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Weltliga: Deutschland kassiert erste Niederlage

Sa 31.05.2014

Die ersatzgeschwächten deutschen Volleyballer haben die erste Niederlage in der World League kassiert. Nach den beiden Auftakterfolgen gegen Japan unterlag das Team von Bundestrainer Vital Heynen in Salta mit 0:3 (22:25, 23:25, 21:25) gegen Gastgeber Argentinien. Nach neun Siegen in Serie war es die erste Niederlage gegen den deutschen „Lieblingsgegner“.


2014-06-01

Eine Nummer zu groß: Argentinien gewinnt gegen die DVV-Männer klar mit 3:0.
Foto: FIVB


„Vielleicht können wir die Argentinier überraschen“, hatte Bundestrainer Vital Heynen vor dem Spiel noch voller Hoffnung gesagt. Er trat vor etwa 1500 Zuschauern mit einer wieder einmal umformierten jungen Mannschaft an. Gleich acht deutsche Topspieler, die beim Saisonhöhepunkt Weltmeisterschaft (31. August bis 21. September in Polen) dabei sein könnten, hatten die lange Reise nach Salta am Fuß der Anden gar nicht erst angetreten: Georg Grozer, Jochen Schöps, Simon Tischer, Ferdinand Tille, Tim Broshog, Marcus Böhme, Sebastian Schwarz und Max Günthör fehlten aus unterschiedlichsten Gründen. Zudem verzichte Heynen auf den Einsatz von Denis Kaliberda und wechselte den ebenfalls angeschlagenen Zuspieler Lukas Kampa nur kurz ein.

Das unerfahrene deutsche Team leistete sich vor gut 1500 lautstarken Zuschauern vor allem im Aufschlag zu viele Fehler, um die keinesfalls überzeugenden Argentinier am Ende zu gefährden. So feierte das Team von Startrainer Julio Velasco in einem Spiel auf bestenfalls mittelmäßigem Niveau verdient den ersten Sieg in der diesjährigen World League. Die DVV-Auswahl war dabei aber keinesfalls chancenlos – das macht Hoffnung auf das zweite Duell.

Punktbeste Spieler waren Dirk Westphal (13) bei Deutschland und Facundo Conte (15) bei den Gastgebern. Jaromir Zachrich feierte sein Länderspiel-Debüt im jungen deutschen Team, das jedoch auf nahezu alle Leistungsträger verzichten musste.

Deutschland ist damit in Gruppe D mit fünf Zählern Tabellenzweiter hinter Frankreich (8), das mit 3:0 gegen Japan triumphierte. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für die Endrunde der Pools C bis E vom Mitte Juli in Sydney. Im zweiten Spiel am Sonntag (22 Uhr Ortszeit / 3.00 Uhr deutscher Zeit) bietet sich die Chance zur Revanche. Sport 1+überträgt tief in der Nacht zum Montag live.

Stimmen zum Spiel

Vital Heynen: „Das war gar nicht so schlecht. Man darf ja nicht vergessen, dass der Großteil dieser Mannschaft das erste Jahr im Nationalteam spielt und entsprechend unerfahren ist. Wir haben vor allem im Aufschlag zu viele Fehler gemacht, vor allem aber haben wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Es war ja keinesfalls so, dass wir gegen Argentinien chancenlos waren, aber wir haben halt im entscheidenden Moment ein paar Fehler zu viel gemacht. Mal schauen, ob wir das im zweuiten Spiel am Sonntag besser lösen.“

Dirk Westphal: „Ich bin niedergeschlagen, weil mehr drin war. Wir haben einfach zu viele Chancen liegengelassen. Wir haben unklug aufgeschlagen und wir haben auch nicht so richtig an uns geglaubt. Das muss im zweiten Spiel besser werden, dann haben wir eine echte Chance. Mit mir selbst war ich im Angriff sehr zufrieden, aber die Annahme war eine schwere Katastrophe.“

Marvin Prolingheuer: „Natürlich ist so ein 0:3 enttäuschend. Beide Teams haben sehr viele Fehler gemacht. Hätten wir uns ein paar weniger geleistet, hätten wir dieses Spiel genausogut auch 3:0 gewinnen können. Das macht Hoffnung, dass es im zweiten Spiel besser für uns läuft.“

Jaromir Zachrich: „Dass ich das mit dem Länderspiel-Debüt so kurz vor 30 noch erlebe, ist schon Wahnsinn. Ich habe mich allerdings vor dem Aufschlag, für den ich eingewechselt worden bin, fast eingeschissen vor Angst.“

Die aktuelle Tabelle
1. FRA - 8 Punkte - 9:2 Sätze - 3 Spiele
2. GER - 5 Punkte - 6:5 Sätze - 3 Spiele
3. ARG - 4 Punkte - 5:6-Sätze - 3 Spiele
4. JPN - 1 Punkt - 2:9-Sätze - 3 Spiele

Quelle: DVV

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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