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DVL: "Volleyball war noch nie so weit wie jetzt"

Do 05.06.2014

Am 20./21. Juni soll auf der Bundesliga-Vollversammlung in Berlin mit dem Masterplan ein Wegweiser und Businessplan für die Volleyball-Bundesliga beschlossen werden. Im zweiten Teil des Interviews spricht Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga, über Inhalte und geplante Auswirkungen des Papiers sowie die Neuausrichtungen der DVL bei Marketing, Suche nach einem Ligasponsor und TV-Situation.


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DVL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung: „Tenor der Vereine ist: Volleyball war noch nie so weit wie jetzt.”
Foto: Eckhard Herfet


Herr Jung, mit dem Masterplan professionalisiert die Liga die Entwicklung des Volleyballs. Wie weit sind Sie mit diesem Vorhaben?
Klaus-Peter Jung: Der Masterplan soll auf der Bundesligaversammlung in Berlin festgeschrieben werden.
Wir haben den Entwurf in einer ersten Runde im persönlichen Austausch mit den Vertretern der Erstligisten besprochen und gemeinsam mit dem schriftlichen Feedback der Zweitligisten zu Papier gebracht. Nach Rückkopplung mit allen Vereinen soll der Masterplan dann am 20./21. Juni beschlossen werden. Ich betone immer wieder, dass der Masterplan ein Weg ist, den wir gemeinsam mit allen Vereinen gehen wollen und der sich in den nächsten Spielzeiten immer weiter entwickeln und auch an einigen Stellen sicherlich wieder verändern wird. Dies werden wir durch eine intensive Kommunikation mit den Vereinen und eine interne Evaluation aller Maßnahmen vorantreiben.

Was sind die zentralen Inhalte des Papiers?
Jung: Wir haben 14 Handlungsfelder ausgemacht, die für die Entwicklung unseres Sports wichtig sind, und daraus konkrete Lizenzierungsvoraussetzungen geschaffen: zum Beispiel Management, Vermarktung, Kommunikation, Eventisierung, Nachwuchs oder Social Responsibility. Der Masterplan sieht zunächst den Weg bis inklusive der Saison 2016/17 vor und wird dann für die nächsten vier Jahre weiterentwickelt und neu aufgestellt. Ich begreife dieses Instrument als Businessplan und Strategiepapier für die Klubs, das permanent auf den Prüfstand gehört. Bereits in der gerade abgelaufenen Saison  haben wir ja einige Sofortmaßnahmen wie die Entwicklung von Hauptamtlichkeit in Management und Administration forciert.

Was ist der Nutzen des Masterplans?
Jung: Der Masterplan bringt mehrjährige Strukturierung, daran können sich die Vereine orientieren. Die Klubs wissen, woran sie arbeiten müssen und wie sie die Lizenzierungsziele schaffen können. Der Tenor der Vereine ist: Volleyball war noch nie so weit wie jetzt. Der Masterplan ist ein Regiebuch für die Liga. Regionale Aspekte und Besonderheiten allerdings müssen die Klubs selbst berücksichtigen. Deswegen wollen die Klubs selbst eigene Masterpläne für ihre Vereine entwickeln. Die Vereine entscheiden über den Erfolg des Masterplans, also über den Erfolg von Volleyball im Konkurrenzkampf mit den anderen Sportarten. Und da wollen wir uns entwickeln.

Dazu soll die Kluft zwischen 1. und 2. Liga verringert werden.
Jung: Um die Durchlässigkeit zwischen den Ligen zu gewährleisten, wird das Papier als Stufenplan mit vier Abstufungen umgesetzt - ein wichtiger Punkt für unsere Aufsteiger. Das heißt, Herrsching, Lüneburg und Königs Wusterhausen haben jetzt ein anderes Anforderungsprofil als nach drei Jahren Ligazugehörigkeit. Durch das Instrument der Vorlizenzierung, mit dem das DVL-Center die potenziellen Aufsteiger bereits in der 2. Liga begleitet, haben sich die Vereine so entwickelt, dass sie das Aufstiegsrecht wahrnehmen konnten. Da hat der Masterplan schon im Vorhinein in der Praxis funktioniert.

Gibt es auch Gegner?
Jung: Wir hatten bislang Sorge wegen des rasanten Tempos des Plans: Können die Vereine das schaffen? Die Erstligisten haben uns allerdings das Signal gegeben, das wir in einigen Bereichen sogar flotter vorankommen müssen. Nicht nur die Spitzenklubs, auch die Vereine im Mittelfeld und den unteren Tabellenregionen sind da sehr zielstrebig, was die Forcierung des Masterplans angeht. Kritische Stimmen kommen von vielen Zweitligisten, die Angst haben, durch den Masterplan überfordert zu werden.

Die DVL sucht seit Jahren nach einem Ligasponsor. Wie weit sind Sie bei dieser Suche?
Jung: Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Bei meinem Amtsantritt habe ich gesagt, dass wir ein Jahr benötigen, um uns noch professioneller aufzustellen und als Marke mit neuem Gesicht zu positionieren. Das ist erfolgt und wir sind dann so ausgerichtet, dass wir an potenzielle Ligasponsoren herantreten können. Das wollen wir zielgerichtet und vorbereitet mit einem neuen Erscheinungsbild tun. Dazu werden wir uns eine Agentur dazu holen. Die Konzeption für einen Ligasponsor steht, und wir gehen damit in Kürze nach außen.

Dazu haben Sie das Erscheinungsbild der Liga komplett überarbeitet?
Jung: Wir brauchen einen neuen Markenauftritt, mit neuem Claim, neuem Corporate Design. Da war seit Ligagründung nichts mehr weiterentwickelt worden. Das Gewand verändern wir gerade und werden das auf der Bundesligaversammlung den Vereinen präsentieren.

Wie zufrieden sind Sie mit der TV-Situation?
Jung: Wir haben jetzt im zweiten Jahr den Vertrag mit DVL-live.tv gelebt und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Wir haben das Produkt verfeinert, indem wir die Zahl der Ein-Kamera-Produktionen vermehren konnten. In jeder Liga haben dieses System sechs Klubs zur Verfügung. Dazu haben wir mit der Konferenz ein neues Produkt entwickelt, auf das wir sehr gute Resonanz bekommen haben. Wir werden die Konferenzen weiterentwickeln, zum Beispiel pro Spieltag in jeder 1. Liga eine Vollproduktion an Ein-Kamera-Produktionen anbinden, um dieses Format noch stärker zu machen.

Und bei den öffentlich-rechtlichen Sendern?
Jung: In der Verbreitung bei den Regionalsendern gab es eine deutliche Steigerung in diesem Jahr. Die Zusammenarbeit mit den dritten Programmen, die die DVL-live.tv-Bilder übernehmen, entwickelt sich positiv. Auch in ARD und ZDF sind in dieser Saison insbesondere im Morgen- und Mittagsmagazin vermehrt Spielbilder aus der DVL zu sehen gewesen. Die mediale Saisonauswertung ist derzeit noch in der Mache und wird uns in Kürze zur Verfügung stehen. Der nächste Schritt muss sein, dass wir tiefer in die Gespräche mit Sport1 oder Sky einsteigen. Das werden wir jetzt tun. Interview: Ullrich Kroemer

Infos zur Person: Klaus-Peter Jung (58) ist seit April 2013 Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga.
Zuvor war der gebürtige Bielefelder viele Jahre Manager des Bundesliga-Topklubs Rote Raben Vilsbiburg.

Quelle: DVL-Presseservice

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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