehr vernünftiger, reflektierter Junge, mit ihm kann man solche Gespräche führen. Wenn es was gebracht hat, freut mich das.“ Und darüber, dass Krage-Brewitz im vergangenen Jahr einen enormen Schritt nach vorn gemacht hat, gibt es keine zwei Meinungen. Wozu gewiss auch die langen Verletzungspausen von Nehemiah Mote und Jelle Bosma beitrugen. „Florian musste durchspielen, hatte viele Spielanteile. Dadurch ist er gewachsen“, analysiert Niroomand. Der junge Mann wurde gebraucht, und er hat geliefert. Sammelte sieben goldene MVP-Medaillen in der Bundesliga. Für seine Entwicklung bedeutete dies einen starken Rückenwind.

Wie fast immer im Leben hatte allerdings auch diese Konstellation ihre Schattenseiten. „Aus spielerischer Sicht ist es erst mal sehr schön, wenn man so viel spielt. Aber dann muss man körperlich Abstriche machen auf lange Sicht. Natürlich spiele ich lieber so eine super anstrengende Saison, als die ganze Zeit nur auf der Bank zu sitzen. Aber die letzte war wirklich herausfordernd“, sagt der 29-Jährige, „die Nachwehen merke ich immer noch. Ich muss mal sehen, ob ich mich bis zum Saisonstart davon erholt habe.“ Schließlich wird er ja wohl die Rolle eines Anführers übernehmen, als letzter verbliebener Mittelblocker und nach den Leistungen der vergangenen Saison. Oder? Oh je, schon wieder so ein Anspruch, den er nicht mag. „Es sind jetzt andere Gesichter da. Louis Kunstmann kenne ich, mit ihm verstehe ich mich ganz gut, das wird eine sehr gute Verstärkung“, ist er überzeugt.

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Und das mit dem Anführer? „Wir müssen mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich könnte mir vorstellen, dass es kommende Saison so wird, dass jeder seine Momente hat.“ Ähnlich, wie es vor zwei Jahren war mit vier einsatzfähigen Mittelblockern. „Dann können wir uns die Spielzeit vielleicht gut aufteilen, damit alle immer topfit sind. Ich würde jetzt gar nicht sagen, dass ich da so unbedingt vorneweg gehen möchte. Ich messe mich gern mit den anderen. Da sollen die spielen, die in dem Moment am besten sind.“ Dass beim Saisonstart eine weitere starke Unterstützung an seiner Seite sein wird, konnte er bereits Mittwoch beim 2:3 hautnah erleben: Der letzte von fünf Blocks von Nicolas Zerba war der verwandelte Matchball der Argentinier. Der 27-Jährige spielt zukünftig für die BR Volleys. Ein vierter Mittelblocker soll noch verpflichtet werden.

Um es mit Florian Krage-Brewitz zu sagen: Mal sehen, wie es dann läuft. Es wird in Andrea Anastasi einen neuen Trainer geben, „ich bin gespannt, wie das mit ihm wird“. Eines jedenfalls hat er sich und seinem gesamten Team der BR Volleys auf die Fahnen geschrieben, nämlich nicht noch einmal so schlecht in die Saison zu starten, nicht wieder mit drei Niederlagen aus fünf Spielen. „Um am besten die Spielzeit von vorneweg zu agieren, weil man sich dadurch viel Druck und Stress nimmt. Wir haben alle die Saison gemerkt, dass es sehr anstrengend ist, wenn man in der Liga dem eigenen Anspruch hinterherrennt. Und natürlich wollen wir neben der Meisterschaft im Pokal wieder richtig angreifen, weil das letztes Jahr nicht so geklappt hat.“ Mal sehen, ob das gelingt.

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Wer keinen Auftritt von Florian Krage-Brewitz & Co verpassen möchte, kann sich die Saisonkarte 2026/27 im Ticketshop sichern: https://shops.ticketmasterpartners.com/br-volleys

Krage-Brewitz und die DVV-Männer spielen in Woche zwei der VNL in Polen. Das ZDF überträgt live im Stream:
https://www.zdf.de/livestreams/volleyball-live-streamen-livestreams-highlights-100?staffel=5&live-staffel=5#t=livestreams

Weitere Infos zur VNL: https://en.volleyballworld.com/volleyball/competitions/volleyball-nations-league

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