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BR Volleys gehen zweiten Schritt in Richtung Titelverteidigung
Was für ein Playoff-Finalabend in der Max-Schmeling-Halle! In einem der mitreißendsten Spiele, die der Volleyballtempel in der jüngeren Vergangenheit erlebte, siegten die BR Volleys vor 6.311 Zuschauern am Samstagabend mit 3:1 (22:25, 25:22, 25:23, 25:23) gegen die SVG Lüneburg. Dabei drehte der Titelverteidiger gegen stark aufspielende Gäste aus Niedersachsen mehrere Rückstände. Daran hatte vor allem der wuchtige Topscorer und MVP Jake Hanes seine Aktien.
Eröffnet mit einer Zuschauer-Chorografie war alles bereitet für den nächsten großen Schlagabtausch zwischen den beiden besten deutschen Volleyballmannschaften. Dass die SVG Lüneburg ein zweites Mal einen verhaltenen Start in dieser Finalserie um den wichtigsten Titel der Saison erwischen würde, damit hat im Berliner Lager niemand gerechnet. Deshalb zeigte sich das BR Volleys Team auch nicht überrascht, als die Gäste mit einem stark beginnenden Gruvaeus den besseren Anfang machten (1:4). Auch Byam, der nach seiner guten Leistung in Lüneburg Enlund auf die Bank verdrängte, konnte sich sofort hervortun. Dennoch erarbeiteten sich die Berliner mit immer stärker werdender Block-Abwehr den Ausgleich zum 12:12. Als Jake Hanes geblockt wurde, zeigte die Video-Challenge den über 6.000 Zuschauern bereits den vierten Ball exakt auf der Linie an (16:18). Insgesamt entfachten die Männer in Orange aber zu wenig Wirkung mit dem Service, vor allem in der Crunchtime (19:21). So gelang kein Break mehr und Champlin nutzte die erste Chance zum Satzgewinn für den Pokalsieger (22:25).
Diesmal waren die Lüneburger lange die bessere Aufschlag-Mannschaft und das schlug sich auch in Satz zwei schnell im Ergebnis wider. Byam eröffnete mit einer Serie (1:6). So liefen die BR Volleys wieder hinterher, weil Libero Takahashi äußerst stark in der Annahme agierte (4:8, 5:10). Dann kam Jake Hanes immer mehr in die Partie, zum einen im Angriff, aber vor allem im Block (10:10). Wenig später erzielte Florian Krage-Brewitz die erste kleine Führung für den Deutschen Meister (12:11). Jetzt ging es hoch her und beide Fanlager gaben alles. Hanes gelang das umjubelte 17:17 und Fedor Ivanov baute das Dach über Champlin zum 23:21. Danach war Hanes wieder zur Stelle (24:21, 25:22). Erneut waren im dritten zunächst die Gäste am Zug. Knigge konnte noch zum 8:8 ausgleichen, aber zweimal löste die Challenge zugunsten der „LüneHünen“ auf: Champlins Aufschlag war auf der Linie (12:14) und sein Hinterfeld-Angriff erwischte Krage-Brewitz Finger (13:17). Hanes und Gruvaeus hatten sich am Netz den Abend über viel zu sagen, bei 15:19 sah der Schwede Gelb. Vier Aufschläge des US-Amerikaners mit über 130 km/h sorgten plötzlich für den frenetisch gefeierten Ausgleich (21:21). Eine Millimeter-Entscheidung im Block und an der Grundlinie zugunsten der BR Volleys wurde zum Schlüsselmoment. Champlins Angriff war im Aus (24:22) und natürlich war es Hanes, der Gruvaeus` Block zur 2:1 Führung anschlug (25:23).
Hanes spielte nach vier Sätzen unglaubliche 76 % Angriff, bei 24 Punkten und nur zwei Angriffsfehlern. Dazu lieferte sein Landsmann Dagostino eine überragende Annahmequote von 89 % positiv. Davon zeigten sich die Niedersachsen weiter recht unbeeindruckt. Über 8:8 und 12:12 ging es auch im vierten Satz eng zu. Hanes überdrehte für einen Moment (12:14), blockte dann aber wieder gegen Gruvaeus (17:17). Schließlich startete Schott die vorentscheidende Aufschlagserie, unter anderem blockte dabei Knigge vorn am Netz (20:17). Der Vorsprung schmolz noch einmal zusammen, doch Young setzte sein Service am Ende zur Gefühlsexplosion in der Arena ins Netz (24:21, 25:23).
Womöglich wäre dieses Match auswärts anders ausgegangenen und genau deshalb sind die Berliner gewarnt, wenn die Serie am Mittwoch in Lüneburg fortgesetzt wird. Die „LüneHünen“ werden alles daransetzen, die Serie vor ihren Fans zu verlängern. Dort wird sich das BR Volleys solche Rückstände nicht noch einmal leisten können, wenn man auswärts Deutscher Meister werden möchte.

Stimmen zum Spiel
Markus Steuerwald: „Das war eine super Teamleistung heute. Wir waren in Sachen Mentalität und Kampf voll auf der Höhe und haben es über weite Strecken geschafft ruhig zu bleiben. Trotzdem gab es Phasen, wo wir fast drüber waren, konnten uns aber schnell wieder fangen. Wir haben darauf vertraut, dass unsere Chancen kommen, trotz der Rückstände. Sie kamen, weil wir sie uns erarbeitet haben, und dann konnten wir sie auch nutzen. Das war vielleicht kein schönes Spiel, muss es aber zu diesem Zeitpunkt in einem Finale auch nicht sein. Das war trotzdem Volleyball auf internationalem Niveau. Kompliment an Lüneburg für die Leistung. Wenn sie so wieder zuhause spielen, müssen wir uns nochmal ganz extrem strecken.“
Jakes Hanes „Das war ein Finalspiel, wie man es sich wünscht, mit richtig Intensität. Wir haben versucht, aggressiv zu bleiben und sind mental im Spiel geblieben trotz der Rückstände. Das Publikum war großartig heute. Es war das vielleicht lauteste Spiel, das ich hier erlebt habe. Der Push für uns als Team war großartig. Wir versuchen ‘cool as a cucumber’ zu bleiben, wenn wir am Mittwoch wieder nach Lüneburg fahren. Ich glaube, etwas Gelassenheit tut uns jetzt gut.“
BR Volleys Formation
Moritz Reichert + Ruben Schott (AA), Florian Krage-Brewitz + Matthew Knigge (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Nolan Flexen
Bestwerte
Hanes 30 Punkte, 2 Blocks | Krage-Brewitz 13 Punkte, 5 Blocks | Knigge 4 Blocks | Dagostino 86 % pos. Annahme
>>> Matchreport <<<
Das Spiel im Re-Live bei Dyn
https://www.dyn.sport/event/SVG_L%C3%BCneburg_BERLIN_RECYCLING_Volleys_Playoffs_Finale_Spiel_1_101856
Das Playoff-Finale 2026:
Finale 1 | 3:1 für BR Volleys
Finale 2 | 3:1 für BR Volleys
Finale 3 | 06. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
Finale 4 | 09. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 5 | 13. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
