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Joshua Tuaniga: Der neue “Zocker“ im Zuspiel

Ein Linkshänder mit samoanischen Wurzeln und reichlich PlusLiga-Erfahrung: Joshua Tuaniga heißt der neue Zuspieler der Berlin Recycling Volleys. Elf Jahre nach Kawika Shoji wird wieder ein US-Amerikaner das Spiel des Rekordmeisters maßgeblich lenken. Für den 29-Jährigen ist Berlin die erste Profistation außerhalb Polens – ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag.
Fragt man den zweiten Berliner Neuzugang aus den USA, gerät dieser über Joshua Tuaniga direkt ins Schwärmen: „Josh ist sowohl auf als auch abseits des Spielfelds ein großartiger Typ. Ich hatte das Vergnügen, viele Spiele mit Josh zu bestreiten, er ist ein hervorragender Anführer und Zuspieler. Ich bin mir sicher, dass er gut ins Team und nach Berlin passen und die Offensive unserer Mannschaft dirigieren wird“, weckt Erik Shoji Vorfreude auf den neuen Regisseur des BR Volleys Spiels. Der 29-Jährige ist eine kleine College-Legende an der Long Beach University in Kalifornien, wo er geboren und aufgewachsen ist. Mit zwei nationalen Meisterschaften und als „Spieler des Jahres“ in der NCAA ging es für Tuaniga 2019 nach Europa. Inzwischen kann er Erfahrung aus sieben Jahren in der PlusLiga vorweisen. Bei den polnischen Clubs Suwalki (2019-2022), Olsztyn (2022-2024), Katowice (2024/25) und Wegiel (2025/26) war „Josh“ mal Stammkraft, mal Premium-Backup – wie zuletzt bei Jastrzebski Wegiel hinter Olympiasieger Benjamin Toniutti. Der Topverein, bei dem auch Anton Brehme unter Vertrag stand, geriet in finanzielle Schieflage und zog sich aus der PlusLiga zurück. Nur ein Grund für Tuaniga, sich einem neuen Abenteuer zu stellen: „Ich habe mich für die BR Volleys entschieden, weil es eine großartige Gelegenheit ist, für einen traditionsreichen Club mit einer fantastischen Fangemeinde zu spielen. Ich hatte früh Kontakt nach Berlin und das Gefühl, dass ich mir die Chance nicht entgehen lassen darf.“
„Mit Josh holen wir einen sehr erfahrenen, renommierten Zuspieler. Vor allem bringt er Führungsqualitäten mit, die unserer Mannschaft guttun werden. Er hat sich viele Jahre in einer der besten Ligen der Welt behauptet und hatte Einsätze in der Nationalmannschaft. Wir erhoffen uns von Josh auch eine gewisse Leichtigkeit und Spielwitz“, erklärt Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Berlin darf sich also auf einen “Zocker“ freuen, der als Linkshänder zusätzlich ein unberechenbares Element im Angriff sein kann.
Wie der beliebte Ex-Berliner Nehemiah Mote verfügt auch Tuaniga über samoanische Wurzeln, trägt diese ebenfalls auf der Haut: „Meine Herkunft und Kultur sind mir extrem wichtig. Ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem meine Geschwister und ich mit einer Mischung aus amerikanischer und samoanischer Kultur und Werten erzogen wurden. Das hat einen großen Anteil daran, wer ich heute bin. Ich kenne Nemo und bin etwas traurig, dass ich mit diesem großartigen Menschen und hervorragenden Volleyballer nicht in Berlin spielen konnte.“ Zwar verpasst Tuaniga eine im internationalen Sport vielleicht einmalige „Samoa-Connection“, dafür wird er andere bekannte Gesichter wiedersehen: „Ich kenne natürlich einige Spieler wie Erik Shoji und Nolan Flexen. Ich konnte während meiner Zeit in der Nationalmannschaft mit ihnen trainieren oder auf dem Court stehen.“ Das Kapitel Team USA ist für ihn übrigens beendet, die Planungen Richtung LA28 finden ohne den 1.91 Meter großen Tuaniga statt: „Diese Zeit ist vorbei. Obwohl ich es sehr genossen habe, freue ich mich nun darauf, meine Sommer zu Hause bei meiner Familie zu verbringen. Ich habe immer noch viele Freunde in der Mannschaft und wünsche ihnen alles Gute!“

Volleyball und Familie – es sind die zwei zentralen Bestandteile im Leben des Vaters eines Sohnes. Wenig verwunderlich, dass der Mann mit der Trikotnummer 91 beides an anderer Stelle verknüpft: „Diesen Sommer haben meine Familie und ich in Long Beach einen Volleyballverein namens NINEONE gegründet, um der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Wir sind sehr gespannt und voller Hoffnung für die Zukunft des Clubs!“ Das Projekt setzt er gemeinsam mit seinen Geschwistern Amelia und Gus um, die ihr Leben ebenfalls dem Volleyball widmen. Auf Tuaniga warten somit neue Abenteuer – in der Heimat und in Deutschland.
Zur exklusiven Tagesspiegel-Story: „Es ist viel Druck und Verantwortung“
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